Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung? Bas feuert alte Debatte an
Finden Sie die richtige Krankenkasse
Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.
Der Staat müsse bei einem gemeinsamen Topf dann "nicht so viel zuzahlen", so die SPD-Spitzenpolitikerin auf der traditionellen Veranstaltung der Zeitung "Rheinische Post". Angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden finanziellen Belastungen für die Sozialversicherungen sei eine breitere Finanzierungsbasis notwendig. Neben der Gesetzlichen Kranklenversicherung steht auch die gesetzliche Rentenversicherung unter hohem finanziellen Druck, weil immer weniger Erwerbstätige für eine steigende Zahl von Rentnerinnen und Rentnern aufkommen müssen.
Mit ihrem politischen Vorstoß schließt Bas an eine bereits seit längerem laufende Debatte an. Seit Jahren wird darüber gestritten, ob das deutsche System mit seiner Trennung zwischen gesetzlicher und privater Absicherung noch zeitgemäß ist. Befürworter einer stärkeren Einbeziehung von Beamten in die gesetzlichen Systeme – etwa in der Renten- oder Krankenversicherung – verweisen auf das Prinzip der Solidarität. Wenn mehr Menschen in die gemeinsamen Kassen einzahlen, könne dies die Finanzierung stabilisieren und die Lasten gerechter verteilen. Kritiker halten dagegen, dass Beamte bereits über ein eigenes Versorgungssystem verfügen und ihre Besoldung sowie Altersversorgung anders ausgestaltet sind als bei Arbeitnehmern. Eine Umstellung würde erhebliche rechtliche, organisatorische und finanzielle Fragen aufwerfen. Zudem wird bezweifelt, dass eine Einbeziehung von Beamten allein die strukturellen Probleme der Sozialversicherungen lösen könnte.
Die SPD trat bereits über mehrere Legislaturperioden hinweg für ein Modell einer Bürgerversicherung ein, in welche neben Arbeitnehmern auch Beamte, Selbstständige und weitere Bevölkerungsgruppen einzahlen würden. Zu einer politischen Umsetzung ist es aber unter den bislang entstandenen Regierungskoalitionen trotz SPD-Beteiligung nie gekommen.
Mit ihrem aktuellen Vorstoß hat Bärbel Bas diese grundlegende Auseinandersetzung erneut auf die politische Agenda gesetzt. Ob daraus konkrete Reformen entstehen, dürfte maßgeblich von den Mehrheitsverhältnissen und den Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung abhängen.
