Zuckersteuer - Was könnte sie bringen?
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33 bis 40 Kilogramm Zucker nehmen die Deutschen pro Jahr im Schnitt zu sich. Zu viel – da sind sich Gesundheits- und Ernährungsexperten einig. Eine so genannte Zuckersteuer könnte den ungesunden Konsum von Süßem deutlich reduzieren, wie die Erfahrungen in anderen Staaten gezeigt haben. So sanken der individuelle Verbrauch von Zucker in Frankreich und Dänemark nach der Einführung von Zucker- und Softdrinksteuern je nach Produktart um bis zu 20 Prozent.
Von schwindendem Zuckerverzehr kann die Gesundheit der Menschen und damit die gesamte Gesellschaft profitieren. Denn übermäßiger Zuckerkonsum erhöht das Risiko für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen wie Fettleber oder Diabetes signifikant. Laut einer Modellsimulation der TU München aus dem Jahr 2023 könnte eine Zuckerreduktion die auftretenden Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, krankhaftem Übergewicht und Diabetes vom Typ 2 deutlich minimieren.
Im Falle von Diabetes könnte rund eine Viertelmillion Menschen vor Typ-2-Diabetes bewahrt werden. Beeindruckend auch der volkswirtschaftliche Spareffekt: Sollten weniger Menschen schwer an diesen typischen Zivilasationskrankheiten leiden, würde die Gesellschaft laut der TUM-Studie bis 2024 rund 16 Milliarden Euro an den gesundheitlichen Folgekosten einsparen können.
- Ungarn – „Public Health Product Tax“ seit 2011
- Frankreich – Steuer auf gezuckerte Getränke seit 2012
- Mexiko – Zuckersteuer seit 2014
- Belgien – Softdrink-Steuer seit 2016
- Großbrittannien - Soft Drinks Industry Levy seit 2018
- Portugal – gestaffelte Zuckersteuer seit 2017
- Irland – ähnlich wie UK seit 2018
- Polen – umfassende Zuckerabgabe seit 2021
Doch bislang taten sich deutsche Regierungen schwer mit einer Extra-Steuer auf Süßes. Statt dessen setzte man hierzulande auf die freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie - mit nur mäßigem Erfolg. Doch nun gehört eine Extrasteuer auf zuckerhaltige Softdrinks zu den 66 Expertenvorschlägen für das große Reformpaket zur finziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sollte der Vorschlag vom Gesetzgeber angenommen werden, könnten sich zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden schon bald verteuern, so wie sie es in anderen EU-Staaten bereits taten. Eine Halbliterflasche Coca-Cola könnte sich um 10 bis 30 Cent je Gebinde verteuern, Red Bull um bis zu sieben Cent je Dose und Eistee um bis zu 44 Cent je 1,5 Literflasche.
