PKV-Beihilfe auf dem Prüfstand: Wird die Krankenversicherung für Beamte teurer?
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Schieflagen zwischen Bevölkerungsgruppen verhindern
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) forderte nun, vergleichbare Einschnitte auch auf das Beihilfesystem für Beamte zu übertragen. Hintergrund ist die Sorge vor Ungleichbehandlungen zwischen gesetzlich Versicherten und Beamtenfamilien. Unterstützung erhält der Vorstoß zumindest teilweise aus dem Bundesgesundheitsministerium. Gesundheitsministerin Nina Warken erklärte, man müsse verhindern, dass „Schieflagen zwischen großen Bevölkerungsgruppen“ entstünden.
Bis zu 80 Prozent Beihilfe für Krankenversicherung
Beamte sind in Deutschland meist privat krankenversichert und erhalten Beihilfe von ihrem Dienstherrn. Bund und Länder übernehmen dabei einen Teil der Krankheitskosten, während für die Restkosten eine private Krankenversicherung abgeschlossen wird. Ehepartner mit geringem Einkommen erhalten häufig 70 Prozent Beihilfe, Kinder sogar bis zu 80 Prozent. Ob Angehörige beihilfeberechtigt sind, hängt jedoch von Einkommensgrenzen ab, die sich je nach Bundesland unterscheiden. Die Beihilfe wird im Normalfall für die PKV-Versicherungsprämien gezahlt. In einigen Bundesländern werden aber auch freiwillige gesetzliche Krankenversicherungen von Beamten finanziell unterstützt (Hamburger Modell).
PKV-Kosten könnten drastisch steigen
Eine Abschaffung oder Kürzung der Beihilfe für Ehepartner hätte für Beamtenfamilien finanzielle Folgen. Gerade ältere Angehörige oder Menschen mit Vorerkrankungen müssten dann häufig eine vollständige private Krankenversicherung abschließen – mit wesentlich höheren monatlichen Prämien. Auch Familien mit Kindern würden ungleich stärker belastet. Kritiker warnen daher vor einer finanziellen Überforderung vieler Beamtenfamilien.
Ob es tatsächlich zu einer Reform kommt, bleibt offen. Schon die geplanten Änderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung stoßen parteiübergreifend auf Widerstand. Vor allem der Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern gilt politisch als umstritten.
