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Gesundheit

Ruhepuls: normal, zu hoch oder zu niedrig?

veröffentlicht am 03.11.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Welcher Ruhepuls ist normal ?Welcher Ruhepuls ist normal ?(c) getty Images / AndreyPopov
Wer sich damit beschäftigt gesünder zu leben, kommt am Thema Ruhepuls nicht vorbei. Aber was ist der Ruhepuls, wie kann man ihn messen und welche Werte gelten als gesund?

2022-11-03T17:23:00+01:00
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Puls und Ruhepuls

Durch den menschlichen Blutkreislauf werden Sauerstoff und wichtige Nährstoffe transportiert, die wir in verschiedenen Organen unseres Körpers benötigen. Der Puls gibt an wie schnell der Körper beziehungsweise das Herz Blut durch den Organismus pumpt. Die Anzahl an Herzschlägen oder genauer der Pulswellen in einer Minute wird dafür gezählt und als Pulsfrequenz oder auch Herzfrequenz angegeben.

Der Puls wird immer im Ruhezustand, also sitzend oder liegend gemessen,weil er durch körperliche Aktivität, Stress oder sogar Ruhe an sich verändert werden kann. Erst dann kann der Puls auch als Ruhepuls oder auch Ruheherzfrequenz bezeichnet werden. Einige Krankheiten wie zum Beipsiel Herzrhythmusstörungen können die Ergebnisse verfälschen, weshalb häufiges Messen und fachspezifische Kontrolle durch einen Arzt unabdingbar sind.

Ruhepuls messen - klassisch oder digital

Puls messen heißt zählen Puls messen heißt zählen(c) getty Images / primipil
Der Ruhepuls schwankt über den Tag und ist am besten morgens zu messen. Den Ruhepuls manuell zu ermitteln ist einfach: Man lege zwei oder drei Finger auf die Innenseite des Handgelenkes und übe einen leichten Druck aus. (Optional können sie auch an der Halsschlagader messen) Nun spüren sie die Schläge ihres Herzens. Zählen Sie die entsprechenden Schläge 30 Sekunden lang und verdoppeln Sie dann das Ergebnis, da sich die Anzahl der Pulsschläge jeweils auf eine Minute beziehen muss. Dabei sollten Sie vor der Messung einige Minuten sitzen oder entspannt liegen. Selbstverständlich können Sie für die Messung auch technische Hilfsmittel verwenden. Moderne digitale Pulszähler gibt es bereits ab 40 Euro zu kaufen. Tragen Sie eine smart Watch am Handgelenk, finden Sie garantiert auch eine App für die Pulszählung.    

Rechenbeispiel Ruhepuls
Angenommen Sie würden 35 Pulsschläge innerhalb von 30 Sekunden zählen:
35 x 2 = 70
Sie hätten dann einen Ruhepuls von 70.

 

Welcher Ruhepuls ist normal?

Der Ruhepuls variiert je nach Alter, Geschlecht, Gewicht, Körpergröße oder der allgemeinen Sportlichkeit. Jedoch gibt es Durchschnittswerte an denen Sie sich orientieren können. Dabei haben Frauen in der Regel einen etwas höheren Puls als Männer weil ihr Herz schneller schlägt.

Normale Ruhepulswerte verschiedener Personengruppen:

  • Babys: 120-140
  • Kleinkinder: 100-120
  • Kinder und Jugendliche: 80-100
  • Männer: 60-80
  • Frauen: 70-80
  • Schwangere: 80-100
  • Sportler: 35-50*

(*Bei Sportlern ist der Ruhepuls geringer, da das Herz mehr Blut pro Schlag durch den Körper pumpt)

Wann ist der Puls zu hoch oder zu niedrig?

Abweichungen vom normalen Ruhepuls nach oben oder unten sind in gewissem Rahmen und je nach Aktivität unbedenklich. Bei körperlicher Belastung oder Sport steigt der Pulswert für gewöhnlich an. Die Muskeln benötigen nämlich dann mehr Sauerstoff, welches das Herz durch seine Schläge mittels des Blutes transportiert. Für einen zu hohen Puls oder Herzfrequenz gilt als Faustregel, dass sie einen Wert von 220 minus ihres Alters nicht überschreiten sollten. Nach einer körperlichen Belastung sollte der Puls dann allmählich wieder abfallen und zum Ruhepuls zurückkehren. Fällt er nur kurzzeitig ab und steigt danach wieder stark an ist dies umgehend von einem Arzt zu untersuchen.

Beispiel für einen 40-jährigen Menschen:

220 - 40 = 180
Bei einem Lebensalter von 40 Jahren sollte laut Faustregel der Puls bei körperlicher Anstrengung nicht höher steigen als auf 180 Schläge pro Minute.





 

Wie sich ihre Herzfrequenz verhält, also wie und wie schnell das Herz Blut durch ihren Körper pumpt ist medizinisch relevant. Ein zu schneller Herzschlag wird als Tachykardie bezeichnet. Eine Studie der Universität Homburg hat ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen einem gesunden Ruhepuls und einer höheren Lebenserwartung gibt. Außerdem steigere ein zu hoher Ruhepuls die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkten und einem früheren Tod. Ursachen für einen dauerhaft zu hohen Puls liegen häufig in einem ungesunden Lebenswandel. An erster Stelle wären hier zu nennen:

  • Alkoholkonsum
  • Bluthochdruck
  • psychische Faktoren z.B. Stress
  • Angst und Aufregung
  • Übergewicht

Auch ein dauerhaft zu niedriger Puls bringt gesundheitliche Probleme mit sich und kann Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Symptome eines zu niedrigen Pulses sind Konzentrationsstörungen und ein schlechtes Gedächtnis, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Anzeichen von Verwirrung.

Wie kann man seinen Puls fit halten?

Den eigenen Puls im Bereich von gesundheitlich unbedenklicher Normalwerte zu halten ist ein lohnenswertes und messbares Ziel einer gesunden Lebensführung. Sport zu treiben ist dabei eine entscheidende Säule. Die WHO rät zu 150 bis 300 Minuten moderater Bewegung pro Woche, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Für das Pensum an gesundheitsfördernder Bewegung im Alltag eignen sich Aktivitäten wie Schwimmen, Joggen, Walking oder auch ein moderates Krafttraining. Jeglicher Ausdauersport ist dabei ein guter Weg den Puls erhöhen oder auch stabilisieren zu können.

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