Prävention: Krankenkassen investieren knapp 700 Millionen Euro
17 Prozent Zuwachs bei KursteilnahmenDer Vorstandschef des GKV-Spitzenverbandes Oliver Blatt betonte das große Engagement der Kranken- und Pflegekassen, verwies jedoch darauf, dass Prävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Bund, Länder und Kommunen müssten insgesamt mehr Verantwortung übernehmen, insbesondere im Hinblick auf anstehende Reformen wie die Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes. Auch der Vorstand beim Medizinischen Dienst Bund Stefan Gronemeyer hob die Bedeutung präventiver Maßnahmen hervor. Angesichts steigender Pflegebedürftigkeit und knapper Ressourcen müssten alle verfügbaren Möglichkeiten genutzt werden, um Einschränkungen der Selbstständigkeit möglichst lange hinauszuzögern.
Prävention für die Jüngsten
Laut Bericht konnten die Krankenkassen 2024 ihre Aktivitäten in Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen erneut ausbauen. Fast 8,9 Millionen Menschen wurden erreicht – ein Plus von 15 Prozent. Etwa die Hälfte der Maßnahmen fand in Kitas und Grundschulen statt. Auch im Bereich der individuellen Gesundheitskurse verzeichneten die Kassen Zuwächse: 1,9 Millionen Versicherte nahmen teil. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Prävention in der Pflege wächst
Zusätzlich investierte die soziale Pflegeversicherung 25 Millionen Euro in Präventionsangebote für stationäre Pflegeeinrichtungen – 25 Prozent mehr als 2023. Die Programme erreichten insgesamt 125.000 pflegebedürftige Menschen, während die Zahl der beteiligten Einrichtungen leicht auf rund 2.600 sank.
Quelle: Ärzteblatt
