Krebs vorbeugen

HPV-Impfung als Ü30? Warum ich mich dafür entschieden habe

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

HPV-Impfung: Bis wann zahlt die Krankenkasse?HPV-Impfung: Bis wann zahlt die Krankenkasse?generiert mit GPT 5-2
Für die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gelten Altersempfehlungen von neun bis 14 Jahren und sollten bis zum spätestens 18. Geburtstag nachgeholt werden. Manche Krankenkassen zahlen die Kosten auch noch bis einen Tag vor dem 27. Geburtstag. Marie L. (Name von der Redaktion geändert) hat sich erst mit 31 gegen HPV impfen lassen. Im Interview nennt sie Beweggründe und berichtet vom Ablauf der Impfung.
 

2026-03-12T13:38:00+01:00

Im Vorgespräch meinten Sie, dass Sie es bereuen, die Impfung nicht schon im Jugendalter hinter sich gebracht zu haben. Können Sie benennen, warum?

Weil Humane Papillomviren zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern zählen. Und weil HPV auch schon über kleinste Verletzungen in die Haut oder über Schleimhäute eindringen, ist sogar eine Ansteckung über engen Hautkontakt wie beim Petting möglich. Kondome schützen in dem Fall also gar nicht davor. Das war mir früher gar nicht so bewusst. 

Ist eine Impfung im Erwachsenenalter medizinisch überhaupt sinnvoll?

Ja, laut neuer Erkenntnisse ist sie das. Es gibt über 230 verschiede Typen Humaner Papillomviren. Der Großteil der durch HPV verursachten Krebserkrankungen wird aber durch die beiden Hochrisikotypen HPV 16 und 18 verursacht. Eine bestehende HPV-Infektion oder Gewebeveränderungen kann die Impfung zwar nicht aufheben, aber umso weniger sexuelle Kontakte man hatte, desto wahrscheinlicher schützt die Impfung vor den meisten oder sogar allen enthaltenen HPV-Typen. 

"Es gibt tatsächlich auch Krankenkassen, welche die HPV-Impfung
ohne Altersvorgaben übernehmen" 

Wie sind Sie dann vorgegangen, als sie beschlossen haben, die Impfung nachzuholen?

Also erstmal habe ich mit meiner Frauenärztin gesprochen, die mich dann aufgeklärt hat. Da ich schon weit über 18 und auch über 26 bin, kostet die Impfung nämlich ganz schön viel. Insgesamt muss man dann mit circa 500 bis 600 Euro für drei Impfdosen rechnen. 

Und bis 18 beziehungsweise 26 hätten die Krankenkassen die Impfung übernommen?

Ja, genau. Also die meisten Krankenkassen haben spezielle Altersgrenzen, in denen sie die Impfung vollständig tragen. Aber es gibt tatsächlich auch Krankenkassen, welche sie ohne Altersvorgaben übernehmen. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer neuen Krankenkasse war, habe ich vorab recherchiert und mich für eine entschieden, die die Impfung komplett zahlt. 

Wie lief das dann ab? Also haben Sie die Impfung direkt in der Praxis bekommen?

Nachdem meine Frauenärztin mich beraten hat, hat sie mir ein Privatrezept für die Impfung ausgestellt. Mit dem bin ich dann in die Apotheke gegangen, habe mir den Impfstoff aushändigen lassen und das Geld dafür vorgestreckt. Meine Ärztin hat mich damit dann impfen können. Anschließend musste ich sowohl das Rezept, als auch die Rechnung der Behandlung und den Kassenbeleg des Impfstoffes bei meiner Krankenkasse einreichen. Bei meiner Kasse ging das bequem per App und so hatte ich das vorgestreckte Geld auch schnell wieder. 

"Man ist nie zu alt, um sich vor Krebs zu schützen"

Werden gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen denn dann obsolet, wenn Sie geimpft sind?

Nein. Die sind nach wie vor wichtig. Ein Abstrich kann auch nach einer Impfung auffällig sein, deswegen bleiben die Vorsorgeuntersuchungen auf jeden Fall Pflicht. Einmal im Jahr können sich Frauen in Deutschland zwischen 20 und 34 ohnehin kostenfrei untersuchen lassen. 

Was würden Sie Frauen empfehlen, die in einer ähnlichen Lage wie Sie sind - in einem ähnlichen Alter und sich fragend, ob die Impfung noch Sinn macht?

Man ist nie zu alt, sich vor Krebs zu schützen. Mein Tipp ist, sich vorab genau zu informieren, damit man dem Gynäkologen gegebenenfalls erklären kann, warum die Impfung in der individuellen Situation trotzdem Sinn macht. Nach den drei Impfdosen gilt übrigens ein langandauernder Schutz und derzeit braucht es auch keine Auffrischungsimpfung. 

 

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