Schule & Gesundheit

Bündnis fordert 10.000 Stellen für Schulgesundheit

veröffentlicht am von Redaktion krankenkasseninfo.de

Fachkräfte für Schulgesundheit Fachkräfte für Schulgesundheit(c) Getty Images / Dragen Zigic
Ein breites Bündnis aus Krankenkassen, Schülern, Eltern und Pflegeverbänden fordert den flächendeckenden Ausbau von Schulgesundheitsfachkräften in Deutschland. In einem zum Weltkindertag vorgestellten Memorandum sprechen sich der BKK-Dachverband, die Bundesschülerinnen- und Schülerkonferenz, der Bundeselternrat und der Deutsche Pflegerat für die Schaffung von bundesweit 10.000 Stellen aus.

2026-06-02T18:53:00+02:00

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Anne-Kathrin Klemm ( BKK Dachverband) Anne-Kathrin Klemm ( BKK Dachverband)(c) BKK Dachverband / Markus Altmann
Die Fachkräfte sollen dauerhaft und verbindlich an Schulen etabliert werden, um Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung im Schulalltag zu stärken. „Schulgesundheitsfachkräfte bringen Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung an den Lernort Schule“, sagte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbands. Kinder, Familien und Lehrkräfte könnten dadurch deutlich entlastet werden.

Hintergrund der Forderung ist eine zunehmende gesundheitliche Belastung von Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des BKK-Dachverbands leidet in einer durchschnittlichen Schulklasse jedes 25. Kind an Asthma, eines an behandlungsbedingter Adipositas und sechs Kinder weisen psychische Auffälligkeiten auf. Gleichzeitig steige der Bedarf an Inklusion und professioneller Betreuung chronisch kranker Schülerinnen und Schüler.

Nach Ansicht der Initiatoren könnten Schulgesundheitsfachkräfte Verletzungen und Erkrankungen einschätzen, Erste Hilfe leisten, chronisch kranke Kinder begleiten und bei psychischen Problemen frühzeitig Unterstützung anbieten. Dadurch ließen sich unnötige Arztbesuche und Rettungsdiensteinsätze vermeiden sowie Lehrkräfte entlasten.

Für die Finanzierung brachte Klemm unter anderem eine von der Finanzkommission Gesundheit vorgeschlagene Zuckersteuer ins Gespräch. Die gesetzliche Krankenversicherung könne präventive Maßnahmen unterstützen, dürfe jedoch nicht dauerhaft für die Finanzierung der Stellen verantwortlich gemacht werden. Länder und Kommunen müssten eine bundesweit einheitliche Lösung umsetzen und die Versorgung vor Ort sicherstellen.

Auch Schüler-, Eltern- und Pflegevertreter sehen erheblichen Handlungsbedarf. Schulgesundheitsfachkräfte könnten als niedrigschwellige Anlaufstelle für gesundheitliche und psychische Probleme dienen, die Gesundheitskompetenz fördern und die Versorgung chronisch kranker Kinder im Schulalltag verbessern. In Ländern wie England und Frankreich habe sich das Modell bereits bewährt, betonten die Verbände.

 

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