Ernährung

Update für den NutriScore: Strengere Regeln für Inhaltsstoffe

Viele Hersteller steigen wegen schlechterer Bewertung aus
veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

2026 - Neue Regeln für den NutriScore2026 - Neue Regeln für den NutriScore(c) Getty Images / Cebas
Seit Januar 2026 gelten neue, strengere Berechnungsregeln für den Nutri-Score auf Lebensmitteln. Zucker und Salz werden nun negativer gewichtet, was dazu führt, dass viele Produkte schlechter abschneiden als zuvor. Gleichzeitig werden Ballaststoffe und Eiweiß stärker positiv berücksichtigt, um ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel besser zu kennzeichnen.   

2026-02-02T16:08:00+01:00

Aus grün wird gelb, aus gelb wird rot

Seit Januar 2026 gelten neue, strengere Berechnungsregeln für den Nutri-Score auf Lebensmitteln. Zucker und Salz werden dabei deutlich negativer gewichtet, was dazu führt, dass viele Produkte schlechter abschneiden als zuvor. Gleichzeitig werden Ballaststoffe und Eiweiß stärker positiv berücksichtigt, um ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel besser zu kennzeichnen. Besonders Produkte mit viel Zucker oder Salz wie Frühstückscerealien, Süßigkeiten oder Fertiggerichte rutschen in der Bewertung nach unten, teilweise von grünen A- oder B-Labels zu gelben oder roten D- und E-Labels.

Viele Hersteller steigen aus

Neu ist auch die strengere Bewertung von Süßstoffen in Getränken und anderen Produkten: Sie führen jetzt zu Minuspunkten, was vor allem Light- und Diätgetränke schlechter dastehen lässt. Zudem werden Milch- und Joghurtgetränke nicht mehr wie andere Lebensmittel bewertet, sondern als Getränke – oft mit deutlich schlechterem Score. Diese Reform der Bewertung basiert auf dem Ziel, aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen besser Rechnung zu tragen. Viele Hersteller haben allerdings auf die strengeren Regeln mit Kritik oder vollständigem Rückzug aus dem freiwilligen Kennzeichnungssystem reagiert, weil ihre Produkte schlechter abschneiden.

Der Nutri-Score ist ein freiwilliges, einfaches Kennzeichnungssystem zur Bewertung der Nährwertqualität von Lebensmitteln. Er zeigt auf der Vorderseite einer Verpackung mithilfe einer Farbskala von A (grün) bis E (rot), wie ein Produkt ernährungsphysiologisch im Vergleich zu anderen Lebensmitteln abschneidet. Er wurde ursprünglich in Frankreich entwickelt und findet auch in Deutschland Anwendung, jedoch weiterhin auf freiwilliger Basis – viele Hersteller nutzen ihn, aber nicht alle. Die Berechnung basiert auf einem Punktesystem: Ungünstige Inhaltsstoffe wie Energiegehalt, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz bringen Minuspunkte, günstige Komponenten wie Ballaststoffe, Proteine, Obst und Gemüse bringen Pluspunkte. Weil sich Ernährungsempfehlungen weiterentwickeln, wurde der Algorithmus mehrfach angepasst.

Pluspunkte und Minuspunkte 

Die jüngste Reform betont insbesondere die stärkere negative Bewertung von Zucker und Salz und die positive Bewertung von Ballaststoffen und Eiweiß, um ernährungswissenschaftliche Risiken (z. B. für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) besser abzubilden. Ein häufiger Kritikpunkt ist, dass der Nutri-Score nur die Nährstoffzusammensetzung bewertet und nicht den Verarbeitungsgrad eines Produkts – hochverarbeitete Lebensmittel können trotz schlechter ernährungsphysiologischer Qualität vergleichsweise gut abschneiden. Zudem bleibt die Kennzeichnung freiwillig, weshalb viele Hersteller den Nutri-Score auf bestimmten Produkten nicht verwenden. Insgesamt soll der Nutri-Score Konsumenten dabei unterstützen, ähnliche Produkte zu vergleichen und eine besser informierte Wahl zu treffen – er ist aber kein Allheilmittel für gesunde Ernährung.

 

 

 

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