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Arzneimittel

4,30 Euro pro Gramm: Staatlich geregelter Cannabis-Verkauf in Apotheken gestartet

veröffentlicht am 21.07.2021 von Redaktion krankenkasseninfo.de

medizinisches Cannabis in der Apothekemedizinisches Cannabis in der ApothekeAbb: Unter Verwendung einer Grafik von pixabay / S
Apotheken in Deutschland können seit dem 7. Juli  medizinischen Cannabis auch aus dem Inland beziehen. Der staatlich organisierte Verkauf von Cannabis für ausschließlich medizinische Zwecke werde über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abgewickelt, wie das Institut mitteilte.

2021-07-21T14:03:00+02:00
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Bisher konnten Apotheken Cannabis nur aus Importen beziehen. Mit dem gezielten staatlich kontrollierten Anbau möchte die Bundesregierung zusätzlich zur Versorgung der Patientinnen und Patienten beitragen. Die Apotheken können ab jetzt über Cannabisagenturen medizinisches Cannabis bestellen. Dabei handelt es sich um pharmazeutische Arzneimittelqualität.

Staatlich beauftragte Unternehmen bauen Cannabis an und liefern

Die Cannabispflanzen werden im Auftrag des BfArM in Deutschland angebaut. Bisher gibt es drei Unternehmen, die einen solchen staatlichen Auftrag bekommen haben. Das Bundesinstitut vertreibt die Produkte dann über ein Distributionsunternehmen an Apotheken. Derzeit bezahlen die Apotheken für ein Gramm Cannabis 4,30 Euro. Das Bundesinstitut erziele dadurch keine Überschüsse, heißt es auf der Website des BfArM.

Anbaumenge ist begrenzt

Im Rahmen eines EU-weiten Vergabeverfahrens wurde die Anbaumenge in Deutschland mit jährlich 2.600 Kilogramm festgelegt. Bisher ist diese Regelung auf vier Jahre beschränkt. Apotheken können parallel auch weiterhin ihre Bestellungen aus dem Ausland beziehen.

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