Trend

Ästhetische Chirurgie ist keine Frauendomäne mehr

Immer öfter lassen auch Männer Schönheits-OPs durchführen
veröffentlicht am 24.11.2016

Schönheits-OPs liegen im Trend: Auch Männer lassen liftenSchönheits-OPs liegen im Trend: Auch Männer lassen liften(c) fotolia.de / detailblick
Die steigende Zahl der Schönheitsoperationen in den letzten Jahren zeigt, dass kosmetische Eingriffe längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Das Geschäft mit der Schönheit boomt. Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 22 Millionen Eingriffe weltweit durchgeführt. Nicht nur in Europa und den USA, auch in Ländern wie dem Iran oder China nimmt die Popularität der ästhetischen Chirurgie deutlich zu.

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Zahl männlicher Patienten steigt

Neben globalen Trends sind auch Entwicklungen innerhalb Deutschlands erkennbar. Während kosmetische Eingriffe lange Zeit als Frauen-Thema galten, wächst die Zahl an männlichen Patienten. Im Jahr 2015 war nach einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) bereits jeder siebte Patient männlich, Tendenz steigend. „Diesen Trend beobachte ich auch in meiner Praxis: Die Mehrzahl meiner Patienten ist immer noch weiblich, aber der Anteil der Männer hat zugenommen“, berichtet Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor des Medical Inn Zentrums in Düsseldorf.

 

Korrekturen im Gesicht und im Brustbereich

Hoch im Kurs stehen bei Frauen nach wie vor Brustvergrößerungen durch Implantate. „Brustvergrößerungen zählen natürlich nicht zu den beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen bei Männern“, erklärt Dr. Atila. Die meisten Männer entscheiden sich für eine Lidstraffung, bei der die kleinen Fältchen um die Augen geglättet und hängende Haut entfernt werden. Solche Straffungen und Face-Lifts lassen selbstverständlich auch Frauen vornehmen. Gerade weil Gesicht und Hals sich schwer von Kleidung bedecken lassen und schnell Auskunft über das wahre Alter geben, ist diese Art der kosmetischen Eingriffe bei Männern wie Frauen gleichermaßen beliebt.

Die meisten zu behandelnden Personen, die kosmetische Eingriffe vornehmen lassen, sind laut DGÄPC zwischen 18 und 30 Jahren alt. Das Durchschnittsalter hingegen liegt bei 42,5 Jahren. Männliche Patienten sind mit durchschnittlich 44,4 Jahren gut zwei Jahre älter als die weiblichen Patientinnen.

 

Wann kommen Krankenkassen für "Schönheits-OP" auf?

Plastisch-ästhetische Operationen sind eine kostspielige Angelegenheit. Von Krankenkassen werden die Eingriffe meist als kosmetisch und ohne medizinische Notwendigkeit eingestuft. Eine Kostenübernahme ist also ausgeschlossen. Eine kleine Ausnahme bilden Eingriffe, die der Gesundheit dienen. Wird eine gesundheitliche Beeinträchtigung festgestellt, übernimmt die Krankenkasse den Anteil der medizinischen Maßnahme. Sämtliche ästhetischen Korrekturen sind aber von den Patientinnen selbst zu tragen. Bei einer Begradigung der Nasenscheidewand beispielsweise, sind die Grundkosten von der Krankenkasse gedeckt. Bei einer ästhetischen Korrektur folgen Kosten von bis zu 1.500 Euro, für die Patienten selbst aufkommen müssen. Anders verhält es sich bei Krankheiten oder Unfällen. Nach der Behandlung von Brustkrebs kommt beispielsweise die Kasse für eine Rekonstruktion der Brust auf. Auch bei Unfällen muss die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Außerdem werden von der Krankenkasse Brustverkleinerungen übernommen, wenn die Größe der Brust eine gesundheitliche oder psychische Beeinträchtigung erkennen lässt. Letztendlich entscheidet der behandelnde Arzt, ob es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt und kann einen Antrag auf Kostenübernahme bei den Krankenkassen stellen.

 

 

LINK: >>Fakten und Statistiken zum Thema Schönheitsoperationen