AOK PLUS erzielt 244 Millionen Euro Überschuss – warnt aber vor weiterem Kostendruck
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Überschuss reicht für fünf Tage Versorgung
Trotz des positiven Ergebnisses sieht die Gesundheitskasse keine Entspannung bei den Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Der Überschuss entspreche rechnerisch lediglich gut fünf Tagen Gesundheitsversorgung, erklärte AOK-PLUS-Vorständin Ilona Wojnowski. Die finanziellen Spielräume blieben damit begrenzt.
Zum Jahresbeginn 2025 hatte die AOK PLUS ihren Zusatzbeitrag von 1,8 auf 3,1 Prozent angehoben. Dadurch stiegen die Einnahmen aus Zusatzbeiträgen um rund 1,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Gesamtausgaben gegenüber dem Vorjahr um etwa eine Milliarde Euro. Die Leistungsausgaben je Versicherten legten um 7,1 Prozent zu.
Besonders deutlich stiegen die Kosten für Krankenhausbehandlungen, Arzneimittel, Heilmittel, ärztliche Leistungen, Fahrtkosten und häusliche Krankenpflege. Die Ausgaben für Krankenhäuser beliefen sich auf rund 5,4 Milliarden Euro und machten damit etwa ein Drittel der gesamten Leistungsausgaben aus. Für Arzneimittel gab die Kasse rund 2,9 Milliarden Euro aus, für Heilmittel wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie rund 902 Millionen Euro.
Appell an die Politik
Die AOK PLUS fordert deshalb kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Beitragssätze sowie langfristige Strukturreformen im Gesundheitswesen. Wojnowski sprach sich dafür aus, stärker über den Nutzen einzelner Versorgungsangebote, den Abbau von Doppelstrukturen und die Beseitigung von Fehlanreizen zu diskutieren.
Auch der Verwaltungsrat sieht Handlungsbedarf. Arbeitgebervertreter Sven Nobereit bezeichnete die Entwicklung der Sozialbeiträge als Standort- und Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. Versicherte und Arbeitgeber dürften nicht dauerhaft durch steigende Beiträge belastet werden. Daniela Kolbe, Vorsitzende des Verwaltungsrates auf Versichertenseite, kritisierte zudem die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben über Krankenkassenbeiträge und forderte eine stärkere Steuerfinanzierung entsprechender Leistungen.
Sparpaket nicht ausreichend
Mit Blick auf die laufenden Beratungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hält die AOK PLUS die bislang diskutierten Maßnahmen für nicht ausreichend. Die Kasse fordert unter anderem eine verlässliche Finanzierung von Beiträgen für Bürgergeldempfänger sowie anderer versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln.
Ungeachtet der finanziellen Herausforderungen bleibt die AOK PLUS nach eigenen Angaben Marktführerin in Sachsen und Thüringen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 3,5 Millionen Menschen bei der Krankenkasse versichert. Der Marktanteil unter den gesetzlich Versicherten lag bei rund 57 Prozent.
