Robert Koch-Institut (RKI)

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitsschutzes. Das Bundesinstitut mit Sitz in Berlin ist dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nachgeordnet. Benannt ist es nach dem Mediziner und Mikrobiologen Robert Koch (1843–1910), einem der Begründer der modernen Bakteriologie.
Das RKI ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Als Bundesinstitut erfüllt es wissenschaftliche und staatliche Aufgaben im Bereich des Gesundheitsschutzes. Es ist damit weder ein privates Forschungsinstitut noch eine Krankenkasse.
Das RKI beschäftigt sich insbesondere mit der Beobachtung, Bewertung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Darüber hinaus untersucht das Institut gesundheitliche Entwicklungen in der Bevölkerung und stellt wissenschaftliche Daten und Empfehlungen für Politik, Fachwelt und Öffentlichkeit bereit.
Aufgaben des RKI
Eine zentrale Aufgabe des RKI ist die Überwachung der Gesundheit der Bevölkerung. Dazu sammelt und bewertet das Institut Daten über Infektionskrankheiten und andere gesundheitliche Entwicklungen.
Zu den wichtigsten Arbeitsbereichen gehören:
- Überwachung und epidemiologische Bewertung von Infektionskrankheiten
- Erkennung und Bewertung neuer gesundheitlicher Risiken
- Erforschung von Ursachen und Verbreitungswegen von Krankheiten
- Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen zum Infektionsschutz
- wissenschaftliche Beratung der Bundesregierung und anderer Behörden
- Gesundheitsberichterstattung
- Impfprävention und Impfempfehlungen
- Untersuchung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung
- Forschung zu Antibiotikaresistenzen und Krankheitserregern
- Information der Öffentlichkeit über gesundheitliche Risiken.
Das RKI ist außerdem die nationale Public-Health-Institution Deutschlands und arbeitet mit Gesundheitsämtern, Landesbehörden, wissenschaftlichen Einrichtungen und internationalen Organisationen zusammen.
RKI und Infektionsschutz
Eine besondere Bedeutung hat das RKI bei der Überwachung von Infektionskrankheiten. Grundlage dafür ist unter anderem das Infektionsschutzgesetz (IfSG).
Gesundheitsämter übermitteln bestimmte meldepflichtige Erkrankungen und Erregernachweise an die zuständigen Landesbehörden und von dort an das RKI. Das Institut wertet diese Daten aus und veröffentlicht regelmäßig Informationen zur epidemiologischen Situation.
Dazu gehören beispielsweise Daten zu Influenza, Masern, Keuchhusten, Tuberkulose, Hepatitis,
Norovirus- und Rotavirus-Infektionen, bestimmten bakteriellen Erregern und Antibiotikaresistenzen. Das RKI veröffentlicht hierzu unter anderem Infektionsschutzberichte, Lageberichte, Wochenberichte und epidemiologische Auswertungen.
RKI und Impfungen
Das RKI ist eng mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) verbunden. Die STIKO ist ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium am RKI. Sie entwickelt Impfempfehlungen auf Grundlage der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Empfehlungen der STIKO richten sich unter anderem nach dem Alter, individuellen gesundheitlichen Risiken, beruflichen oder sonstigen Expositionen, epidemiologischen Entwicklungen, Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen. Die STIKO-Empfehlungen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem RKI und der STIKO: Das RKI ist das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit, während die STIKO ein wissenschaftliches Beratungsgremium am RKI ist.
RKI während der Corona-Pandemie
Während der COVID-19-Pandemie erlangte das RKI eine besonders hohe öffentliche Bedeutung. Das Institut veröffentlichte regelmäßig Daten zur Entwicklung der Pandemie, zu Infektionszahlen, Hospitalisierungen, Impfungen und weiteren epidemiologischen Kennzahlen.
Das RKI bewertete außerdem das Infektionsgeschehen und gab wissenschaftliche Empfehlungen und Einschätzungen zum Infektionsschutz ab.
Die während der Pandemie besonders häufig verwendeten Begriffe wie 7-Tage-Inzidenz, R-Wert, Infektionszahlen und Impfquoten waren vielfach mit den vom RKI erhobenen beziehungsweise ausgewerteten Daten verbunden.
RKI und Gesundheitsämter
Das RKI arbeitet eng mit den Gesundheitsämtern in Deutschland zusammen. Während Gesundheitsämter vor Ort für konkrete Maßnahmen des Infektionsschutzes zuständig sind, übernimmt das RKI vor allem übergeordnete wissenschaftliche und epidemiologische Aufgaben.
Das bedeutet beispielsweise: Ein örtliches Gesundheitsamt kann bei einem Ausbruch konkrete Maßnahmen anordnen. Das RKI kann dagegen die bundesweite Entwicklung beobachten, Daten aus verschiedenen Regionen zusammenführen und wissenschaftlich bewerten.
RKI und gesetzliche Krankenversicherung
Das RKI ist keine Krankenkasse und übernimmt auch keine Aufgaben bei der individuellen Leistungsbewilligung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Für GKV-Versicherte ist das Institut dennoch in verschiedenen Bereichen von Bedeutung. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen des RKI können beispielsweise für die Prävention, den Infektionsschutz und Impfentscheidungen relevant sein.
Die Finanzierung und Organisation medizinischer Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen erfolgt dagegen nach den Regelungen des Sozialgesetzbuches V (SGB V) und durch die zuständigen Institutionen der GKV.
Welche Daten veröffentlicht das RKI?
Das RKI stellt zahlreiche Gesundheitsdaten öffentlich zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Häufigkeit und Verbreitung von Infektionskrankheiten.
Ein wichtiges Angebot ist das Surveillance-System, mit dem gesundheitliche Entwicklungen kontinuierlich beobachtet werden. Darüber hinaus veröffentlicht das RKI Studien, wissenschaftliche Fachbeiträge, Gesundheitsberichte und statistische Auswertungen.
Für die Öffentlichkeit sind insbesondere die regelmäßig aktualisierten Informationen zu Infektionskrankheiten, Impfungen und gesundheitlichen Risiken von Bedeutung.
Geschichte des RKI
Das Institut geht auf die Arbeiten von Robert Koch zurück. Koch gilt unter anderem aufgrund seiner Forschungen zu Tuberkulose, Milzbrand und Cholera als einer der wichtigsten Wegbereiter der modernen Infektionsmedizin.
Das heutige Robert Koch-Institut entwickelte sich aus verschiedenen staatlichen Einrichtungen der Infektions- und Gesundheitsforschung. Im Laufe seiner Geschichte wurden seine Aufgaben mehrfach erweitert. Heute umfasst das Tätigkeitsspektrum neben der Infektionskrankheitenforschung auch Bereiche wie Gesundheitsmonitoring, Prävention und Public Health.