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Sporttherapie - aktive Bewegung als wirksames Heilmittel

veröffentlicht am 21.09.2023 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Sporttherapie nach Unfall Sporttherapie nach Unfall(c) Canva.com
Sport gilt allgemein als gesundheitsfördernd und ist daher zentraler Bestandteil von Prävention. Im Rahmen einer Sporttherapie wird sportliches Training aber auch gezielt als Heilmittel eingesetzt.

2023-09-21T16:11:00+00:00
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Bei einer Sporttherapie handelt es sich um ein ärztlich abgestimmtes und überwachtes Training nach einem zuvor aufgrund medizinischer Diagnostik aufgesetzten Trainingsplan. Zum Einsatz kommt Sporttherapie beispielsweise in Unfallkliniken oder Reha-Einrichtungen, in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken, bei der Suchtentwöhnung oder im onkologischen Bereich. Mittlerweile gilt Sporttherapie in bestimmten medizinischen Feldern als ebenso wirksam wie eine Psychotherapie oder medikamentöse Behandlungen.

Wer bekommt Sporttherapie?

Sporttherapie wird vielfach eingesetzt bei

  • Unfallpatienten z.B. nach Rückenmarksverletzung
  • Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
  • Patienten mit Diabetes
  • Patienten mit Depression oder Suchtkrankheiten
  • Krebspatienten
  • Demenzpatienten

Wirksam auf mehreren Ebenen 

Sporttherapie verfolgt einen mehrdimensionalen Ansatz, weil sie auf verschiedenen Ebenen wirksam ist. So verbessert sie rein funktionell die körperliche Beweglichkeit, unterstützt die Vertiefung der Atmung, kräftigt die Muskulatur und stärkt das Immunsystem. Sporttherapie hat aber auch starke psychosoziale Effekte, etwa durch die nachgewiesene Verbesserung der Selbstwahrnehmung oder die Förderung sozialer Interaktion und Integration. Weiterhin wird Sporttherapie eine pädagogische Wirkung bescheinigt, etwa durch Lerneffekte bei der Bewältigung von Herausforderungen und selbstgesteckten Zielen. Bei der Entwicklung von sporttherapeutischen Therapiekonzepten fließen Erkenntnisse aus Sportwissenschaft und Sportmedizin ein. Der jeweilige Therapieverlauf wird mit verschiedenen Testverfahren überwacht und protokolliert.

Sporttherapie als Reha: Medizinische Trainingstherapie

Im Reha-Bereich kommt Sporttherapie als medizinische Trainingstherapie (MTT) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um gerätegestütztes Training mit dem Ziel, die körperliche Leistungsfähigkeit und Koordinationsfähigkeit zu steigern. Bewegung ist dabei das zentrale Therapiemittel. Zum Einsatz kommen etwa Krafttraining,  Ausdauertraining oder Therapeutisches Schwimmen (Aquatraining). Bei Patienten mit einer Rückenmarksverletzung wird Sporttherapie in Form von Rollstuhltraining eingesetzt. Nachdem die Patienten zunächst erlernen, den Rollstuhl sicher zu beherrschen, werden aufbauend Sportarten wie Basketball, Bogenschießen oder Tischtennis im Rollstuhl trainiert.

Kostenübernahme für Sporttherapie

Nachdem eine Sporttherapie vom behandelnden Arzt als Heilmittel verordnet wurde, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Die Patienten leisten die festgelegte Zuzahlung von 10 Prozent Eigenanteil für die sporttherapeutischen Trainingssitzungen. Pro Woche finden je nach Verordnung und Angebot mehrere Sitzungen beziehungsweise Trainingseinheiten statt.

Berufsbild Sporttherapeut

Wer Sporttherapeut werden möchte, kann verschiedene Ausbildungswege nutzen. Neben berufsbegleitenden Ausbildungen oder Aufbaustudiengängen wird auch ein grundständiger Bachelor-Studiengang angeboten. Weil die Berufsbezeichnung 'Sporttherapeut' nicht geschützt ist, existieren auf dem Markt aber auch Schnellkurse für Menschen mit bestimmten Ausgangsberufen wie Physiotherapeut, Gesundheitscoach,  Heil- und Rehabilitationspädagoge,  medizinischer Masseur, Fitnesstrainer oder Yogalehrer.

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