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Sucht

WHO: Online-Spielsucht zur Krankheit erklärt

Aufnahme in ICD-11 beschlossen
veröffentlicht am 28.06.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Online-Spielsucht ist eine KrankheitBild vergrößernOnline-Spielsucht ist eine Krankheit(c) Bernd Kasper / pixelio.de
Online spielen und dabei den Alltag vergessen – wer das zu exzessiv betreibt, gilt künftig als krank. Das gab die WHO am kürzlich bekannt.

2018-06-28T10:45:00+02:00
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Online-Spielsucht im Katalog der Krankheiten geführt

Am 18. Juni 2018 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO ihren neuen Katalog der Krankheiten (ICD-11), der im Frühling 2019 noch formell von der Weltgesundheitsversammlung abgesegnet werden muss. Die Gaming Disorder beziehungsweise Online-Spielsucht ist darin nun ebenfalls enthalten, und wird dort hinter der Glücksspielsucht aufgeführt.
Häufig wird der Katalog von den Krankenkassen genutzt, um Ansprüche auf Kostenübernahmen zu prüfen. Auch Ärzte machen bei ihren Diagnosen Gebrauch von ihm.

Umstrittene Entscheidung

Manche Experten betrachten die Einstufung der WHO kritisch. Sie befürchten eine falsche Einstufung von Online-Spielern: Künftig könnten sie als therapiebedrüftig eingeordnet und anschließend unnötigerweise behandelt werden. Einige Wissenschaftler von der Universität Oxford warnten zudem vor einem Missbrauch einer solchen Diagnose. Es müsse bei einem Verdacht auf eine Online-Spielsucht zunächst geklärt werden, ob nicht eine andere Erkrankung den Betroffenen zum exzessiven Spielen treibt, beispielsweise eine Depression. In diesem Falle müsse hier angesetzt werden und nicht bei der Behandlung der Spielsucht.
Die WHO hält dagegen und spricht von einer klaren Abgrenzung zwischen der Sucht und bloßem Spielspaß. Die im Katalog enthaltenen Definitionen zur Online-Spielsucht seien eindeutig.

Ein typisches Symptom ist laut der WHO die Vernachlässigung aller sonstigen Lebensaspekte. Selbst wenn dem Spieler die negativen Konsequenzen bewusst sind und ihm das Spielen keine Freude mehr bereitet, kann er es nicht aufgeben. Ein wichtiges Kriterium für die Einstufung als Krankheit ist außerdem, dass dieses Verhalten länger als 12 Monate andauert.

 

 

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