Quo vadis Facharzttermine? Kassenärzte gegen Kürzungen in der ambulanten Versorgung
Deutliche Warnung von KBV-Chef GassenFinden Sie die richtige Krankenkasse
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KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen machte deutlich, dass solche Kürzungen unmittelbare Folgen für Patientinnen und Patienten hätten: „Zehn Prozent weniger Geld sind zehn Prozent weniger Leistungen.“ Bereits heute würden zahlreiche Untersuchungen und Behandlungen nicht vergütet, sodass zusätzliche Einsparungen zwangsläufig zu weniger Terminen und eingeschränkter Versorgung führen würden.
Weniger Leistungen in den Arztpraxen?
Besonders kritisch bewertet die KBV den geplanten Wegfall der Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes. Dadurch könnten Millionen zusätzlicher Arzttermine entfallen. Schon jetzt würden über 40 Millionen fachärztliche Termine nicht bezahlt. Sollten die Finanzmittel weiter sinken, müssten Praxen ihre Leistungen entsprechend anpassen. Auch die Wiedereinführung der Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen könnte nach Einschätzung des KBV-Vorstands gravierende Folgen haben. Mehr Psychotherapien würden dann zulasten fachärztlicher Leistungen gehen, während gleichzeitig der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung weiter steige.
Darüber hinaus sieht die Finanzkommission die Streichung verschiedener Zuschläge vor, darunter Förderpauschalen für die fachärztliche Grundversorgung, Hygienezuschläge sowie Zuschläge für Kurzzeittherapien und die Beratung zur Organspende. Auch einzelne Leistungen sollen eingeschränkt werden, etwa beim Hautkrebsscreening oder bei Laboruntersuchungen im Gesundheits-Check-up. Zudem wird eine verpflichtende Zweitmeinung vor planbaren Operationen vorgeschlagen.
Welche Konsequenzen hätte eine Kürzung von zehn Prozent in der ambulanten ärztlichen Versorgung?generiert mit GPT 5-2
Mehreinnahmen sollen in die Gesundheitsversorgung fließen
Die KBV warnt, dass der Wegfall dieser Instrumente massive Auswirkungen auf die ambulante Versorgung hätte. In den Praxen würden 97 Prozent der medizinischen Leistungen erbracht – bei lediglich 16 Prozent der GKV-Gesamtausgaben. Gleichzeitig begrüßt der KBV-Vorstand Vorschläge der Kommission, Mehreinnahmen etwa durch Steuerfinanzierung der Bürgergeldbeiträge sowie höhere Abgaben auf Alkohol, Tabak und zuckerhaltige Getränke zu erzielen. Diese Mittel müssten jedoch vollständig in das Gesundheitswesen fließen.
