EU fördert psychische Gesundheit in der Arbeitswelt
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Laut der Eurobarometer-Umfrage zur psychischen Gesundheit aus dem Jahr 2023 kämpft eine hohe Zahl an Arbeitenden in Europa mit physischen und mentalen Belastungen im Job. So leidet die Hälfte aller befragten Arbeitnehmer an Zeitdruck, 37 Prozent an einer allgemeinen Müdigkeit. 35 Prozent der Arbeitenden beschrieben Kopfschmerzen bei der Arbeit. Symptome von Stress, Depression und Ängsten gab fast jeder Dritte an. Dazu kamen mit 28 Prozent körperliche Beschwerden hinzu, darunter Gelenk- und Muskelschmerzen. Dies hat Folgen für die Produktivität. Die Belastungen führen zu sinkender Motivation, einer erhöhten Fehlerquote, mehr Krankmeldungen sowie einer steigenden Fluktuation. Ein Beweis hierfür liefert der Fehlzeiten-Report 2024 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2024 verzeichnet er einen Anstieg psychischer Erkrankungen und daraus hervorgehender Fehltage von 47 Prozent.
Digitalisierung & Klima als neue Stressoren
Die Studie „OSH Pulse 2025“ untersuchte die Gesundheit am Arbeitsplatz in Bezug auf Klimawandel und Digitalisierung. Die Antworten der 28.000 Befragten zeigen einen starken Einfluss digitaler Technologien auf den Arbeitsalltag. So nutzten 78 % internetfähige tragbare Geräte, 61 % arbeiten regelmäßig am Computer.
Für knapp die Hälfte der Befragten bestimmen Technologien das Arbeitstempo, u. a. da sie den Zeitdruck erhöhen. Fast jeder Dritte fühlt sich durch die Digitalisierung isoliert und klagt über Arbeitsbelastungen.
Die „OSH Pulse 2025“-Studie fand ebenfalls heraus, dass der Klimawandel den körperlichen und psychischen Stress steigert. Beispielsweise berichteten 33 Prozent der Beschäftigten von klimabezogenen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel extremen Temperaturen. Diese europaweiten Phänomene scheinen zum Teil auch für Deutschland zu gelten. Bezüglich der Gründe und der Entwicklung der Beschwerden zeigen die Zahlen aus Deutschland indes ein uneinheitliches Bild. So kommt eine Erhebung der Betriebskrankenkassen 2026 zum Schluss, dass das Krankheitsniveau weiterhin stabil über dem Vor-Corona-Niveau liegt, mit einem Anstieg psychischer Erkrankungen. Die Gründe dafür sieht Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbandes, nicht ausschließlich in Stressfaktoren, sondern beispeilsweise auch in der Überalterung, die auch den Arbeitsmarkt betrifft. Analysen der gesetzlichen Krankenkassen kommen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Hingegen zeigte sich bei Erschöpfungssymptomen und psychischen Beschwerden laut Helmut Schröder, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, ein leichter Rückgang in bezug auf die Pandemiejahre.
EU-Strategie für mentale Gesundheit
In einem Strategieplan fordert die EU die Mitgliedstaaten auf, mentale Gesundheit systematisch zu fördern. Der Ansatz ist breit angelegt und umfasst insbesondere:
• Gesundheitsförderung
• Prävention psychischer Erkrankungen
• Frühintervention
• Entstigmatisierung
• Soziale Inklusion
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Beschäftigungsförderung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Dazu führt die EU die Förderkampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028“ unter dem Thema „Gemeinsam für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“ ein.
Programm für Arbeitsgesundheit der Rentenversicherung
Die deutsche Rentenversicherung bietet das kostenlose Präventionsangebot für Arbeitnehmer mit dem Namen „RV Fit“. Es wurde von Medizinern speziell für Berufstätige entwickelt und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Das dazugehörige Training in kleinen Gruppen kombiniert Entspannungsübungen mit Bewegungstraining und Ernährungsberatung. Teilnehmende erhalten darüber hinaus Hilfe beim Stressmanagement und alltagstaugliche Hinweise zu einem ergonomischen Arbeiten. Die teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben während der Kurszeit Anspruch auf Lohnfortzahlung (§ 9 Entgeltfortzahlungsgesetz).
Mental fit im Job: Präventionsprogramm der RentenversicherungDeutsche Rentenversicherung
Angebot der Krankenkassen für Arbeitgeber
Die gesetzlichen Krankenkassen sinbd per Gesetz verpflichtet, Firmen beim Erhalt der Gesundheit der Mitarbeiter zu unterstützen. Dazu halten sie verschiedene Angebote für Arbeitgeber für deren Betriebliches Gesundheitsmanagement bereit. Die Bandbreite reicht von zahlkreichen digitalen und physischen Medienangeboten für Arbeitnehmer, über Beratungen von Arbeitgebern oder Gesundheitscoaching von Mitarbeitern bis hin zur Durchführung von Betrieblichen Gesundheitstagen oder Firmenfitnesstagen in Unternehmen - in Kooperation mit Fitnessstudios und anderen Gesundheitsdienstleistern. Inhaltlich stehen sowohl psychische als auch die körperliche Gesundheit im Fokus - etwa bei Themen wie Burnout-Prävention oder Rückenfitness.
- Medienangebote der Krankenkassen
- Gesundheitsblog für Mitarbeiter der Mobil Krankenkasse
- Infobroschüren der AOK für Arbeitgeber (Betriebliches Gesundheitsmanagement)
- Gesundheitstage - Betriebliche Gesundheitsförderung im Unternehmen
- Angebot Gesundheitsblog für Mitarbeiter der Mobil Krankenkasse
- Angebot Gesundheitstag der BARMER
- Angebot Gesundheitstage im Unternehmen der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
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