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gesund leben

Rauchfrei mit Hypnose?

Wie Hypnosetherapie wirkt und wann die Krankenkasse zahlt
veröffentlicht am 15.10.2021 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Rauchentwöhnung mit Hypnose - Zahld das die Krankenkasse?Rauchentwöhnung mit Hypnose - Zahld das die Krankenkasse?(c) Getty Images /LightFieldStudios
Obwohl die Nikotinsucht in Deutschland seit einigen Jahren abnimmt, ist Rauchen nach wie vor ein großes Problem für viele Menschen. Wer sich entwöhnen will, muss erst einmal herausfinden, welche Methode die richtige ist. Ein Weg, das Laster loszuwerden, ist die Raucherentwöhnung durch Hypnose.

2021-10-15T10:46:00+02:00
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Warum Hypnose?

Die Entschlossenheit das Rauchen aufzugeben ist da und trotzdem scheitert die Umsetzung häufig. Für Betroffene, die vom stationären Entzug über Nikotinpflaster bis zur Akupunktur schon alles ausprobiert haben und damit gescheitert sind, könnte Hypnose eine effektive Möglichkeit sein. Denn auch wenn die Willenskraft zur Raucherentwöhnung da ist, ist das Unterbewusstsein dafür verantwortlich, ob man das Rauchen dauerhaft aufgibt. Dieses signalisiert dem Bewusstsein während des Entzugs, dass der Körper das im Zigarettentabak enthaltene Nikotin benötigt. Bemerkbar machen sich diese Signale durch Entzugserscheinungen. Der erneute Griff zur Zigarette ist dann oft unausweichlich.

Schrittweise RaucherentwöhnungSchrittweise Raucherentwöhnung(c) PeterFranz / pixelio.de
Wer von den Zigaretten weg will, sollte sich zuvor ganz bewusst einige Fragen stellen. Allem voran sollte die Frage stehen, ob man tatsächlich selbst das Rauchen aufgeben will und worin die Motivation dafür liegt. Aber auch ganz pragmatische Fragen nach der täglichen Zigarettenmenge, der Dauer für das Rauchen einer Zigarette und der Art der Situation, in der man raucht, sind für den Betroffenen und den Hypnotiseur relevant. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Raucherentwöhnung ist allerdings immer, dass man aus eigener Motivation heraus handelt und nicht, weil andere es sich wünschen.

Arbeit mit dem Unterbewusstsein

Konnten Sie alle Fragen für sich deutlich beantworten, kann die erste Hypnosesitzung in Angriff genommen werden. Bevor es richtig losgeht, findet ein Gespräch mit dem Hypnotiseur statt. Hierbei werden die zuvor genannten Punkte besprochen und ausgewertet, wobei der Hypnosetherapeut den Patienten kennenlernt und die Hypnose daher individuell auf ihn abstimmen kann.
War das Erstgespräch erfolgreich, kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden.

Durch die Hypnose werden Betroffene in einen außergewöhnlich tiefen Entspannungszustand versetzt. Der Hypnotiseur versucht dabei, die im Unterbewusstsein verwurzelten negativen Verhaltensweisen aufzuspüren und in eine andere Richtung zu lenken. Dies geschieht, indem er positive Überzeugungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen im Unterbewusstsein seines Patienten festsetzt. Diese sind dort somit verankert und können dem Betroffenen helfen, durch eine stärkere Selbstkontrolle das Rauchen dauerhaft aufzugeben.  

Erfolgsaussichten für Hypnosetherapie

Rauchfrei nach einer Hypnosesitzung? Ganz so einfach ist es in der Regel nicht. Eine gewünschte Änderung von Verhaltensweisen durch Hypnose herbeizuführen, ist als Prozess zu verstehen, an dem viele Faktoren bezeiligt sind. Üblicherweise werden zum einen mehrere Sitzungen und zu anderem Nichtraucherseminare durchgeführt. Erst das komplette Paket erhöht die Aussicht auf Erfolg. Wie hoch die Erfolgsquote ist, hängt aber auch davon ab, wie gut Patienten auf die Hypnose ansprechen, wie viel Willenskraft sie aufbringen können, wie stark ihre Selbstreflexion ausgeprägt ist und wie stark die Zigarettensucht ist.

Die besten Erfolgsaussichten sind gegeben, wenn unterschiedliche Ansätze zur Raucherentwöhnung miteinander kombiniert werden. Ein Verhaltenstraining durch eine begeleitende Psychotherapie beispielsweise kann die Chance, das Rauchen dauerhaft aufzugeben, deutlich erhöhen.Für den Erfolg spielt es außerdem eine Rolle, wer die Hypnose (und gegebenenfalls die Seminare) durchführt. Daher sollten Sie einen qualifizierten Hypnotherapeuten aufsuchen. Das sind in der Regel approbierte Ärzte oder Psychotherapeuten, die eine Hypnotherapie-Fortbildung absolviert haben.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Hypnotherapien nur in Ausnahmefällen auf Antrag ganz oder anteilig. Daher ist es meistens nötig, den individuellen Fall mit der eigenen Kasse zu besprechen. Ob eine private Krankenversicherung die Kosten für die Raucherentwöhnung durch Hypnose trägt, hängt vom gewählten Tarif des Versicherten ab. Darin ist festgelegt, welche Leistungen die Kasse übernimmt. Andere Methoden zur Raucherentwöhnung tragen die gesetzlichen Kassen ganz oder bezuschussen sie. Dazu gehören beispielsweise Gesundheitskurse zur Tabakentwöhnung.

Weiterführende Artikel:
  • Hilfe durch Psychotherapie: Was zahlt die Krankenkasse?
    Psychische Störungen wie Ängste, Panikattacken oder Depressionen sind weit verbreit. Je nach Lebenssituation und Schwere der Symptome kommt neben medikamentöser Behandlung und stationären Aufenthalten eine ambulante Psychotherapie in Frage.
  • Raucherentwöhnung: Unterstützung von der Krankenkasse
    Die Attraktivität des Rauchens hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Nikotinsucht ist trotzdem weiterhin stark verbreitet. Entsprechend hoch ist das Interesse an Rauchfrei-Programmen. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen auf verschiedene Weise Maßnahmen zur Raucherentwöhnung.
  • Bundeszentrale zum Weltnichtrauchertag: Rauchen erhöht Diabetes-Risiko
    Pro Jahr sterben in Deutschland weit über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Auf diese besorgniserregend hohe Zahl wies die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) aus Anlass des diesjährigen Weltnichtrauchertages 2019 hin.
  • GRÜNE fordern Rauchentwöhnung als Kassenleistung
    Menschen die mit dem Rauchen aufhören möchten, sollen nach dem Willen der GRÜNEN zukünftig die dafür notwendigen Medikamente und Therapien von der Krankenkasse finanziert bekommen. Ausschlaggebend für die Forderung ist unter anderem auch die Corona-Pandemie.
  • Endlich mit dem Rauchen aufhören? Diese Gründe zählen
    Eine aktuelle Studie zeigt Gründe und Motivationen auf, warum Menschen mit dem Rauchen aufhören. Von den teilnehmenden Personen gaben 58 Prozent an, vor allem aus gesundheitlichen Gründen auf einen Nikotinkonsum zu verzichten.

 

 

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