Gesundheit

Ab wann hat man Fieber?

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Ab welcher Körpertemperatur spricht man von Fieber?Ab welcher Körpertemperatur spricht man von Fieber?(c) Getty Images / Andrej Filipovic
Die menschliche Körpertemperatur liegt bei gesunden Personen in einem Bereich um 37 Grad Celsius. Auch leichte Abweichungen davon gelten als Normaltemperatur. Doch ab wann hat man eigentlich Fieber?   

2026-01-03T14:31:00+00:00

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Was passiert bei Fieber?

Fieber ist ein natürlicher Zustand, bei dem die Körpertemperatur über einen längeren Zeitraum hinweg über dem Normalbereich liegt. Weil Fieber meist auf körperliche Abwehrprozesse zurückzuführen ist, gilt es als ein wichtiges und typisches Symptom für verschiedenste Infektionen und Erkrankungen.

Fieber an sich ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Anzeichen dafür, dass der Körper sich mit hochgefahrenem Stoffwechsel und aktivierter Immunabwehr gegen Krankheitserreger zur Wehr setzt. Dazu wird – ähnlich wie bei einem Thermostat – die Solltemperatur im Wärmeregulationszentrum des Gehirns (Hypothalamus) durch biochemische Botenstoffe heraufgesetzt.

Je nach Stärke tritt Fieber zusammen mit typischen Begleiterscheinungen auf: heiße und gerötete Haut, erhöhte Atemfrequenz, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit.

Fieber richtig messen

Bild (c) Pixabay / CC0
Wie hoch unsere Körpertemperatur ist, hängt auch von der Tageszeit ab. Nachmittags liegt sie grundsätzlich höher als am Morgen, nachts fällt sie ab. Um Fieber verlässlich zu messen, ist neben einem funktionierenden digitalen Thermometer die Wahl der Messmethode entscheidend. Eine rektale Messung liefert bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen die genauesten und verlässlichsten Messwerte (Kerntemperatur). Die Werte im Mund liegen etwa 0,4 Grad unter der Kerntemperatur. Unter der Achsel sind sie noch ungenauer und liegen meist etwa 0,5 Grad unter der tatsächlichen Kerntemperatur. Ohr- und Stirnthermometer bieten eine schnelle Messung, erfordern jedoch bei Säuglingen eine exakte Anwendung, um Messfehler zu vermeiden.

Ab wann genau spricht man von Fieber?  

Temperaturgrenzen bei Erwachsenen

Normaltemperatur: Bei einer Temperatur zwischen 36,5 und 37,4 Grad spricht man von Normaltemperatur. 

Erhöhte Temperatur: Steigt die Körpertemperatur nur wenig an und bleibt dabei unter 38 Grad Celsius, spricht man noch nicht von Fieber, sondern von erhöhter Temperatur.

Leichtes Fieber:  Zeigt das Körperthermometer einen Wert zwischen 38 und 38,5 Grad Celsius an, sprechen Mediziner von leichtem Fieber.

Mäßiges Fieber: Bleiben die Temperaturen noch unter 39° Celsius, liegen aber höher als 38,5 Grad, wird 'mäßiges Fieber' festgestellt.

Hohes Fieber: Ab einem Messwert von 39 Grad bis zur Grenze von 40 Grad Celsius sprechen Ärzte von hohem Fieber.

Sehr hohes Fieber: Übersteigt der gemessene Temperaturwert die Marke von 40 Grad Celsius, ist in der Medizin von sehr hohem Fieber die Rede.

Extremes Fieber: Selten und bereits lebensgefährlich sind gemessene Körpertemperaturen von mehr als 41 Grad Celsius. Diese werden als extremes Fieber bezeichnet.

Fieber bei Kindern

Bild (c) Krankenkassennetz.de GmbH
Kinder bekommen öfter Fieber als Erwachsene und reagieren mit deutlicheren Anzeichen darauf: Hitze und Röte im Gesicht bei gleichzeitig kühler Haut an Gliedmaßen sowie ein geschwächter Augenausdruck. Die Definition von erhöhter Temperatur und Fieber unterscheiden sich geringfügig von der bei Erwachsenen. Die gemessene Körpertemperatur bei gesunden Kindern kann sich ohne Bedenken zwischen 36,5 ° C und 37,5°C bewegen. Zeigt das Thermometer Messwerte zwischen zwischen 37,6 °C und 38,4 °C bei Kindern an, spricht man von erhöhter Temperatur. Körpertemperaturen ab 38,5 °C gelten bei Kindern als Fieber. Für Kleinkinder unter drei Monaten gilt das bereits schon ab 38° Celsius. Als hohes Fieber werden bei Kindern Temperaturen ab einer Marke von 39° Celsius bezeichnet.

Bild (c) Pixabay / CC0

Formen und Phasen von Fieber

Die Medizin unterscheidet verschiedene Formen von Fieber, die jeweils mit bestimmten Krankheitsbildern in Verbindung stehen, aber nicht zwangsläufig als deren Symptom gelten. Als kontinuierliches Fieber wird ein Fieber bezeichnet, welches nur eine geringe Temperaturschwankung von weniger als einem Grad Celsius im Tagesverlauf aufweist. Das ist bei bestimmten Infektionskrankheiten wie Masern oder Denguefieber der Fall. 

Remittierendes Fieber hingegen ist durch größere Schwankungen von mehr als einem Grad Celsius Unterschied gekennzeichnet, wobei die gemessenen Temperaturen abends höher als morgens sind.Typisch ist das beispielsweise für bestimmte Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Tuberkulose. Eine weitere Variante ist so genanntes intermittierendes Fieber. Darunter versteht man eine Fieberform, bei der es neben größeren Schwankungen zwischenzeitlich fieberfreie Phasen gibt. Diese Fieberform tritt häufig bei einer Sepsis auf.

Wann zum Arzt? (Konkrete Warnzeichen)

Eine ärztliche Abklärung ist zwingend erforderlich bei Säuglingen unter 3 Monaten bereits ab einer Temperatur von 38,0 °C (immer am selben Tag). Außerdem bei Fieber ab 39,0 Grad bei Kindern oder wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält. Auch wenn Kinder das Trinken verweigern und Flüssigkeit komplett abgelehnt wird (Gefahr der Austrocknung/Dehydratation). Auch wenn sich das Kind oder der Erwachsene kaum wecken oder nicht auf Ansprache reagiert. Eine erschwerte, feilschene, sehr schnelle oder schmerzhafte Atmung ist ebenfalls ein Warnzeichen oder wenn das Kinn nicht beschwerdefrei auf die Brust gelegt werden kann (Verdacht auf Meningitis). Neu auftretender Hautausschlag oder dunklen Flecken auf der Haut sind ebenfalls ein Warnzeichen.

Handlungsoptionen und Anlaufstellen

Eine Anlaufstelle ist der Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117), der bei gesundheitlichen Beschwerden abends, nachts oder am Wochenende, wenn die Praxis geschlossen ist, kontaktiert werden kann. Er ist dann geeignet, wenn eine ärztliche Untersuchung nötig ist, aber keine akute Lebensgefahr besteht.

Der Notruf (112) sollte bei akuten Notfällen sofort gewählt werden. Zum Beispiel bei erstmals auftretendem Fieberkrampf, schwerer Atemnot, plötzlicher Verwirrtheit und extrem hohen Fieber über 40,5 Grad, das trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt. 

 

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