Debatte

Kassenleistung Hautkrebsscreening: Widerstand gegen Streichung von Ärzten, Politik und Gesellschaft

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Hautscreening als Kassenleistung Hautscreening als Kassenleistung(c) Getty Images / Albina Gavrilovic
Die regelmäßige Hautkrebsvorsorge als Kassenleistung könnte durch das neue Beitragssatzstabilitätsgesetz eingeschränkt werden. So sieht es der aktuelle Entwurf vor, den die Regierung noch im April beschließen will. Doch es regt sich Widerstand gegen diese Kürzung.     

2026-04-24T17:24:00+02:00

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Die öffentliche Debatte um das gesetzliche Hautkrebsscreening in Deutschland hat sich im April 2026 zugespitzt. Hintergrund ist der Vorschlag der Gesundheits-Finanzkommission, das derzeit alle zwei Jahre für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren vorgesehene Screening (anlasslose Untersuchung) als Kassenleistung zu beschneiden oder ganz auszusetzen. Ziel ist es, damit etwa 240 Millionen Euro jährlich einzusparen. 

Nachdem die FinanzKommission diesen Sparvorschlag brachte, taucht dieser Punkt nun tatsächlich im Referentenentwurf des neuen Gesetzes auf. Die Kommission berief sich auf neueste Studienergebnisse, welche den medizinischen Nutzen der Vorsorgeuntersuchung in Frage stellen. Dagegen wenden sich Hautärzte oder Politiker wie Manuela Schwesig (SPD), die eindringlich vor einer Leistungs- und Versorgungsverschlechterung warnen..

Vorsorgeuntersuchung bewusst „anlassloses“ 

Das gesetzliche Hautkrebsscreening sei ganz bewusst als „anlassloses Screening“ konzipiert, betonte der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen, Dr. med. Ralph von Kiedrowski. Denn wenn bereits ein Anlass, also ein Hautkrebsverdacht, bestehe, sei es für eine echte Früherkennung, insbesondere von Vorstufen (Präcancerosen) bereits schon zu spät. Außerdem beinhaltete das bisherige Hautscreening Elemente der primären Prävention wie zum Beispiel den richtigen Umgang mit UV-Belastung. Das alles gehöre zu Hautkrebsverhinderung

Früherkennung bei Krebs entscheidend

Manuela Schwesig (SPD) Manuela Schwesig (SPD)(c) SPD / Susi Knoll
Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) kritisiert als Politikerin und ehemalige Krebspatientin den Plan von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die regelmäßige Hautkrebsvorsorge zu beschneiden. Das Hautkrebs-Screening zu streichen, sei "völlig falsch«, sagte die Spitzenpolitikerin in der "Bild am Sonntag", denn bei der Bekämpfung von Krebs sei die Früherkennung ganz entscheidend. Die Zahlen für Hautkrebs seien alarmierend."Wir müssen Prävention stärken und nicht schwächen", so Schwesig. Die zuständige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verteidigt die Einschränkung als notwendige Fokussierung, räumt aber die Kritik ein. Es handelt sich um ein umstrittenes Sparpaket, bei dem die Notwendigkeit der Gesundheitsversorgung gegen Einsparungen im GKV-System abgewogen werde.

Petition zur Rettung des Hautkrebsscreening Petition zur Rettung des Hautkrebsscreening


Auch eine Petition auf der Plattform campact! wendet sich gegen die Streichungspläne und ruft dazu auf, das Hautkrebsscreening zu retten. Im Petitionstext krisieren die Aktivisten, dass der Pharmaindustrie im Gesetz freie Fahrt für höhere Arzneimittelpreise gegeben werde, während Gesundheitsleistungen wie das Hautkrebsscreening dafür abgeschafft werden sollen. So sollen die sogenannten „Leitplanken” als Obergrenzen in der Preisbildung für Arzneimittel abgeschafft werden. Auch der Kombinationsabschlag stehe auf der Streichliste der Regierung. Dieser sieht bislang vor dass die Hersteller dann 20 Prozent Rabatt bei Wirkstoffen gewähren müssen, die im Zuge einer Therapie gleichzeitig eingesetzt werden. Bislang haben den Aufruf knapp 300.000 Menschen unterzeichnet. 

 

 

 

 

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