Zuzahlungsbefreiung

Damit Sie durch die Zuzahlung finanziell nicht überfordert werden, ist eine Zuzahlung nur bis zur Höhe einer bestimmten Belastungsgrenze zu leisten. Eine vollständige Befreiung von der Zuzahlung ist mit der Gesundheitsreform zum 01.01.2004 entfallen.

Belastungsgrenze und maximale Zuzahlung

Seit 2004 erbringen gesetzlich Versicherte für die meisten Leistungen eine Zuzahlung von zehn Prozent, aber höchstens zehn Euro und mindestens fünf Euro, jedoch nie mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten.

Ausnahmen, die nicht bei der Belastungsgrenze berücksichtigt werden, bilden hierbei:

  • Eigenanteile zum Zahnersatz,
  • Eigenanteile für Hilfsmittel, die gleichzeitig Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sind,
  • Kosten für Leistungen, die ohne ärztliche Verordnung in Anspruch genommen werden,
  • Aufwendungen für Mittel, die komplett selbst bezahlt werden müssen, weil die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen darf,
  • Kosten für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel-Leistungen).

Wird die Belastungsgrenze bereits innerhalb eines Kalenderjahres erreicht, hat die Krankenkasse eine entsprechende Bescheinigung auszustellen, dass für den Rest des Kalenderjahres keine Zuzahlung mehr zu leisten ist. Aus diesem Grund sollten Sie alle Zahlungsbelege aufbewahren.

Berechnung der Belastungsgrenze

Die Belastungsgrenze beträgt für alle Versicherte zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind, beträgt sie ein Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt.

Als Einnahmen zum Lebensunterhalt gelten neben den Einnahmen des Mitglieds auch die Einnahmen anderer im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen. Im Einzelnen handelt es sich hierbei um den Ehegatten sowie die familienversicherten Kinder. Sind die Kinder beispielsweise als Student oder Auszubildender selbst versichert, werden die Kinder separat beurteilt und die Bruttoeinnahmen der Kinder bleiben unberücksichtigt. Ein gemeinsamer Haushalt setzt voraus, dass mehrere Familienangehörige ihren Wohnsitz zusammen an der gleichen Stelle (Haus, Wohnung) begründet haben und in einer Wirtschaftsgemeinschaft leben. Ein gemeinsamer Haushalt liegt auch dann vor, wenn sich Ehegatten oder Kinder zwar vorübergehend nicht in dem gemeinsamen Haushalt aufhalten, dort jedoch noch einen (ersten oder zweiten) Wohnsitz haben. Renten, Miet- und Pachteinnahmen werden ebenso wie Abfindungen und Betriebsrenten als Einnahmen veranlagt.

Bei Sozialhilfeempfängern gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Brechnungsgrundlage für die Belastungsgrenze der kompletten Bedarfsgemeinschaft. Bezieher von Sozialhillfe mit hohen Zuzahlungen innerhalb kurzer Zeit, können mit dem jeweiligen Sozialhilfeträger eine darlehensweise Übernahme vereinbaren, um die finanzielle Belastung auf mehrere Monate zu verteilen.