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Medikamente

Lieferengpässe – Welche Medikamente knapp werden

veröffentlicht am 15.11.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Schmerzmittel und Fiebersaft sind in der Apotheke knapp Schmerzmittel und Fiebersaft sind in der Apotheke knapp(c) Dreimirk / Pixelio.de
Fiebersäfte und Schmerztabletten, Antibiotika und Blutdrucksenker – immer öfter müssen sich  Apothekenkunden, die ein Rezept einlösen möchten, mit einem „leider nicht vorrätig“ abfinden. Wer Glück hat bekommt sein verschriebenes Mittel immerhin noch in einer anderen Darreichungsform als vom Arzt festgelegt. Die Lieferengpässe betreffen mehr als 300 Medikamente.

2022-11-15T16:46:00+01:00
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Apothekenkunden gehen wegen der Lieferengpässe häufig leer aus Apothekenkunden gehen wegen der Lieferengpässe häufig leer aus(c) getty Images / Panama7
Fast schon pünktlich auf die Minute kam die jährliche Herbsterkältung und sorgte dafür, dass Ute K.(46) mit einer Angina das Bett hüten muss. Als Ehemann Martin N. (47) das von der Hausärztin verschriebene Antibiotoikum abholen möchte, geht es ihm wie vielen tausend anderen in diesen Wochen und Monaten. Der Computer hinter dem Apothekenschalter meldete, dass das Medikament momentan weder vorrätig noch lieferbar sei. Lediglich ein wirkstoffgleiches Kinderantibiotikum mit einer kleineren Wirkstoffkonzentration könne für dieses Rezept ausgehändigt werden – mit einer von Hand berechneten höheren Dosierung, welche derjenigen für Erwachsene entspricht. Immerhin. Nun nimmt Ute K. eben ein Antibiotikum welches auf die Körper von Kindern entwickelt und hergestellt wurde.    

Probleme mit mehreren Ursachen

So viel Glück haben nicht alle. Wer beispielsweise für seine Kinder derzeit eine gewöhnliche Flasche „Fiebersaft“ in der Apotheke abholen will, geht meist leer aus. Ähnliches gilt für weitere Schmerzmittel oder Tabletten gegen Bluthochdruck bis hin zu bestimmten Krebsmedikamenten. Auch in Onlineapotheken sind die fehlenden Mittel in den meisten Fällen nicht ohne Weiteres zu haben. Apothekerverbände melden, dass ausgerechnet viele Medikamente knapp sind, die oft verschrieben und häufig gekauft werden. Die Ursachen dafür sind komplex: Weil viele Hersteller ihre Produktion nach Fernost ausgelagert haben und wegen der strengen Corona-Auflagen viele Container in Häfen liegenbleiben, sinken die heimischen Lagerbestände im Apothekengroßhandel. Neben diesen logistischen Problemen gibt es aber auch Probleme bei der Verteilung der Liefermengen zwischen verschiedenen Abnehmerländern. Und im Falle des Wirkstoffs Paracetamol sorgt das Produktions-Aus eines Herstellers für Mangel beim Angebot.   

Diese Medikamente fehlen in der Apotheke:

 

  • Antibiotika
  • bestimmte Augentropfen
  • Asthmaspray
  • Blutdrucksenkende Mittel
  • Diabetes-Medikamente ( bestimmte Insuline sowie Blutzuckerspiegel - Senker)
  • Neuroleptika

 

Beratung wegen Lieferengpässen ist in der Apotheke essenziell Beratung wegen Lieferengpässen ist in der Apotheke essenziell(c) getty Images / Horsche
Schon im Sommer machten die bayerischen Kinder-und Jugendärzte auf die Engpässe bei Fieber- und Schmersaft aufmerksam. Zwar könnten Apotheken manche Arzneien wie die begehrten Ibuprofen-Säfte auch aus eigener Herstellung anbieten. Das aber können sich nicht alle Menschen leisten, weil diese dann wegen des hohen Aufwands ungleich teurer werden. Die Kapazitäten in den Apotheken werden aber bereits durch den erhöhten Zeitaufwand beim manuellen Bestellen und Nachbestellen knapper Medikamente strapaziert.

Komplettausfall gab es noch nicht

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erhält Meldungen über Lieferschwierigkeiten von Pharmaunternehmen und veröffentlicht diese in einer Liste. Das Institut ist auch für die Klärung der Ursachen zuständig und ermittelte für 2022 einen höheren Bedarf an manchen Medikamenten die aktuell knapp sind. Einen kompletten Lieferausfall eines Medikamentes habe es bisher laut Institut aber noch nicht gegeben.

--> Aktuelle Liste aller von Lieferengpässen betroffenen Arzneimittel

 

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