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Fett weg mit Kälte: Was kann Kryolipolyse wirklich?

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Fettentfernung mit KryolipolyseFettentfernung mit Kryolipolyse(c) Getty Images / dpVUE.images
Kryolipolyse verspricht eine Behandlung gegen hartnäckige Fettpolster – ganz ohne Operation. Dabei werden Fettzellen gezielt heruntergekühlt. Doch aus dem „Fett-Wegfrieren“ wird nicht automatisch eine schlankere Figur. Wie die Methode funktioniert, für wen sie geeignet ist und welche Risiken bestehen.

2026-08-27T16:17:00+00:00

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Ein kleiner Bauchansatz, Fettpolster an den Hüften oder störende Pölsterchen an den Oberschenkeln: Wer trotz Sport und ausgewogener Ernährung mit bestimmten Körperstellen unzufrieden ist, stößt schnell auf ein Verfahren mit ungewöhnlichem Wirkprinzip: Kryolipolyse. Umgangssprachlich wird die Methode auch als „Fett weg mit Kälte“ oder „Fat Freezing“ bezeichnet. Das Prinzip klingt zunächst einfach: Fettzellen sollen empfindlicher auf Kälte reagieren als das umliegende Gewebe. Bei einer Behandlung wird das betreffende Haut- und Fettgewebe mit einem speziellen Applikator kontrolliert gekühlt. Ziel ist es, Fettzellen zu schädigen, die der Körper anschließend nach und nach abbauen soll. Die Behandlung kommt ohne Schnitte und damit ohne klassische Operation aus.

Keine Methode zum Abnehmen

Ein wichtiger Unterschied wird bei der Werbung für die Methode allerdings leicht übersehen: Kryolipolyse ist keine klassische Gewichtsabnahmebehandlung. Sie zielt vielmehr auf eine lokale Reduktion von Unterhautfettgewebe. Geeignet sein können deshalb vor allem Menschen, die grundsätzlich mit ihrem Körpergewicht zufrieden sind, aber einzelne kleinere Fettpolster als störend empfinden. Wer deutlich übergewichtig ist und sein Körpergewicht reduzieren möchte, sollte von einer Kryolipolyse keine vergleichbare Wirkung wie von einer Gewichtsreduktion durch Ernährung, Bewegung oder einer medizinischen Adipositastherapie erwarten.

So funktioniert die Behandlung

Vor der Behandlung wird die betreffende Körperregion untersucht und markiert. Ein Applikator wird auf die Haut gesetzt und zieht das Gewebe teilweise durch Vakuum in das Gerät. Anschließend wird das Fettgewebe kontrolliert gekühlt. Die Behandlung kann je nach Gerät und Körperregion längere Zeit dauern. Währenddessen können zunächst ein starkes Kältegefühl, Ziehen, Druck oder ein unangenehmes Gefühl entstehen. Nach einiger Zeit lässt die Kälteempfindung häufig nach. Die behandelte Region kann anschließend gerötet, geschwollen oder empfindlich sein. Auch Blutergüsse und vorübergehende Taubheitsgefühle sind möglich. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA nennt unter anderem Rötungen, Schwellungen, Schmerzen, Blutergüsse und Veränderungen der Hautfarbe als mögliche Nebenwirkungen.

Das Ergebnis kommt nicht sofort

Wer nach einer Behandlung auf einen unmittelbar flacheren Bauch wartet, wird enttäuscht. Die Wirkung entsteht schrittweise. Die behandelten Fettzellen werden nicht einfach während der Sitzung „weggeschmolzen“. Vielmehr soll der Körper die geschädigten Fettzellen anschließend nach und nach abbauen. Deshalb kann es Wochen bis Monate dauern, bis das endgültige Ergebnis sichtbar wird. Wie deutlich die Veränderung ausfällt, hängt unter anderem von der behandelten Körperregion, der Ausgangssituation und dem verwendeten Gerät ab. Auch mehrere Behandlungen können notwendig sein.

Was passiert mit den Fettzellen?

Das Besondere an der Kryolipolyse ist, dass nicht einfach Fett „verbrannt“ wird. Die kontrollierte Kälteeinwirkung soll einen Prozess auslösen, durch den Fettzellen geschädigt werden. Das behandelte Gewebe wird anschließend vom Körper abgebaut. Klinische Daten, die der FDA bei der Bewertung entsprechender Geräte vorlagen, zeigten eine messbare Verringerung der Dicke der behandelten Fettschicht. Die Ergebnisse beziehen sich allerdings auf die jeweils untersuchten Geräte und Anwendungen und lassen sich nicht automatisch auf jede angebotene Behandlung übertragen.

Nebenwirkungen: Meist vorübergehend – aber nicht immer

Kryolipolyse gilt als nichtinvasives Verfahren, ist aber keineswegs völlig risikofrei. Häufig sind vorübergehende Beschwerden wie Rötungen, Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzen oder Taubheitsgefühle. Ein Taubheitsgefühl kann in manchen Fällen über mehrere Wochen bestehen bleiben. Auch Kälteschäden der Haut sind möglich. Bei unsachgemäßer Anwendung können sogar stärkere Verbrennungen beziehungsweise Erfrierungsverletzungen auftreten. Besonders aufmerksam sollte man bei einer seltenen Komplikation sein: der paradoxen adipösen Hyperplasie (PAH). Dabei wird das Fettgewebe im behandelten Bereich nicht kleiner, sondern wächst und verhärtet sich. Charakteristisch kann eine deutlich sichtbare, feste Wölbung sein, die der Form des Behandlungskopfes entspricht. Nach Angaben der FDA kann diese Komplikation erst zwei bis fünf Monate nach der Behandlung auftreten. Sie bildet sich nicht unbedingt von selbst zurück und kann einen operativen Eingriff erforderlich machen.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Nicht jede Person ist für eine Kryolipolyse geeignet. Vor einer Behandlung sollte deshalb eine fachkundige Untersuchung und Beratung erfolgen. Besondere Vorsicht ist beispielsweise bei bestehenden Hernien oder strukturell geschwächten Bereichen der Bauchwand geboten. Die FDA weist darauf hin, dass eine Behandlung in der Nähe solcher Schwachstellen vermieden werden sollte.

Auch die individuelle medizinische Vorgeschichte, Hautbeschaffenheit und die geplante Körperregion sollten berücksichtigt werden. Eine seriöse Praxis sollte deshalb nicht einfach eine Behandlung verkaufen, sondern zunächst prüfen, ob das Verfahren im konkreten Fall sinnvoll und vertretbar ist.

Kryolipolyse oder Fettabsaugung?

Kryolipolyse und Fettabsaugung verfolgen zwar ein ähnliches Ziel, sind aber grundverschiedene Verfahren. Bei der Fettabsaugung wird Fettgewebe operativ entfernt. Kryolipolyse kommt dagegen ohne Schnitt und ohne Absaugung aus. Dafür ist die Veränderung durch die Kältebehandlung in der Regel wesentlich subtiler und nicht mit einer chirurgischen Fettentfernung gleichzusetzen. Die Entscheidung sollte daher nicht allein vom Preis oder vom Versprechen einer schnellen Körperformung abhängig gemacht werden.

Was kostet „Fett weg mit Kälte“?

Die Kosten einer Kryolipolyse werden in Deutschland in der Regel privat berechnet. Sie hängen unter anderem von Körperregion, Gerät, Anzahl der Behandlungsareale und Zahl der Sitzungen ab. Eine pauschale Preisangabe ist deshalb kaum möglich. Entscheidend ist zudem, ob der angebotene Preis tatsächlich alle Leistungen umfasst – etwa Beratung, Untersuchung und Nachkontrolle. Eine Kassenleistung zur kosmetischen Reduktion kleiner Fettpolster ist die Kryolipolyse grundsätzlich nicht. Wer die Behandlung aus ästhetischen Gründen durchführen lässt, muss daher normalerweise selbst dafür bezahlen.

Interessante Methode, aber kein Wundermittel

Kryolipolyse kann eine Möglichkeit sein, kleinere, lokal begrenzte Fettpolster ohne Operation zu reduzieren. Das Verfahren hat einen nachvollziehbaren biologischen Ansatz und kann zu sichtbaren Veränderungen der behandelten Körperregion führen. Das „Fett-Wegfrieren“ sollte jedoch nicht mit einer Diät oder einer medizinischen Behandlung von Übergewicht verwechselt werden. Es geht um Körperformung, nicht um eine umfassende Gewichtsabnahme.

Wer sich für die Methode interessiert, sollte zudem nicht nur nach möglichst niedrigen Preisen suchen. Eine qualifizierte Beratung, ein geeignetes medizinisches Gerät, eine korrekte Anwendung und eine realistische Einschätzung des zu erwartenden Ergebnisses sind entscheidend. Denn auch ein nichtoperatives Verfahren kann Nebenwirkungen haben – und in seltenen Fällen sogar eine weitere Behandlung notwendig machen. Kurz gesagt: Kryolipolyse kann Fettpolster reduzieren – aber sie kann weder eine gesunde Lebensweise ersetzen noch garantieren, dass die gewünschte Körperform erreicht wird.

 

 

 

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