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Zahngesundheit

Weltweites Amalgam-Verbot für Schwangere und Kinder beschlossen

130 Länder verpflichten sich zu Teilverbot
veröffentlicht am 12.04.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Amalgamfüllungen bei Kindern werden weltweit gestopptAmalgamfüllungen bei Kindern werden weltweit gestoppt(c) getty Images / Wavebreakmedia
Die Verwendung von Amalfüllungen für zahnärztliche Behandlungen wird weltweit für bestimmte Patientengruppen gestoppt. Darauf haben sich merh als 130 Staaten auf einer UN-Fachkonferenz in Bali im März 2022 geeinigt. Ab dem 25. Juni diesen Jahre soll laut dem dortigen Beschluss bei Schwangeren, Stillenden und Kindern auf Amalgamfüllungen verzichtet werden.

2022-04-12T16:11:00+02:00
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Die weltweit gültige Entscheidung basiert auf der internationalen Minamata-Konvention zur Verringerung von Quecksilber-Emissionen, die 2017 in Kraft trat. Laut Vertrag wurde die Liste der zu regulierenden quecksilberhaltigen Produkte überarbeitet und enthält nun auch Amalgamfüllungen, die stark quecksilberhaltig sind. Gleichzeitig wurde im Vorfeld der Konferenz Informationen der WHO über mögliche Alternativen zu Amalgam bereitgestellt. Die Weltgesundheitsorganisation fordert eine weltweite Umstellung auf 'minimal-invasive' und quecksilberfreie Zahnmedizin.

Gesetzentwurf in der EU bis Jahresende

Während die Afrikanische Union auf der Bali-Konferenz für einen Totalausstieg bis 2029 eintrat, bremsten Staaten wie Iran, Saudi-Arabien oder Brasilien die bemühungen um ein generelles Verbot. Der nun angenommene Kompromiss sieht vor, dass Amalgam nur noch für bestimmte Personengruppen und in verkapselter Form verwendet werden darf. Bei Milchzähnen, Kindern unter Jahren sowie bei Schwangeren und stillenden Frauen soll generell von einem Amalgameinsatz abgesehen werden. Die Unterzeichnerstaaten sind angehalten, Amalgam mit Rücksicht auf Ausnahmen zu verbieten. Ein Gesetzentwurf der Europäischen Kommission für eine EU-weite Regelung wird bis Jahresende ausgearbeitet.

"Keine Ausreden mehr"

„In Europa sind wir bereits auf der Zielgeraden. Jetzt müssen wir so schnell wie möglich anderen Ländern helfen.“, kommentierte  Florian Schulze, Geschäftsführer der IG Umwelt ZahnMedizin. „Wir erwarten auch von Deutschland, den Amalgam-Ausstieg noch in diesem Jahr zu beschließen. Polen hat es im Februar vorgemacht und Amalgamfüllungen ohne eine Übergangsphase aus den gesetzlichen Kassenleistungen gestrichen. Es gebe nun keine Ausreden mehr, so  Schulze. Selbst die Hersteller von Amalgam verliessen das sinkende Schiff, so Schulze.

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