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Ernährung

Ärzte und Krankenkassen machen sich stark für Zuckersteuer

Warum Julia Klöckner davon nicht wissen will
veröffentlicht am 08.05.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Ärzte und Kassen fordern eine Steuer auf ZuckerÄrzte und Kassen fordern eine Steuer auf Zucker(c) Kipseline / pixelio.de
Ein Bündnis Ärzten, Krankenkassen und Fachorganisationen hat eine Steuer auf Zucker gefordert. Nun meldet sich Ernährungsministerin Klöckner zu Wort.

2018-05-08T10:41:00+00:00
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Ernährungsbildung statt Zuckersteuer

Die CDU-Politikerin stellt sich entschieden gegen die Einführung einer Steuer auf Zucker. Vielmehr sieht sie die Bildungspolitik in der Pflicht. So könne laut Klöckner die Verbesserung der Ernährungsbildung von Kindern ab dem Kindergartenalter die gesundheitliche Situation in Deutschland verbessern. Sie warnt vor der künstlichen Verteuerung bestimmter Lebensmittel. Denn dies führe dazu, dass sich finanzschwächere Menschen diese dann nicht mehr würden leisten können. Weiterhin zweifelt die Ministerin den Nutzen einer Zuckersteuer an: Über- oder Fehlernährung werde dadurch vermutlich nicht verhindert.  
 

Fachbündnis setzt auf ganzheitliche Lösungen

Ganz anders hingegen sehen das die Befürworter. Diese fordern die Steuer, um Anreize für Hersteller gesüßter Getränke zu schaffen, den Zuckergehalt in ihren Lebensmitteln zu senken. Der Appell des Bündnisses an die Bundesregierung bezieht sich aber nicht allein auf die Forderung, eine Steuer einzuführen. Daneben seien auch Werbeverbote, leicht verständliche Produktkennzeichnungen und Standards bei der Kita- und Schulverpflegung wesentliche Bausteine auf dem Weg zu einer gesünderen Ernährung. Mit derartigen Maßnahmen könne man nach Meinung des Bündnisses auch bildungsferne Schichten erreichen. Der  Fachzusammenschluss ist mit seinem Appell aber nicht allein: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versucht seit 2016, alle Regierungen zu einer Zuckersteuer zu bewegen, denn ein zu starker Konsum fördert nachweislich Typ 2-Diabetes sowie Übergewicht. Während Klöckner vor allem die Ernährungsbildung in der Vordergrund rückt, erklärt das Bündnis, dass Aufklärung allein nicht effektiv genug sei – die Gesundheit der Bürger in Deutschland sei in keinem guten Zustand.

 

Immer mehr EU-Staaten führen Steuer auf Zucker ein

Seit dem 6. April 2018 gilt in Großbritannien die Steuer auf stark gesüßte Getränke. Hintergrund sind alarmierende Zahlen bei Übergewicht und Zahnschäden im softdrink-liebenden Königreich. Weitere Staaten, darunter Irland, Spanien, Portugal, Belgien und Frankreich haben eine Einführung einer Abgabe auf Zucker eingeführt, angekündigt oder geplant. Auch der zuständige EU-Kommissar für Gesundheit, Vytenis Andriukaitis, hat sich für eine verbindliche Einführung einer EU-weiten Steuer ausgesprochen.  Nachdem in Großbritannien die Einführung einer solchen Steuer bekannt geworden war, reagierten dort Getränkehersteller wie Coca-Cola und senkten den Zuckergehalt in ihren Produkten.

Der deutsche Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) will von einer Zuckersteuer nichts wissen und bezeichnet die Vorhaben als ‚Zwangsmaßnahmen‘. Dafür erntete er Kritik von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch . Der Minister gehe mit seiner Haltung "der Zuckerlobby auf den Leim und macht sich mitverantwortlich für die steigenden Diabetes-Zahlen in Deutschland.“ , so Oliver Huizinga von Foodwatch. Die NGO weist außer dem darauf hin, dass Ersatz-Süßstoffe von der Steuer nicht betroffen sind. Das sei aus gesundheitspolitischer Sicht kritisch,denn wenn manche Produzenten den Zucker einfach gegen diese eintauschen, könnten die Konsumenten nicht vom süßen Geschmack abgewöhnt werden.

 

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