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Medikamente

FDP: Kassen sollen Abnehmspritzen gegen Übergewicht bezahlen

veröffentlicht am 08.04.2024 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Bezahlen Krankenkassen bald Abnehmspritzen? Bezahlen Krankenkassen bald Abnehmspritzen?(c) Getty Images / dimid_86
Abnehmspritzen sind ein starker Trend aus Übersee und auch hierzulande im Kommen. Bislang müssen adipöse Menschen die auf Medikamente zum Abnehmen setzen, diese aus eigener Tasche bezahlen. Die FDP will dies nun ändern - allerdings noch ohne Zustimmung innerhalb der Ampel. 

2024-04-08T12:45:00+00:00
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"Abnehmspritzen" sollten nach Ansicht des FDP-Gesundheitspolitikers Andrew Ullmann nicht als ein „Lifestyle-Medikament betrachtet werden“, sondern „als Teil eines umfassenden Ansatzes zur Behandlung schwerer Adipositas und zur Verhinderung ihrer Folgeerkrankungen". Gegenüber dem „Handelsblatt“ forderte der gesundheitspolitische Sprecher seiner Fraktion im Bundestag, dass so genannte Abnehmspritzen von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden soltlen.

Derartige Medikamente könnten eine "sinnvolle Ergänzung zur modularen ärztlichen Therapie" sein, so Ullmann. Wenn die Sicherheit und Wirkung der Mittel belegt seien, könnten sie auch im Rahmen ärztlicher Behandlungen verschrieben werden. Durch eine politische Entscheidung könne man in diesem Fall dafür sorgen, dass medizinische Innovationen bei nachgewiesener medizinisch-wissenschaftlicher Evidenz schnell bei den betroffenen Patienten ankommen.

Gegenwind vom Koalitionspartner SPD

Die Koalitionspartner in der Ampel sehen das anders. So äußerte die gesundheitspolitische Sprechein der SPD-Fraktion, Heike Baehrens, dass Appetitzügler und Abmagerungsmedikamente „aus gutem Grund“ von der Kassenerstattung ausgeschlossen seien. Die Solidargemeinschaft der Versicherten müsse sich darauf verlassen können, „dass mit ihren Beiträgen sparsam umgegangen“ werde und medizinisch notwendige Leistungen bezahlt würden. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation der GKV sei es schwer vorstellbar, aktuell an den gesetzlichen Regelungen etwas zu verändern.

Abnehmmittel boomen - auch als Geschäft 

Parallel berichtete das Handelsblatt über den Baubeginn für ein neues Arzneimittelwerk des US-Pharmakonzerns Eli Lilly in Deutschland. Am Standort Alzey, wo das Werk entsteht, soll demnach das Abnehmmedikament Mounjaro produziert werden. Der Konzern ist mit einem Börsenwert von mehr als 700 Milliarden Dollar einer der Marktführer des Boom-Segmentes Abnehmmedikamente. Bereits zugelassen für eine ärztliche Verordnung ist seit Juli 2023 das Abnehmmedikament Wegovy. Dieses zählt ebenfalls zu den so genannten "Abnehmspritzen". 

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