Krankenkassen

McKinsey: Gesetzliche Krankenkassen stehen vor tiefgreifendem Umbau

Ubnternehmensberatung empfiehlt Wandel von Verwaltern zu Dienstleistern
veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Bild zum Beitrag McKinsey: Gesetzliche Krankenkassen stehen vor tiefgreifendem Umbau(c) Getty Images / doyota
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stehen nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte. In der aktuellen Studie „GKV-Check-up 2026“ warnen die Autoren vor einer Kombination aus steigenden Kosten, wachsendem Fachkräftemangel, zunehmenden Erwartungen der Versicherten und hohem Reformdruck.

2026-07-02T19:12:00+02:00

Finden Sie die richtige Krankenkasse

Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.

Zum Krankenkassenvergleich

Gleichzeitig sehen sie in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) erhebliche Chancen, das System effizienter zu gestalten.

Geringe Rücklagen - Steigende Ausgaben 

Nach Angaben der Studie sind die Leistungsausgaben je Versichertem zwischen 2022 und 2024 um mehr als fünf Prozent pro Jahr gestiegen. Zugleich erreichte der durchschnittliche Zusatzbeitrag Anfang 2026 mit 2,9 Prozent einen Rekordwert. Viele Krankenkassen verfügten nur noch über geringe finanzielle Reserven.

Eine repräsentative Befragung von rund 3.600 gesetzlich Versicherten zeigt zudem eine wachsende Unzufriedenheit mit Gesundheitspolitik und medizinischer Versorgung. Dennoch bleibt die Wechselbereitschaft gering: Rund 83 Prozent der Befragten haben ihre Krankenkasse in den vergangenen fünf Jahren nicht gewechselt. Preisunterschiede spielen zwar weiterhin eine wichtige Rolle, entscheidend für die Bindung der Versicherten seien jedoch vor allem Servicequalität, persönliche Beratung und attraktive Zusatzleistungen.

Von Verwaltern zu Dienstleistern

McKinsey empfiehlt den Krankenkassen deshalb, neben wettbewerbsfähigen Beiträgen verstärkt in digitale Angebote und Omnikanal-Services zu investieren. Gleichzeitig sollten Prozesse automatisiert und KI stärker eingesetzt werden, etwa bei der Bearbeitung von Leistungsanträgen oder der Rechnungsprüfung. Dadurch ließen sich Bearbeitungszeiten verkürzen und Verwaltungskosten senken. Im Bereich der Hilfsmittelversorgung seien Effizienzsteigerungen von bis zu 30 Prozent möglich.

Darüber hinaus fordert die Studie eine strategische Personalplanung, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Insgesamt müsse sich die gesetzliche Krankenversicherung von einer reinen Verwaltungsorganisation zu einem digitalen, serviceorientierten Gesundheitsdienstleister entwickeln. Nur so könnten die Kassen langfristig wettbewerbsfähig bleiben und die steigenden Erwartungen der Versicherten erfüllen.

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Werbung

Folgen Sie uns bei Google News

Folgen Sie uns auf Google News
Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

16653 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.