ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten)

Die ICD ist ein weltweit verwendetes Klassifikationssystem für Krankheiten und Gesundheitsprobleme. Die Abkürzung steht für International Classification of Diseases. Herausgegeben wird sie von der World Health Organization (WHO). Ziel der ICD ist es, Diagnosen international einheitlich zu erfassen, zu vergleichen und statistisch auszuwerten.
Die ICD enthält Codes für körperliche und psychische Erkrankungen, Symptome, Verletzungen sowie Ursachen von Todesfällen. Ärztinnen und Ärzte nutzen diese Codes beispielsweise für Diagnosen, Krankenakten, Abrechnungen mit Krankenkassen und wissenschaftliche Auswertungen. Durch die standardisierte Codierung können Gesundheitsdaten zwischen Ländern, Kliniken und Forschungseinrichtungen verglichen werden.
Aktuelle Version ICD-11
Die aktuell gültige Version ist die ICD-11. Sie wurde von der WHO verabschiedet und schrittweise in vielen Ländern eingeführt. In Deutschland wird sie unter anderem für die medizinische Dokumentation und die Abrechnung im Gesundheitswesen genutzt. Die ICD-11 enthält eine modernisierte Struktur, neue Diagnosen und eine stärkere Berücksichtigung digitaler Anwendungen.
Im Bereich psychischer Erkrankungen dient die ICD – ähnlich wie das Diagnosemanual DSM – als Grundlage für die Diagnosestellung. Während das DSM vor allem in Forschung und Psychiatrie verbreitet ist, ist die ICD im Gesundheitswesen verbindlich, etwa für statistische Erfassungen oder Versicherungsfragen.
Die ICD wird regelmäßig überarbeitet, um neue medizinische Erkenntnisse zu berücksichtigen und Diagnosen international vergleichbar zu halten. Sie zählt zu den wichtigsten Instrumenten der globalen Gesundheitsstatistik und medizinischen Klassifikation.