Kassenleistung Hautkrebsscreening: Widerstand gegen Streichung von Ärzten, Politik und Gesellschaft
Finden Sie die richtige Krankenkasse
Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.
Die öffentliche Debatte um das gesetzliche Hautkrebsscreening in Deutschland hat sich im April 2026 zugespitzt. Hintergrund ist der Vorschlag der Gesundheits-Finanzkommission, das derzeit alle zwei Jahre für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren vorgesehene Screening (anlasslose Untersuchung) als Kassenleistung zu beschneiden oder ganz auszusetzen. Ziel ist es, damit etwa 240 Millionen Euro jährlich einzusparen.
Nachdem die FinanzKommission diesen Sparvorschlag brachte, taucht dieser Punkt nun tatsächlich im Referentenentwurf des neuen Gesetzes auf. Die Kommission berief sich auf neueste Studienergebnisse, welche den medizinischen Nutzen der Vorsorgeuntersuchung in Frage stellen. Dagegen wenden sich Hautärzte oder Politiker wie Manuela Schwesig (SPD), die eindringlich vor einer Leistungs- und Versorgungsverschlechterung warnen..
Vorsorgeuntersuchung bewusst „anlassloses“
Das gesetzliche Hautkrebsscreening sei ganz bewusst als „anlassloses Screening“ konzipiert, betonte der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen, Dr. med. Ralph von Kiedrowski. Denn wenn bereits ein Anlass, also ein Hautkrebsverdacht, bestehe, sei es für eine echte Früherkennung, insbesondere von Vorstufen (Präcancerosen) bereits schon zu spät. Außerdem beinhaltete das bisherige Hautscreening Elemente der primären Prävention wie zum Beispiel den richtigen Umgang mit UV-Belastung. Das alles gehöre zu Hautkrebsverhinderung.
Früherkennung bei Krebs entscheidend
Manuela Schwesig (SPD)(c) SPD / Susi Knoll
Petition zur Rettung des Hautkrebsscreening
Auch eine Petition auf der Plattform campact! wendet sich gegen die Streichungspläne und ruft dazu auf, das Hautkrebsscreening zu retten. Im Petitionstext krisieren die Aktivisten, dass der Pharmaindustrie im Gesetz freie Fahrt für höhere Arzneimittelpreise gegeben werde, während Gesundheitsleistungen wie das Hautkrebsscreening dafür abgeschafft werden sollen. So sollen die sogenannten „Leitplanken” als Obergrenzen in der Preisbildung für Arzneimittel abgeschafft werden. Auch der Kombinationsabschlag stehe auf der Streichliste der Regierung. Dieser sieht bislang vor dass die Hersteller dann 20 Prozent Rabatt bei Wirkstoffen gewähren müssen, die im Zuge einer Therapie gleichzeitig eingesetzt werden. Bislang haben den Aufruf knapp 300.000 Menschen unterzeichnet.
