Barrieremethode Verhütungsschwamm

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

VerhütungsschwammVerhütungsschwamm
Der Verhütungsschwamm ist ein weiches, rundes Kissen, das meist aus Polyurethanschaum besteht und mit einem Spermien abtötenden Mittel (Spermizid, in der Regel Nonoxynol-9) durchtränkt ist. Er gehört zu den chemisch-mechanischen Barrieremethoden und wird vor dem Geschlechtsverkehr tief in die Vagina eingeführt, wo er sich vor den Muttermund legt. 

2022-09-04T18:37:00+00:00

Finden Sie die richtige Krankenkasse

Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.

Zum Krankenkassenvergleich

Anwendung des Verhütungsschwamms

Für eine sichere Wirkung muss die korrekte Anwendung streng nach Produktanleitung erfolgen. Vor dem Einführen wird der Schwamm mit sauberem Wasser angefeuchtet und leicht ausgedrückt, um das Spermizid zu aktivieren. Anschließend wird er tief in die Scheide geschoben, bis er den Muttermund vollständig bedeckt. Nach dem Geschlechtsverkehr muss der Verhütungsschwamm zwingend noch mindestens 6 Stunden in der Vagina verbleiben, um alle Spermien abzutöten. Er darf jedoch eine maximale Tragedauer von 24 bis 30 Stunden (je nach Hersteller) nicht überschreiten, um das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms (TSS) oder bakterieller Infektionen zu minimieren. Ein am Schwamm befestigtes Rückholbändchen oder eine Griffmulde erleichtert das spätere Entfernen. Er ist ein Einwegprodukt und wird nach dem Gebrauch im Hausmüll entsorgt.

Sicherheit der Methode

Aktuelle gynäkologische Daten (Stand 2026) weisen auf eine stark begrenzte Verhütungssicherheit hin, die maßgeblich davon abhängt, ob eine Frau bereits entbunden hat. Bei Frauen, die noch nie geboren haben, liegt der Pearl-Index bei etwa 9 bis 16. Bei Frauen, die bereits vaginal entbunden haben, ist der Schutz noch deutlich geringer: Hier liegt der Pearl-Index bei 20 bis 32, da der Muttermund durch die Geburt leicht verändert ist und der Schwamm oft nicht mehr optimal abdichtet. Damit ist der Verhütungsschwamm erheblich unsicherer als Kondome, die Pille oder eine Spirale.

Ein kritischer Aspekt ist die fehlende Infektionsprävention. Der Verhütungsschwamm bietet keinerlei Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie HIV, Chlamydien, Gonorrhoe oder Syphilis. Im Gegenteil warnen medizinische Leitlinien davor, dass eine häufige Anwendung des enthaltenen Spermizids (Nonoxynol-9) die empfindliche Vaginalschleimhaut reizen und Mikroverletzungen verursachen kann. Dies kann das Risiko einer Ansteckung mit STI sogar erhöhen. Zur Vermeidung von Infektionen ist insbesondere bei wechselnden Geschlechtspartnern die zusätzliche Verwendung eines Kondoms zwingend erforderlich.

Vorteile, Nachteile und Kosten

Vorteile

  • Er greift nicht in den Hormonhaushalt ein
  • Während des Geschlechtsverkehrs ist er kaum zu spüren oder wird als nicht unangenehm beschrieben
  • Er kann bedarfsorientiert angewendet werden
  • Auch stillende Frauen können den Schwamm nutzen

Nachteile

  • Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Der Schwamm darf frühestens nach sechs Stunden aus der Scheide gezogen werden
  • Für Frauen, die erst kürzlich entbunden haben, ist er unter Umständen nicht geeignet
  • Das Einführen und Entfernen erfordert Übung

Kosten

Auf dem deutschen Markt ist der Verhütungsschwamm heutzutage nur noch schwer erhältlich, da viele Apotheken und Drogerien ihn mangels Nachfrage aus dem regulären Sortiment genommen haben. Die Beschaffung erfolgt meist über internationale Online-Apotheken oder spezialisierte Versandhändler. Die Kosten belaufen sich auf etwa 10 bis 15 Euro für eine Packung mit drei Schwämmen. Bei regelmäßiger Anwendung ist diese Methode somit vergleichsweise kostenintensiv. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen erfolgt nicht, weshalb Nutzerinnen die Ausgaben komplett selbst tragen müssen.

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

16976 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.