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Prävention

Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Krankenkassen fördern Gesundheit am Arbeitsplatz
veröffentlicht am 14.07.2017 von Redaktion krankenkasseninfo.de

(c) fotolia.de / RABE media
Für viele größere Unternehmen gehört die Gesundheitsförderung als Investition in die Zukunft mittlerweile zu einer festen Aufgabe. Im Gegensatz dazu schöpfen kleine und mittlere Firmen das Potential dieser Förderungsmöglichkeit bisher häufig nur bedingt aus, was offenbar unter anderem auf fehlendes Wissen der Arbeitgeber in diesem Bereich zurückzuführen ist.

2017-07-14T08:31:00+00:00
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Definition Betriebliche Gesundheitsförderung

Ziel der betrieblichen Gesundheitsförderung ist es, einen Beitrag zur geistigen und körperlichen Gesundheit der Mitarbeiter eines Unternehmens zu leisten. Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Arbeitsalltag sollen den gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel sowie dem erhöhten Rentenniveau entgegenwirken und letztlich sowohl für Arbeitnehmer als auch -geber einen Mehrwert erzeugen. Herausforderungen, vor denen insbesondere Arbeitnehmer stehen, sind zunehmender Zeitdruck am Arbeitsplatz sowie der intensivierte Umgang mit digitalen Medien. Bei manchen Mitarbeitern führen diese zusätzlichen Anforderungen zu einer psychischen Überbelastung. Auch derartigen Problemen soll mithilfe der betrieblichen Gesundheitsförderung entgegengewirkt werden.

Was eine betriebliche Gesundheitsförderung bieten sollte

Die betriebliche Gesundheitsförderung beinhaltet den Arbeits-, Gesundheitsschutz, das Management der betrieblichen Eingliederung sowie die Organisations- und Personalpolitik. Gesundheitsfördernde Maßnahmen sind außerdem ein wesentlicher Bestandteil.
In der Umsetzung sind vor allem die Verhaltensprävention sowie die Verhältnisprävention für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung wichtig.
Im Bereich Verhaltensprävention können beispielsweise die folgenden Maßnahmen durchgeführt werden: Kurse für eine effektive Stressbewältigung, Ernährungsberatung, Rückenschonungskurse, Seminare für ein erfolgreiches Organisationsmanagement, Schulungen für Führungskräfte. Beispiele für den Bereich Verhältnisprävention sind gesunde Gerichte in der Firmenkantine, Kurse mit dem Themenschwerpunkt „Mobbing“, Baumaßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz, flexible Arbeitszeiten sowie eine Gestaltung des Arbeitsplatzes nach gesundheitsfördernden Gesichtspunkten.
Bei allen Maßnahmen sollten die Mitarbeiter einbezogen beziehungsweise die Vorschläge der Arbeitgeber zuvor mit den Mitarbeitern besprochen werden. Auf diese Weise ist eine Kommunikation auf Augenhöhe gewährleistet und die Mitarbeiter können konkrete Vorschläge vorbringen.

Nachfogend erhalten Sie eine Übersicht zu Handlungsfeldern:

Handlungsfelder und Präventionsprinzipien der Primärprävention (§ 20 Abs. 1 SGB)Handlungsfeld und Präventionsprinzipien der betrieblichen Gesundheitsförderung (§ 20a SGB V) – Verhaltensprävention  
Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten:
- Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
- Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme
Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil:
- bewegungsförderliches Arbeiten und körperlich aktive Beschäftigte
Handlungsfeld Ernährung:
- Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
- Vermeidung und Reduktion von Übergewicht
Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil:
- gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag
Handlungsfeld Stressmanagement:
- Förderung von Stressbewältigungskompetenzen
- Förderung von Entspannung (progressive Relaxation, autogenes Training – Grundstufe, Hatha Yoga, Thai Chi, Qigong)
Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil:
- Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
Handlungsfeld Suchtmittelkonsum:
- Förderung des Nichtrauchens
- gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol / Reduzierung des Alkoholkonsums
Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil:
- verhaltensbezogene Suchtprävention im Betrieb

Quelle: GKV-Spitzenverband

Folgen einer gelungenen betrieblichen Gesundheitsförderung

Als Resultat gelungener gesundheitsfördernder Maßnahmen am Arbeitsplatz können Arbeitgeber unter anderem die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeitnehmer sichern (und eventuell erhöhen), deren Motivation und Produktivität steigern und dank seltenerer krankheitsbedingter Ausfälle Kosten sparen. Zufriedene Mitarbeiter, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren, sorgen außerdem gegebenenfalls indirekt für eine Imageaufwertung der Firma.
Für Arbeitnehmer ergeben sich beispielsweise ein verbesserter Gesundheitszustand und infolgedessen eine Reduzierung von Arztbesuchen, Belastungssenkungen, eine höhere Lebensqualität, besonders in Bezug auf eine gute Work-Life-Balance, sowie Möglichkeiten zur direkten Mitgestaltung des Arbeitsplatzes und der -abläufe.

Leistungen der Krankenkassen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Während die Einhaltung und Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz für Arbeitgeber verpflichtend ist, zählt die betriebliche Gesundheitsförderung zu den freiwilligen Leistungen. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sind hingegen zur Leistungserbringung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung verpflichtet.
Wollen Arbeitgeber gesundheitsfördernde Maßnahmen in ihrem Betrieb durchführen, sollten sie sich zunächst bei der Krankenkasse, bei der ein Großteil der Mitarbeiter versichert ist, über entsprechende Leistungen informieren. Die finanzielle Förderung der Maßnahmen durch die Kassen ist nach Beauftragung der jeweiligen Krankenversicherung und einer Prüfung durch diese möglich. Leistungen der GKV sind beispielsweise Analyseleistungen zur Bedarfsermittlung (Mitarbeiterbefragungen, Workshops ect.), Beratungen zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen, Möglichkeiten zur Unterstützung in Hinblick auf die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben, interne Öffentlichkeitsarbeit sowie Qualitätssicherung.

Staatliche Förderung

Der Staat fördert die betriebliche Gesundheitsförderung, indem er sie als steuerfreie Arbeitgeberleistung festschreibt. Pro Mitarbeiter und Jahr können Arbeitgeber bis zu 500 € für gesundheitsfördernde, von der entsprechenden Krankenkasse geprüfte (Qualitätskriterien der GKV) Maßnahmen steuerfrei ausgeben.

 

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