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Krankschreibungen

DAK meldet für 2021 gesunkenen Krankenstand: Weniger Erkältungen, dafür mehr Depression

Fehlzeitenanalyse 2021 zeigt Verschiebungen bei Diagnosen
veröffentlicht am 03.02.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Zahl der Krankschreibungen 2021 leicht gesunkenZahl der Krankschreibungen 2021 leicht gesunken(c) Tim Reckmann / pixelio.de
Das zweite Jahr der Corona-Pandemie brachte laut einer Studie der DAK-Gesundheit einen neuen Höchststand bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. Insgesamt war laut DAK aber ein Sinken der krankheitsbedingten Ausfälle zu verzeichnen gewesen.

2022-02-03T13:47:00+01:00
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Mehrheit blieb 2021 ohne Krankschreibung

Im Jahr 2021 habe der durchschnittliche Krankenstand mit 4,0 Prozent knapp unter dem Vorjahresniveau gelegen. Leichte Atemwegserkrankungen hätten daran laut DAK-Gesundheit ein Drittel weniger Anteil gehabt als noch 2019. Dafür habe es wesentlich mehr Fehltage wegen Depression  gegeben. Insgesamt jedoch kam die Mehrheit von 57,3 Prozent kam sogar gänzlich ohne eine Krankschreibung durch das zweite Corona-Jahr.

Bislang sei der Krankenstand in der Pandemie insgesamt aber nicht gestiegen, sagte Vorstand Andreas Storm bei der Vorstellung der neuen DAK-Fehlzeitenanalyse. Die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Epidemie hättet gewirkt und Übertragungen weiterer Krankheiten verhindert. Allerdings seien die steigenden Fehlzeiten bei den psychischen Erkrankungen “alarmierend“.

Depression sorgte für längere Ausfälle

Auf 100 DAK-Versicherte fielen im vergangenen Jahr 276 Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, 108 davon allein auf Grund von Depression. Das sei ein neuer Höchststand. „In der Corona-Pandemie fühlen sich viele Menschen gestresst und stehen unter Anspannung. Das führt offensichtlich zu einer Zunahme von Fehltagen wegen Rückenschmerzen und bestimmten psychischen Diagnosen“, kommentierte der DAK-Chef.

Besorgniserregend sei, dass bei vielen Menschen mit Depression die Erkrankung in der Pandemie langwieriger werde. Wer von den statistisch betrachteten 2,4 Millionen DAK-Versicherten mit der Diagnose Depression krankgeschrieben wurde, fiel im Schnitt für 61 Tage am Arbeitsplatz aus. Das sei auch ein Signal an die  Arbeitgeber, die sich auf Strukturveränderungen beim Krankenstand einstellen müssten.


Anteile am Krankenstand laut DAK Fehlzeitenanalyse:

2020

1. Muskel-Skelett-System (22,1 %)
2. Psychische Erkrankungen (17,6 %)
3. Atmungssystem (14,2 %)
4. Verletzungen u. Vergiftungen (11,6 %)
5. Verdauungssystem (4,7 %)
6. Unspezifische Symptome (4,4 %)
7. Neubildungen (4,4 %)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,4 %)
9. Infektionen (4,3 %)
10. Kreislaufsystem (4,0 %)

2021

1. Muskel-Skelett-System (23,2 %)
2. Psychische Erkrankungen (19,0 %)
3. Verletzungen u. Vergiftungen (12,4 %)
4. Atmungssystem (10,1 %)
5. Unspezifische Symptome (4,9 %)
6. Verdauungssystem (4,6 %)
7. Neubildungen (4,5 %)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,4 %)
9. Kreislaufsystem (4,1 %)
10. Infektionen (3,5 %)

 

DAK Fehlzeitenanalyse 2021

 

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