Umbenennung

BKK vor Ort wird zu VIACTIV

Reinhard Brücker - Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort
veröffentlicht am 29.07.2015

Reinhard Brückner, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort (VIACTIV Krankenkasse)Reinhard Brückner, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort (VIACTIV Krankenkasse)
Im Azubi-Krankenkassentest 2015 erhielt die BKK vor Ort das Testurteil „sehr gut“. Vorstandschef Reinhard Brücker beantwortet Fragen rund um das Leistuingsprofil für junge Versicherte, die am Anfang ihres berufslebens stehen und erklärt, warum die bundesweit geöffnete BKK bald VIACTIV heißen wird.

Werbung

 

 

 

Für den Herbst 2015 haben Sie die Umbenennung in „VIACTIC Krankenkasse“ und damit gleichzeitig die Etablierung einer neuen Marke angekündigt. Was verbirgt sich hinter diesem neuen Konzept?

VIACTIV steht für „la vie“ – dem französischen Wort für „das Leben“.Mit ihrem neuen Namen wird sich die BKK vor Ort noch deutlicher als eine Krankenkasse präsentieren, die sich in besonderem Maße um die Gesundheit ihrer Versicherten kümmert. Wir sind und bleiben auch als VIACTIV Krankenkasse weiter Bestandteil der BKK-Familie. Zusammen mit Fitnessexperten und Medizinern werden wir unser Leistungsangebot im Bereich Sport und Prävention ausbauen - in Kombination mit kurativer Medizin und passgenau zugeschnitten auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen. Schon jetzt bieten wir Top-Leistungen im Bereich Sport und Prävention. Dabei betrachten wir Sportlichkeit als Lebensgefühl und möchten Aktivität, Fairness, Freude und Gemeinschaft fördern.

 

Welche Veränderungen wird es durch diese Transformation für Ihre 780.000 Versicherten geben? Konkreter gefragt: Bleibt das jetzige Leistungsprofil mit allen Zusatzleistungen, Bonuschancen und Extras erhalten?

VIACTIV bietet jenseits des gesetzlichen Leistungskatalogs zahlreiche sportlich orientierte Produkte an, die andere Krankenkassen so nicht im Programm haben. Alle zwei Jahre übernehmen wir z.B. eine sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung bei einem Facharzt. Weiterhin unterstützen wir die Teilnahme an zertifizierten Sport- und Gesundheitskursen mit bis zu 200 Euro im Jahr und bieten in Kooperation mit Sportverbänden und Fitnessstudios außerdem eigene Kursprogramme oder unseren Fitnessführerschein an. Und nicht zuletzt bezuschussen wir – im Gegensatz zu vielen anderen Kassen – die sanfte Schmerzbehandlung durch Osteopathen.

 

Bislang war Ihr Profil vor allem deutlich auf Familien mit Kindern ausgerichtet. Die neue Philosophie scheint sich eher an besonders aktive und sportliche Versicherte zu richten. Bleibt Ihnen dadurch nicht eine Vielzahl an potenziellen Kunden verwehrt?

Keineswegs. Denn wir verstehen sportliche Aktivität in erster Linie als ein Angebot an Versicherte aller Altersgruppen. Uns geht es nicht um sportliche Spitzenleistungen, sondern die Primärprävention – also die Vorbeugung, um Krankheiten zu vermeiden – steht im Vordergrund. Ob nun als Läufer, bei der Seniorengymnastik, im Yogakurs für Anfänger, beim Rollstuhl-Basketball oder beim Mutter-Vater-Kind-Turnen – wichtig ist uns der individuelle, zum jeweiligen Versicherten passende sportliche Einsatz. Zudem kann sich bei uns die ganze Familie mit dem VIACTIV Bonus für Vorsorge und gesundheitsbewusstes Verhalten attraktive Prämien sichern – auch ohne regelmäßig Sport zu treiben. Als Krankenkasse sind wir natürlich weiterhin für alle da, die akute Gesundheitsprobleme haben, chronisch krank oder pflegebedürftig sind.

 

 

Im Azubi-Krankenkassentest ist die BKK vor Ort mit „sehr gut“ ausgezeichnet worden. Was bietet Ihre Krankenkasse in Zukunft insbesondere jungen Menschen, auch in Hinblick auf die Zeit nach der Ausbildung?

Junge Versicherte erhalten bei uns eine Reihe Extra-Leistungen. Beispielsweise bezuschussen wir  schon bei Minderjährigen eine professionelle Zahnreinigung und übernehmen die Kosten für ein jährliches Hautscreening. Für Auszubildende und junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer engagieren wir uns stark im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements, zum Beispiel mit unseren Azubi-Fit-Programmen. Im Bereich Service bieten wir ein eigenes Beratungsteam für Auszubildende. Außer dem helfen wir bei Bewerbungen und bürokratischen Formalitäten, die jungen Menschen manchmal noch schwer fallen. Drei mal im Jahr erscheint darüber hinaus unser kostenloses und ausgezeichnetes junges Versichertenmagazin “Orange“ mit vielen Zielgruppentipps.

 

Die Bundesregierung hat kurz vor der Sommerpause einige gesundheitspolitische Gesetze verabschiedet. Wie zufrieden sind Sie aus Sicht der Krankenkassen mit dem Präventionsgesetz?  

Die Festlegung des Betrages, den die Krankenkassen zukünftig für Prävention auszugeben haben - für 2016 pro Versichertem 7 Euro - davon 2 Euro für betriebliche Gesundheitsförderung und weitere 2 Euro für Prävention in Lebenswelten – ist prinzipiell gut. In der Vergangenheit lagen unsere Ausgaben in diesem Bereich aber bereits deutlich über den alten  Richtwerten, da wir der Prävention seit Jahren eine hohe Priorität geben.

Kritisch sehen wir die mit dem Gesetz verbundene Bürokratisierung. Beispielsweise sollen die Kassen nun 0,45 Cent für jeden Versicherten an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) abführen, damit diese die Primärprävention in Kindergärten und Schulen durchführt. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die keinen Bezug zu einem Versichertenverhältnis haben, sollten auch weiterhin aus Steuermitteln finanziert werden.

Die Anzahl neuer Gesetze aus dem Hause Gröhe ist momentan extrem hoch. Dennoch bleibt es eine Ansammlung von weitgehend zusammenhanglosen Einzelmaßnahmen, ohne dass die seit Jahren fehlerhaften strukturellen Rahmenbedingungen (Stichworte: Über-/Unter- und Fehlversorgung) und die damit verbunden finanziellen Perspektiven neu geordnet werden.