Body & Fitness

EMS-Training - was bringt es wirklich?

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Muskeltraining mit elektrischer Stimulation (EMS)Muskeltraining mit elektrischer Stimulation (EMS)(c) Getty Images / Phoenixns
EMS-Training klingt nach einer Wunderwaffe für Menschen, die wenig Zeit haben und trotzdem fit werden möchten. Das Versprechen: 20 Minuten Elektromyo-Stimulation die Woche und die Muskeln wachsen ähnlich wie bei konventionellem Krafttraining. Aber wie effektiv ist EMS wirklich und was müssen Interessierte dafür zahlen?

2026-02-23T18:13:00+01:00

Was genau ist EMS-Training?

EMS steht für Elektromyostimulation. Beim EMS-Training unterscheidet sich die Kleidung deutlich vom üblichen Outfit für das Fitnessstudio, da normale Sportshirts oder weite Jogginghosen die elektrischen Impulse schlichtweg blockieren würden. Damit der Strom von den Elektroden an die Muskulatur weitergeleitet werden kann, tragen die Trainierenden spezielle EMS-Funktionswäsche, die in der Regel aus einer sehr eng anliegenden Hose und einem passenden Oberteil mit längeren Ärmeln besteht. Beim EMS-Training führen die Trainierenden beispielsweise Planks, Kniebeugen oder Liegestütze durch. Eine klassische Trainingseinheit dauert in der Regel lediglich 20 Minuten. Da die elektrischen Impulse fast die gesamte Skelettmuskulatur gleichzeitig ansprechen, gilt die Belastung für den Körper um ein Vielfaches höher als beim herkömmlichen Kraftsport. 

Für Einsteiger ist daher eine Einheit pro Woche absolut ausreichend, um dem zentralen Nervensystem und den Nieren genügend Zeit zur Regeneration zu geben. Fortgeschrittene können das Pensum nach einer Eingewöhnungsphase von etwa zwei Monaten auf maximal zwei Einheiten pro Woche steigern, sofern zwischen den Trainings mindestens 48, besser aber 72 Stunden Pause liegen.


✅ Vorteile von EMS-Training

  • Zeiteffizienz ( Kurze Einheiten können viele Muskelgruppen gleichzeitig ansprechen.)
  • Hohe Muskelaktivierung ( auch tieferliegende Muskelfasern )
  • Gelenkschonend 
  • Individuell steuerbar ( Intensität kann pro Muskelgruppe angepasst werden )

⚠️ Mögliche Nachteile & Risiken

  • Kosten: EMS-Studios sind teurer als klassische Fitnessstudios
  • Muskelkater & Überlastung (Intensiver Muskelkater möglich)
  • Bei zu hoher Intensität besteht (selten) Risiko einer Überbelastung.
  • Kein Ersatz für klassisches Training

Wie viel kostet EMS-Training?

Während der Besuch eines Fitnessstudios in der Regel bereits ab 20 Euro pro Monat möglich ist, bewegt sich das EMS-Training im Premium-Preissegment, was vor allem an der intensiven Betreuung durch einen Personal Trainer liegt. In der Regel kostet eine Trainingseinheit rund 30 Euro oder mehr, was zu einem monatlichen Gesamtpreis von mindestens 120 Euro führt. Zusätzlich können Gebühren für das Startpaket inklusive der speziellen Funktionswäsche anfallen. 
Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist durch ein grünes Rezept vom Arzt grundsätzlich möglich. Alternativ lässt sich das Training über die gängigen Bonusprogramme abrechnen, bei denen die Mitgliedschaft im Studio mit einer Gutschrift belohnt wird. Eine direkte Kostenübernahme erfolgt aber wirklich meist nur dann, wenn das Training in einem medizinischen Kontext zur Schmerztherapie ärztlich verordnet wurde.

Ausschlusskriterien für EMS Gar nicht zu empfehlen ist EMS bei
  • Epilepsie
  • Schwangerschaft
  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • bestimmten neurologischen Erkrankungen

Wie effektiv ist EMS?

Wissenschaftliche Studien der Universität Erlangen-Nürnberg belegen, dass bereits 20 Minuten Training alle eineinhalb Wochen ausreichen, um bei Untrainierten ähnliche Erfolge bei Muskelaufbau und Fettabbau zu erzielen wie ein herkömmliches, zeitintensives Krafttraining. Besonders effektiv erweist sich die Methode im Kampf gegen Rückenschmerzen, da die Stromimpulse gezielt die tiefliegende Stützmuskulatur der Wirbelsäule aktivieren, die durch klassische Übungen oft schwer erreichbar bleibt.

Dennoch ist EMS kein Allheilmittel, da es das Herz-Kreislauf-System und die Koordination kaum fordert. Trainierende müssen ihre Ausdauer und Bewegungsabläufe also weiterhin separat durch Sportarten wie Joggen oder Radfahren fördern. Koordination, Ausdauer und komplexe Bewegungsmuster werden beim klassischen Kraft- oder Ausdauertraining oft besser geschult als mit EMS. Für langfristige Fitness ist also eine Kombination aus Kraft-, Ausdauer- und Mobilitätstraining meist sinnvoller. Das EMS-Training kann eine sinnvolle Ergänzung für das eigene Fitness-und Workout-Profil sein, vor allem für Berufstätige mit weniger Zeit oder Menschen mit Einschränkungen wie Rückenproblemen. 

 

 

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