Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist eine Fachbehörde des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Es ist im Februar 2025 aus der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervorgegangen. Die BZgA wurde am 13. Februar 2025 per Ministererlass in Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit umbenannt.
Mit der Neuausrichtung soll die öffentliche Gesundheit in Deutschland gestärkt und der Public-Health-Ansatz weiterentwickelt werden. Das BIÖG baut dabei auf den langjährigen Erfahrungen und Informationsangeboten der 1967 gegründeten BZgA auf.
Der Hauptsitz des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit befindet sich in Köln. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Maarweg 149–161
50825 Köln
Aufgaben des BIÖG
Das BIÖG beschäftigt sich insbesondere mit Gesundheitsförderung und Prävention. Zu seinen Aufgaben gehören die Entwicklung und Umsetzung bundesweiter Kampagnen, Programme und Projekte sowie die wissenschaftlich fundierte Information der Bevölkerung. Dabei richtet sich das BIÖG sowohl an die Allgemeinbevölkerung als auch an bestimmte Zielgruppen und an Fachkräfte. Die Informationen sollen wissenschaftlich abgesichert, verständlich und praxisnah sein.
- Informationen über Gesundheit, Prävention und gesundheitliche Risiken
- bundesweite Gesundheitskampagnen
- Erhebung und Analyse gesundheitsbezogener Daten
- Strategien und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung
- Qualitätssicherung von Präventionsangeboten
- Informationen und Arbeitsmaterialien für Fachkräfte
- Koordination von Netzwerken und Programmen
- Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD).
BZgA wird zum BIÖG
Die frühere Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurde bereits 1967 gegründet. Zu ihren ursprünglichen Aufgaben gehörten unter anderem die Entwicklung von Grundsätzen und Methoden der Gesundheitserziehung, die Aus- und Fortbildung von Fachkräften sowie die Koordinierung der gesundheitlichen Aufklärung auf Bundesebene. Mit der Umbenennung zum BIÖG wurde der Aufgabenbereich stärker auf den umfassenderen Begriff der Öffentlichen Gesundheit (Public Health) ausgerichtet.
Die bisherigen Informationsangebote und Kampagnen der BZgA verschwanden durch die Umbenennung nicht. Das BIÖG baut ausdrücklich auf dem vorhandenen Wissen, den Erfahrungen und den Medien der BZgA auf. Die bestehenden Materialien werden nach und nach aktualisiert und unter dem neuen Namen weitergeführt.
Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut
Eine wichtige Neuerung der Neuausrichtung ist die engere Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI).
Dabei sollen die Kommunikations- und Präventionserfahrungen des früheren BZgA mit der wissenschaftlichen und datenbezogenen Expertise des RKI verbunden werden. Beide Einrichtungen haben hierzu eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Sie stimmen sich unter anderem bei Gesundheitsthemen, Forschungsfragen und Evaluationskonzepten ab. Auch bei der Krisenkommunikation ist eine enge Zusammenarbeit vorgesehen.
Das BIÖG kann damit wissenschaftliche Erkenntnisse stärker für die Gesundheitskommunikation nutzbar machen. Umgekehrt sollen Daten und Forschungsergebnisse dazu beitragen, Präventionsmaßnahmen gezielter zu entwickeln und zu überprüfen.
Diese Gesundheitsthemen behandelt das BIÖG
Das Themenspektrum ist breit. Dazu gehören unter anderem:
- Gesundheitsförderung und Prävention
- gesundheitliche Chancengleichheit
- Kinder- und Jugendgesundheit
- psychische Gesundheit
- Suchtprävention, Tabak- und Alkoholprävention
- Impfungen und Infektionsschutz
- Organ- und Gewebespende, Blut- und Plasmaspende
- Bewegung und gesunde Lebensführung
- Gesundheit und Schule
- Hitzeschutz und Klimawandel
- Öffentlicher Gesundheitsdienst
- sexuelle Gesundheit und Familienplanung
BIÖG und gesetzliche Krankenkassen
Das BIÖG ist keine Krankenkasse und übernimmt auch keine Kosten für medizinische Behandlungen.
Für gesetzlich Versicherte kann das BIÖG dennoch eine wichtige Informationsquelle sein. Es informiert über Möglichkeiten der Prävention und Gesundheitsförderung und stellt Materialien und Informationen bereit, die auch von Krankenkassen, Arztpraxen, Schulen, Kommunen und anderen Einrichtungen genutzt werden können. Damit ergänzt das BIÖG die Präventionsangebote der gesetzlichen Krankenversicherung, ohne selbst Träger der GKV zu sein.
Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Dazu gehören insbesondere die Gesundheitsämter der Länder und Kommunen.
Das BIÖG unterstützt den ÖGD unter anderem bei Kommunikation, Fortbildung, Qualitätsentwicklung und Netzwerkbildung. Hintergrund ist auch der seit 2020 bestehende „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“, mit dem die Strukturen des ÖGD gestärkt werden sollen.
Ist das BIÖG das neue RKI?
Nein. BIÖG und RKI sind zwei unterschiedliche Bundesbehörden mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das RKI ist insbesondere für die öffentliche Gesundheit im Bereich der Krankheitsüberwachung, Infektionsschutz, epidemiologischen Forschung und Gesundheitsberichterstattung zuständig.
Das BIÖG konzentriert sich vor allem auf Gesundheitsförderung, Prävention, Gesundheitskommunikation, Vernetzung und die praktische Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Beide Einrichtungen arbeiten dabei enger zusammen.