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Rückengesundheit

Rückenschule - wichtige Prävention und wirksame Therapie

veröffentlicht am 21.12.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Rückenschule - Ein Angebot zur Prävention von Rückenproblemen Rückenschule - Ein Angebot zur Prävention von Rückenproblemen(c) getty Images / Stock Rojo Verde y Azul
Sollen chronische Rückenschmerzen wirksam therapiert werden, kommt es vor allem auch auf eine Veränderung des Verhaltens an.  Hier setzt das erfolgreiche Konzept der Rückenschule an. Was genau verbirgt sich dahinter und wann ist sie zu empfehlen?  

2022-12-21T16:28:00+01:00
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Viele Betroffene - Vielfältige Ursachen

Rückenschmerzen Rückenschmerzen(c) Pixabay / CC0
Egal ob Büroangestellte oder Umzugshelfer, Studi oder Schüler - Rückenschmerzen sind ein  Problem aller Altersklassen und Berufe. Die Ursachen sind ähnlich und weit verbreitet: Einseitiges Sitzen, langes Stehen oder eine ungünstige Haltung – all das kann früher oder später zu chronischen Beschwerden führen. Die physischen Ursachen für Rückenschmerz liegen oft in einer einseitigen Belastung einer bestimmten Region der Wirbelsäule, die es zu kompensieren gilt. Nicht zu vergessen ist das Rückenschmerzen auch psychosomatische, also keine körperlichen Ursachen, zugrunde liegen können. So kann zu viel Stress ebenso ein Faktor sein, der entsprechende Beschwerden auslöst. Die genauen Ursachen sind individuell durch einen Arzt abzuklären.

Schmerzmittel verschaffen zwar Linderung in akuten Phasen, sind jedoch keine Dauerlösung. Entscheidend für eine nachhaltige Besserung ist das Erlernen rückenschonenden Haltung in Job und Alltag. Das betrifft alltägliche Handlungen  wie das Heben und Tragen von Gegenständen, aber auch Bewusstheit im Arbeitsalltag sowie  in der Freizeit.  Aber auch bei akuten Schmerzen können bestimmte Muskelübungen und Trainings helfen die Rückenmuskulatur im Zusammenspiel mit der Bauchmuskulatur zu stärken und den Griff zur Schmerztablette überflüssig zu machen.

Ablauf einer Rückenschule

Präventionskurse und Krankenkassen Präventionskurse und Krankenkassen(c) Fotolia.com / Robert Kneschke
Eine Rückenschule verbindet und bündelt diese  Ansätze zu einem kompakten Programm für die Rückengesundheit. Neben Entspannungsübungen, Muskeltrainings und Mobilisationstechniken  wird der bewusste Umgang mit Schmerzen eingeübt und verinnerlicht. Individuelle Beratungen aufgrund der vorliegenden Diagnose ergänzen das Programm. Zur Verinnerlichung werden zudem auch Übungsaufgaben für zu hause mitgegeben. Neben diesen praktischen Aspekten beinhaltet eine Rückenschule aber auch theoretisches Grundlagenwissen, vermittelt durch Physiotherapeuten oder Sportmediziner: Wie ist die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur aufgebaut, was genau sind die Bandscheiben oder das Bindegewebe und wie spielt das alles im Zusammenhang mit dem Nervengeflecht zusammen? Das gesamte Thema wird für die Teilnehmenden plastischer und besser greifbar – eine wichtige Grundlage für ein verbessertes Bewusstsein für den eigenen Körper und die Rückengesundheit. Im Idealfall befähigt und motiviert eine Rückenschule somit zu einem eigenständigem Handeln bei Rückenschmerzen und zur bewussten Korrektur und Einnahme einer vorteilhaften Rückenhaltung im Alltag.

Anbieter für Rückenschulen

Eine Rückenschule besteht aus circa sieben bis zwölf Terminen mit einer Länge zwischen 60 und 90 Minuten. Jeder davon setzt sich zumeist aus den beschriebenen Modulen aus Theorieeinheiten, Beratung und praktischen Elementen zusammen. Angeboten werden Rückenschulen zumeist in Physiotherapiepraxen oder Fitnessstudios, aber auch beispielsweise in Rehaeinrichtungen oder Wellnesshotels. Auch größere Firmen und Institutionen bieten, wenn geeignete Räumlichkeiten vorhanden sind, im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung Rückenschulen für ihre Mitarbeiter an.  Seit der Corona-Krise finden Rückenschulen vermehrt online oder in hybriden Varianten statt.

Kosten und Übernahme durch die Krankenkasse

Je nach Teilnehmerzahl und Anbieter bewegen sich die  Teilnahmekosten für eine Rückenschule zwischen 50 und 150 Euro je Person. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen diese meist zu einem Anteil von 75 bis 90 Prozent. Handelt es sich um ein direktes Kursangebot einer Krankenkasse, ist dieses meist zu 100 % kostenfrei für Versicherte. Als Therapie verordnet werden kann eine Rückenschule beispielsweise als Rehasport vom behandelnden Facharzt (Orthopäden) oder Hausarzt. In diesem Falle wird eine Zuzahlung von maximal 10 Prozent der Kurskosten fällig.  Wer von der Zuzahlung befreit ist kann die Rückenschule kostenfrei absolvieren.

Beispielübungen aus der Rückenschule

Übungen bei der Rückenschule Übungen bei der Rückenschule(c) Pixabay / CC0
Unterarmstütz (Planking): Hier wird eine ähnliche Position wie beim Liegestütz eingenommen. Die Unterarme sind dabei parallel zu den Schultern (Schulterblättern) aufzulegen. Die Hände sind in Form einer Faust geschlossen zu halten. Diese Position ist eine Halteübung und damit keine aktive Bewegung. Beginnen Sie diese Position anfänglich 20 Sekunden zu halten und in die Dauer innerhalb der kommenden Wochen jeweils um zehn Sekunden zu erhöhen. Sollte es für sie unangenehm sein sich zuvor auf alle viere zu gehen, dann nehmen sie eine Yogamatte oder ähnliches als Unterlage. Wichtig ist, dass diese Übung(en) auf dem Boden gemacht werden. Eine Matratze ist dafür nicht die richtige Unterlage.

Seitstütz: Diese Übung ähnelt dem Unterarmstütz. Hierbei legen Sie sich zuerst auf die Seite, strecken dann die Beine durch und drücken den Unterarm durch, um sich vom Boden weg zu bewegen. Die Hand wird dabei wieder zur Faust geballt. Diese Spannung im Oberkörper und in den Beinen wird dann entsprechend wie beim Unterarmstütz gehalten.

Vierfüßlerstand: Hierbei geht man auf alle viere wie man es von Babys beim Krabbeln kennt. Dazu streckt man dann einen Arm gerade nach vorne aus und bewegt dazu parallel das gegenüberliegende Bein dementsprechend. Zum Beispiel: rechter Arm und linkes Bein. Diese Übung wieder 20 Sekunden halten und wöchentlich um zehn weitere Sekunden aufstocken. Auch hier eignet sich eine Yogamatte als Unterlage um die Knie zu schonen.

 

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