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Lebensstil

Ist Kaffee gesund?

Neue internationale Studien bringen Überraschendes zutage
veröffentlicht am 21.11.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Wie gesund oder ungesund ist Kaffee?Wie gesund oder ungesund ist Kaffee?(c) Gänseblümchen / pixelio.de
Die Deutschen lieben Kaffee. Laut aktuellen Zahlen des Deutschen Kaffeeverbands liegt der Pro-Kopf-Konsum hierzulande bei 162 Litern pro Jahr - das entspricht knapp einem halben Liter täglich. Doch wie gesundheitsfördernd ist das Heißgetränk Nr.1 wirklich und in welchem Umfang sollte es am besten konsumiert werden?

2018-11-21T12:44:00+00:00
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Jedes Jahr veröffentlicht die Firma Tchibo ihren Kaffeereport. Für den Bericht in 2018 wurden 5.000 Kaffeetrinker befragt. Demnach trinken die deutschen Kaffeekonsumenten im Augenblick 3,4 Tassen täglich; in Schleswig-Holstein sind es sogar 3,8 Tassen. Die allermeisten genießen ihren Kaffee mit Milch. Nicht mal ein Drittel der Männer trinkt Kaffee schwarz, bei den Frauen sind es knapp ein Fünftel.

Koffeingehalt nicht entscheidend

Dunkle Kaffeeröstung ist gesundDunkle Kaffeeröstung ist gesund(c) Claudia Hautumm
Im Oktober 2018 wurde an der Universität in Toronto eine Studie veröffentlicht, in der die gesundheitliche Wirkung des Kaffees untersucht wurde. Ziel der Forscher war es nicht die richtige Dosierung zu erforschen. Vielmehr haben sie das Augenmerk auf die Inhaltsstoffe und den Röstvorgang gelegt. Demnach treten sogenannten Phenylindane, eine Gruppe von Inhaltsstoffen, besonders häufig bei Kaffeesorten mit einer dunklen Röstung auf. Laut der Studie können Phenylindane Alzheimer und Parkinson vorbeugen, in dem sie Proteine hemmen, die mit den beiden Erkrankungen in Verbindung stehen. Das bedeutet je stärker die Bohne geröstet und so dunkler der Kaffee ist, desto mehr Phenylindane sind enthalten, die eine präventive Wirkung in Bezug auf Alzheimer und Parkinson entfalten können. Der Koffeingehalt spielt dabei keine Rolle. Im Rahmen der Studie wurden Kaffeesorten mit und ohne Koffein untersucht und die Anzahl an Phenylindane hing ausschließlich vom Grad der Röstung ab.

Kafeetrinker leben länger 

Bereits ein Jahr zuvor zeigte eine Studie vom Imperial College London, dass bei Menschen, die viel Kaffee trinken, das Risiko deutlich geringer ist an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Und schon seit längerem gelten alte Thesen als überholt, nach denen Kaffeetrinker früher sterben. Denn lange wurde bei den Studien der allgemeine Lebensstil der Probanden unabhängig vom Kaffeekonsum nicht berücksichtigt. Beispielsweise sind viele Menschen, die gern Kaffee trinken, auch Raucher. Wird das bei einer Studie nicht abgefragt, kann der Gesundheitszustand des Probanden nicht allein auf seinen Kaffeekonsum zurückgeführt werden.

Kaffeetrinken gehört zum AlltagKaffeetrinken gehört zum Alltag(c) Kunstart.net / pixelio.de

Eine Meta-Studie im "British Medical Journal" wertete im Jahr 2017 mehr als 200 unabhängigen medizinischen Studien aus. Dabei trugen sie sage und schreibe 19 lebensverlängernde positive Effekte auf die menschliche Gesundheit zusammen. Dagegen waren die nachgewiesenen schädlichen Effekte verhältnismäßig gering.  

Entwarnung für Blutdruck und Flüssigkeitsspiegel

Außer dem haben in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass Kaffee nicht nur wach macht, sondern eine anregende Wirkung entfaltet, die gut für die Konzentration, das Herz und das Gefäßsystem ist. Ebenfalls als widerlegt gilt die These, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Selbst für den Blutdruck besteht keine Gefahr, da die Erhöhung nicht lang anhält und eher gering ist. Nur bei deutlich erhöhtem Blutdruck sollte der Kaffeekonsum mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Krankenkassen betonen positive Wirkungen

Die Handelskrankenkasse (hkk) hat dem Thema Kaffee einen umfassenden Beitrag auf ihrer Homepage gewidmet, in dem viele positive Eigenschaften des Kaffees aufgezählt werden. Neben den bereits genannten, betont die hkk darüber hinaus, dass durch Kaffeesäure schädliche Substanzen im Körper neutralisiert werden können. Zusammenfassend stellt die Krankenkasse fest: „Für sich alleine stellt ein regelmäßiger und dabei moderater Kaffeekonsum keine Gefahr für die Gesundheit dar.“ Dabei verkennt die hkk nicht, dass es sich beim Kaffee aber auch um ein Genussmittel handelt und deshalb der Griff zu Alkohol und Zigaretten häufig nicht schwer fällt.

Zu viel Kaffee problematisch

Zu viel Kaffee ist nicht gesundZu viel Kaffee ist nicht gesund(c) Adel / pixelio.de
Auch auf der Seite der IKK Südwest lassen sich Hinweise auf die positiven Wirkungen des Kaffees finden. So kann mit Koffein Denk- und Gedächtnisleistungen angeregt und die körperliche Fitness gesteigert werden. Außerdem soll es vor Diabetes und Gicht schützen. Allerdings warnt die Krankenkasse generell vor dem erhöhten Konsum von koffeinhaltigen Getränken, da dies zu Nervosität, Herzrasen, Übelkeit oder Schlaflosigkeit führen kann. Generell wird die positive Wirkung des Kaffees also nicht in Frage gestellt, was nach aktuellen Studienergebnissen auch wenig haltbar wäre, aber für einen umsichtigen Umgang mit Koffein geworben. Auch weil der IKK Südwest zufolge Studien belegen, dass bei regelmäßigem Koffeinkonsum der Kaffee seine stimulierende Wirkung verliert.

Unterm Strich ein Ja zu Kaffee

Abschließend bleibt festzustellen, dass Kaffee offensichtlich über viele positiven Eigenschaften verfügt und zu einem maßvollen Konsum geraten wird. Doch wie viele Tassen der maßvolle Konsum genau einschließt, wurde bislang nicht erforscht. Wacker hält sich die Richtlinie von 3 bis 4 Tassen pro Tag. Doch unklar bleibt, wer diese Zahl in Umlauf gebracht hat und ob diese wissenschaftlich belegt ist. Den Ergebnissen der kanadischen Studie zufolge wäre es am besten, wenn Kaffeetrinker im Laufe des Tages auf eine dunkelgeröstete koffeinfreie Variante umsteigen. Dann sollte es zu keinen Schlafstörungen kommen und die gesunden Phenylindane werden trotzdem aufgenommen.

 

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