Neuer Heilmittel-Report 2026: Kosten steigen weiter, Qualität bleibt schwer messbar
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Physiotherapie hat größten Anteil
Nach den aktuellen Daten gaben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2024 rund 13,3 Milliarden Euro für Heilmittel wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Sprachtherapie aus. Damit haben sich die Ausgaben innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ende 2025 lagen die Kosten bereits bei 14,7 Milliarden Euro. Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich dieser Trend fort. Den größten Anteil an den Ausgaben hat die Physiotherapie. Sie machte 2024 knapp 70 Prozent des gesamten Heilmittelumsatzes aus.
Blankoverordnung auf dem Prüfstand
Gleichzeitig weisen die Autoren des Reports darauf hin, dass steigende Kosten nicht automatisch Rückschlüsse auf die Qualität der Versorgung zulassen. Vielmehr fehle es bislang an geeigneten Instrumenten, um Behandlungserfolge systematisch zu erfassen und zu bewerten. Besonders kritisch betrachtet der Report die sogenannte Blankoverordnung, die seit 2024 für bestimmte Diagnosen in der Ergo- und Physiotherapie möglich ist. Dabei können Therapeutinnen und Therapeuten eigenständig über Art, Umfang und Häufigkeit der Behandlung entscheiden. Laut Report führte dies zu deutlich höheren Behandlungskosten. Ob Patientinnen und Patienten dadurch tatsächlich besser versorgt werden, sei bislang jedoch nicht ausreichend untersucht.
Versorgung verbessern - Kosten optimieren
Ein Schwerpunkt des Heilmittel-Reports liegt auf der Frage, wie die Qualität der Versorgung verbessert werden kann. Die Autorinnen und Autoren nennen unter anderem eine stärkere Akademisierung therapeutischer Berufe, die konsequente Umsetzung wissenschaftlicher Leitlinien sowie die Nutzung von Krankenkassendaten zur Qualitätsmessung. Ziel sei es, die Wirksamkeit von Heilmitteltherapien künftig transparenter zu machen und die Versorgung gezielt weiterzuentwickeln.
