Kontaktlinsen sicher entfernen
Richtige Technik und künstliche Tränen helfen bei der unangenehmen RoutineDarum sitzt die Linse fest
Ob eine Kontaktlinse sanft auf dem Tränenfilm gleitet oder sich unangenehm festsaugt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer Tages-, Wochen- oder Monatslinsen trägt, leidet häufig an festsitzenden Linsen. Diese sind oft nur in einer Form erhältlich. Deshalb müssen oft andere Linsen sorgfältig angepasst werden. Trockene Luft und eine überschrittene Tragzeit erschweren es, weiche Kontaktlinsen aus dem Auge zu entfernen. Je länger sie im Auge sind, desto eher saugen sie sich fest. Auch Ausdauersport kann dafür sorgen, dass eine Linse nur schwierig aus dem Auge genommen werden kann. Wer häufig Sport treibt, sollte daher nach flacheren Linse fragen, so der Augenarzt Gerald Böhme aus Backnang. Widerspenstige Kontaktlinsen ließen sich am besten durch vorsichtiges seitliches Verschieben in Richtung der weißen Regionen des Auges entfernen. Verursacht dies Schmerzen, kann man eine kleine Menge künstlicher Tränenflüssigkeit in die Augen tropfen. Nach fünf Minuten lassen sich die Linsen dann meist wie gewohnt herausnehmen, so Böhme.
Neben dem spezifischen Linsenmaterial spielen vor allem die individuelle Anatomie des Auges sowie die alltägliche Routine beim Einsetzen eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund bedarf es einer professionellen Anpassung, damit die Linse später perfekt zum jeweiligen Auge passt. Zeigt sich eine Kontaktlinse plötzlich widerspenstig und bereitet beim Herausnehmen Probleme, kommen dafür mehrere Ursachen infrage. Häufig stecken trockene Augen, eine zu starke Anhaftung (Adhäsion), eine verkrampfte Augenmuskulatur oder ein falscher Sitz der Linse dahinter. Ebenso führt oft eine noch fehlende Handhabungsroutine zu Schwierigkeiten. Wenn eine Kontaktlinse sehr fest sitzt, kann man sie nur unter Schmerzen herausnehmen. Wenn sich Linsen häufig schwer herausnehmen lassen, sind sie häufig zu eng angepasst, so . Trete dieses Phänomen häufig auf, sollte in der Arztpraxis oder beim Augenoptiker eine andere Linse angepasst werden.
Pinzettengriff oder Lidzug-Methode?
Im Idealfall schließt das Herausnehmen der weichen Kontaktlinsen den Tag als entspanntes Ritual ab. Sitzt die Linse jedoch einmal fester als gewohnt, dann hilft Gewalt auf keinen Fall weiter. Mit der richtigen Technik und etwas Geduld löst sich fast jedes Exemplar jedoch problemlos. Betroffene sollten den Vorgang mit gründlichem Händewaschen unter Verwendung einer milden Seife beginnen und sie anschließend mit einem fusselfreien Handtuch abtrocknen, da nasse Finger schnell auf der Linsenoberfläche abrutschen. Fühlt sich das Auge trocken an oder falls die Linse festklebt, bringen ein paar Tropfen steriler Kochsalzlösung oder spezieller Nachbenetzungstropfen schnelle Linderung. Ein sanftes Massieren des geschlossenen Lids und ein anschließendes Blinzeln verteilen außerdem die Flüssigkeit.
Kontaktlinsen richtig mit dem Pinzettengriff herausnehmengeneriert mit GPT 5-2
Häufig reicht dieser Schritt bereits aus, damit die Linse wieder frei auf dem Tränenfilm schwimmt. Für das eigentliche Entfernen erweist sich ein Spiegel als große Hilfe. Kontaktlinsenträger neigen den Kopf dabei leicht nach vorne, während der Blick nach oben wandert. Der Mittelfinger der dominanten Hand zieht nun das untere Augenlid sanft nach unten. Die Kuppe des Zeigefingers berührt anschließend ganz leicht den unteren Rand der Kontaktlinse. Nun schiebt der Finger die Linse vorsichtig nach unten auf den weißen Teil, die sogenannte Sklera, des Auges. Dort reagiert das Auge unempfindlicher und die Linse saugt sich weniger stark fest. Daumen und Zeigefinger greifen die Kontaktlinse jetzt behutsam im „Pinzettengriff“ und heben sie sanft ab.
Bei formstabilen, also harten, Linsen scheidet der Pinzettengriff aus. Stattdessen eignet sich die Lidzug-Methode, bei der ein Zug am äußeren Augenwinkel und ein gleichzeitiges Blinzeln die Linse lösen. Alternativ hilft ein spezieller Kontaktlinsensauger (Hohlsauger). Dieser setzt sanft auf der unteren Linsenhälfte an und nimmt die Linse sicher vom Auge. Er kann aber auch für das Einsetzen verwendet werden und ist damit eine hygienische Altternative zur händischen Lösung.
Künstliche Tränenflüssigkeit als sanftes Hilfsmittel
Häufig erschwert pure Trockenheit das Herausnehmen der Linsen erheblich. In solchen Momenten leistet künstliche Tränenflüssigkeit oder eine sterile Nachbenetzungslösung wertvolle Hilfe. So befeuchten ein bis zwei Tropfen direkt im Auge die gereizte Oberfläche sofort. Ein anschließendes sanftes Massieren des geschlossenen Lids verteilt die Flüssigkeit anschließend unter der festsitzenden Linse. Nach einigen ruhigen Lidschlägen saugt sich das Material mit der neuen Feuchtigkeit voll und schwimmt wieder frei auf dem natürlichen Tränenfilm. Durch diesen einfachen Zwischenschritt löst sich die Kontaktlinse deutlich leichter und das Auge erfährt eine schonende Behandlung ohne unangenehmes Ziepen.
Kontaktlinsen mit Routine einsetzen
Ein entspannter Start in den Tag gelingt am besten mit einer festen Routine beim Einsetzen der Kontaktlinsen. Auch hier bildet gründliches Händewaschen mit milder Seife den ersten Schritt. Kontaktlinsenträger sollten dann ein sauberes, fusselfreies Handtuch verwenden, um die Finger sorgfältig abzutrocknen und um Fusseln im Auge zu vermeiden. Anschließend legen sie die saubere Kontaktlinse auf die Kuppe des Zeigefingers. Die Ränder der Linse sollten nun gleichmäßig nach oben zeigen und eine kleine Schale bilden. Biegen sich die Ränder stattdessen wie bei einem tiefen Suppenteller leicht nach außen, dann muss die Linse nach einer vorsichtigen Umstülpung auf die richtige Seite gelegt werden. Für das eigentliche Aufsetzen zieht der Mittelfinger derselben Hand das untere Augenlid sanft nach unten. Ein Finger der anderen Hand greift über den Kopf und hält gleichzeitig das obere Lid an den Wimpern sicher fest. Dieser Griff unterdrückt den natürlichen Blinzelreflex. Der Blick richtet sich dabei fest geradeaus auf das eigene Spiegelbild. Nun nähert sich der Zeigefinger dem Auge und setzt die Linse behutsam auf die feuchte Augenoberfläche. Sobald die Kontaktlinse auf dem Tränenfilm haftet, zieht sich der Zeigefinger zurück. Die haltenden Finger lassen die Augenlider langsam los. Ein behutsames Schließen der Augen und ein paar ruhige Lidschläge zentrieren die Linse schließlich ganz von allein auf der geeigneten Position.

