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Rufnummern

In dringenden Fällen 116 117 wählen

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist bundesweit unter einer Nummer erreichbar
veröffentlicht am 01.10.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

einheitliche Rufnummer 116117 - Ärztlicher Bereitschaftsdiensteinheitliche Rufnummer 116117 - Ärztlicher Bereitschaftsdienst(c) Lupo / pixelio.de
Die Klassiker der Notfallnummern kennt beinahe jedes Kind: 110 für Polizei und 112 für die Feuerwehr beziehungsweise den medizinischen Rettungsdienst. Seit mittlerweile mehr als sieben Jahren gilt eine weitere Rufnummer, die unter der 116117 erreichbar ist. Wann ist welcher Notruf zu wählen?

2019-10-01T11:49:00+00:00
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In der DDR galt für den Notarzt und Rettungsdienst die 115, die heute in vielen Regionen als heißer Draht zu den Behörden gewählt werden kann. Seit mittlerweile mehr als sieben Jahren gibt es eine weitere bundesweite Rufnummer, die unter der 116117 erreichbar ist. Diese wurde eingeführt, um den ärztlichen Bereitschaftsdienst der einzelnen Bundesländer zu vereinheitlichen.

Was verbirgt sich hinter der Rufnummer?

Erreichbar ist die 116117 immer dann, wenn die Arztpraxen regulär geschlossen sind. In Bundesländern, in denen der ärztliche Bereitschaftsdienst für 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht, ist auch die 116 117 rund um die Uhr zu erreichen. In den anderen Ländern oder Regionen wird in den Auszeiten eine automatische Ansage geschaltet mit einer Information, an wen man sich wenden kann.

Wer die Nummer 116 117 anwählt, wird als erstes mit der zuständigen Service-Stelle in der Region verbunden. Entweder ist dies eine Telefonzentrale mit medizinisch geschulten Mitarbeitern oder ein Bereitschaftsarzt im Dienst. Je nachdem, wie die Situation medizinisch eingeschätzt wird, entscheidet der Bereitschaftsdienst dann über das weitere Vorgehen. In dringlichen Fällen kann ein sofortiger Hausbesuch angeordnet werden.  

Muss ich 112 oder 116117 wählen? 

In lebensgefährlichen Situationen, zum Beispiel nach Unfällen, sollte in jedem Fall die 112 gewählt werden. Auch bei starken Herzbeschwerden, nicht zu stillenden Blutungen, bei Atemstillstand oder Bewusstlosigkeit ist immer die 112 die richtige Nummer. Unter diesem Anschluss erreicht man Rettungsdienste, die sofort einen Notarzt oder Rettungswagen senden können.

Die Bereitschaftsnummer 116117 ist dagegen für alle Situationen gedacht, in denen man im Normalfall selbst einen Arzt aufsuchen würde, die Praxis aber geschlossen ist. Das ist zum Beispiel bei leichteren Verletzungen, unbekannten Symptomen oder stärkerem Fieber der Fall. Wenn man wegen der Notfallpanik die falsche Telefonnummer wählt, wird man trotzdem nicht abgewiesen, sondern an die richtige Stelle vermittelt.  

Ist 116117 auch im Ausland erreichbar?

Die ärztliche Bereitschaftsnummer 116117 wurde nicht nur deutschlandweit, sondern von der Europäischen Kommission auch für die gesamte EU für den Bereitschaftsdienst reserviert. Für die Zukunft ist eine europaweite Gültigkeit und Erreichbarkeit der 116117 vorgesehen. Bislang ist die Bundesrepublik Deutschland aber das einzige und erste Land , das diese Nummer eingeführt hat.  

Wer trägt die Kosten?

Die Bereitschaftsnummer 116117 ist grundsätzlich kostenfrei. Das gilt auch, wenn der Anruf nicht vom Festnetz, sondern mobil vom Handy, Smartphone oder auch über Scype gewählt wird. Die Behandlungskosten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes gehören zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen. Für Privatversicherte ist eine Kostenübernahme abhängig vom Vertrag. Entscheidend ist dabei unter anderem, ob ein Selbstbehalt festgelegt ist.

 

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