Verluste mit Immobilienfonds

Krankenkassen und KVen verlieren mindestens 170 Millionen Euro

Mindestens 17 Einrichtungen des Gesundheitswesens sollen mit Immobilienfonds hohe Verluste erlitten haben – nun wird vor Gericht um Schadensersatz gestritten.
veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Geldanlage ImmobilienfondsGeldanlage ImmobilienfondsChatGPT
Mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen sollen mit Immobilienfonds hohe Verluste erlitten haben. Mehrere Einrichtungen fordern nun Schadensersatz.

2026-07-17T11:59:00+02:00

Finden Sie die richtige Krankenkasse

Vergleichen Sie Beiträge und Leistungen und sparen Sie.

Zum Krankenkassenvergleich

Mehrere gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben offenbar mindestens 170 Millionen Euro mit Investitionen in Immobilienfinanzierungsfonds verloren. Das berichten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung nach gemeinsamen Recherchen.

Das Geld war über spezielle Finanzprodukte in Fonds geflossen, die Immobilienprojekte finanzierten. Nach Angaben der Tagesschau handelte es sich teilweise um Anlagen, die zeitweise Renditen von mehr als sieben Prozent ermöglichten. Nachdem mehrere Immobilienprojekte in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren, verloren die Investments erheblich an Wert.

Strenge Regeln für die Geldanlage

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen dürfen vorübergehend nicht benötigte Mittel anlegen. Für solche Investitionen gelten jedoch besonders strenge Vorgaben. Nach dem Sozialgesetzbuch müssen die Anlagen so sicher sein, dass ein Verlust ausgeschlossen erscheint.

Ob die Immobilienfonds diesen Anforderungen entsprachen, ist nun eine zentrale Frage. Ein unabhängiger Finanzanalyst bezeichnete die genutzten Finanzinstrumente gegenüber der Tagesschau als ungeeignet für Einrichtungen, die Beitragsgelder besonders risikoarm anlegen müssen.

Einrichtungen fordern Schadensersatz

Mehrere betroffene Einrichtungen haben beim Landgericht Frankfurt Klage gegen beteiligte Finanzunternehmen eingereicht. Sie werfen ihnen vor, die Anlagen als sicher und konservativ dargestellt und nicht ausreichend über die tatsächlichen Risiken informiert zu haben.

Die beklagten Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück. Sie erklären, die Investoren seien anhand der Vertrags- und Verkaufsunterlagen über die Struktur und die Risiken der Produkte informiert worden. Ob die Einrichtungen getäuscht wurden oder ihre eigenen Prüfpflichten verletzt haben, muss deshalb gerichtlich geklärt werden.

Nach Informationen aus Finanzkreisen könnten insgesamt sogar 28 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen mehr als 500 Millionen Euro investiert haben. Dabei handelt es sich jedoch um die mögliche Investitionssumme – nicht um einen bestätigten Verlust in dieser Höhe.

Welche finanziellen Folgen sich für die betroffenen Einrichtungen ergeben, ist derzeit offen. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit Leistungskürzungen oder steigenden Zusatzbeiträgen ist bislang nicht belegt.

Quellen

Tagesschau, 17. Juli 2026:
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/krankenkassen-immobilienfonds-100.html

Deutschlandfunk, 17. Juli 2026:
https://www.deutschlandfunk.de/millionenverlust-bei-krankenkassen-durch-investments-in-immobilienfonds-102.html

Handelsblatt, 13. Juli 2026:
https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-gesetzliche-kassen-erleiden-millionen-verluste-mit-fondsanlagen-01/100239195.html

 

Werbung

Folgen Sie uns bei Google News

Folgen Sie uns auf Google News
Bewerten Sie uns 4,8 / 5
https://www.krankenkasseninfo.de

16701 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.