Sturzgefahr bei Glätte: Was kann ich selbst tun?
Schnee und Eis gehören in den Winter – doch sie erhöhen das Risiko für gefährliche Stürze erheblich. Auch wenn die Winter in Deutschland meist vergleichsweise mild sind, können sich bei Frost schnell glatte Eiskrusten bilden, insbesondere dann, wenn Wege nicht rechtzeitig geräumt oder gestreut werden. Zwar gibt es eine Streu- und Räumpflicht, in der Praxis werden Gehwege aber nicht immer sofort verkehrssicher gemacht. Umso wichtiger ist es, selbst vorzusorgen.
Ein entscheidender Faktor ist das richtige Schuhwerk. Schuhe mit Sohlen aus mittelweichen Gummi- oder Kunststoffmischungen bieten deutlich mehr Halt als harte Materialien. Entgegen der landläufigen Meinung sorgt ein besonders tiefes Profil nicht automatisch für mehr Sicherheit. Entscheidend ist vielmehr eine möglichst große Auftrittsfläche des Fußes. Auf Glatteis entsteht unter Druck ein dünner Wasserfilm, auf dem der Schuh leicht ins Rutschen gerät – eine große Kontaktfläche reduziert diesen Effekt.
Zusätzliche Sicherheit bieten einfache Hilfsmittel. Wer dicke Wollsocken über die Schuhe zieht, kann das Schmelzwasser teilweise aufsaugen und so den gefährlichen „Aufschwimm-Effekt“ mindern. Auch spezielle Überzieher aus Mikrofaser sind erhältlich, die Feuchtigkeit effektiv aufnehmen und das Rutschen verhindern.
Besondere Vorsicht ist auf schiefen Ebenen wie abschüssigen Wegen oder Auffahrten geboten. Dort kann man selbst im Stand ausrutschen. Meiden Sie solche Passagen möglichst oder nehmen Sie einen kleinen Umweg. Oft ist es sicherer, neben einem festgetretenen Weg durch unverdichteten Schnee zu gehen.
Generell gilt: Bewegen Sie sich langsam, mit kleinen Schritten und ohne hastige Bewegungen. Halten Sie beide Hände frei, um einen Sturz abfangen oder sich abrollen zu können. Verzichten Sie darauf, sich an anderen Personen festzuhalten – das erhöht meist nur das Risiko, dass beide stürzen. Wer achtsam unterwegs ist, kommt auch bei Glätte sicher ans Ziel.
(Quelle: hkk.de)
