Patientenverband

Patientenverbände sind gemeinnützige Organisationen, die Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder gesundheitlichen Problemen unterstützen. Häufig wurden sie von Betroffenen oder Angehörigen gegründet. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern und Patientenrechte im Gesundheitswesen zu stärken.
Viele Verbände arbeiten bundesweit, andere sind regional organisiert oder auf einzelne Krankheitsbilder spezialisiert.
Aufgaben von Patientenverbänden
Das Angebot reicht weit über reine Informationsbroschüren hinaus. Typische Leistungen sind:
- persönliche Beratung und telefonische Auskunft
- Informationen über Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten
- Hilfe bei Anträgen gegenüber Krankenkassen oder Behörden
- Vermittlung von Selbsthilfegruppen
- Austausch mit anderen Betroffenen
- Informationsveranstaltungen und Seminare
- Aufklärung der Öffentlichkeit
- politische Interessenvertretung
- Förderung von Forschung und Prävention
Gerade der Erfahrungsaustausch mit Menschen in einer ähnlichen Lebenssituation wird von vielen Betroffenen als besonders hilfreich empfunden.
Wer kann sich an einen Patientenverband wenden?
Grundsätzlich jeder, der Unterstützung benötigt – beispielsweise:
- Patientinnen und Patienten
- Angehörige
- Pflegepersonen
- Eltern erkrankter Kinder
- Menschen mit Behinderungen
- Interessierte, die sich über bestimmte Erkrankungen informieren möchten
Eine Mitgliedschaft ist für eine erste Beratung häufig nicht erforderlich.
Diese Krankheiten werden vertreten
Für nahezu alle größeren Krankheitsbilder existieren Patientenorganisationen, unter anderem für:
Krebs
Diabetes
Rheuma
Multiple Sklerose
Parkinson
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Asthma und COPD
Allergien
seltene Erkrankungen
psychische Erkrankungen
chronische Schmerzen
Adipositas
Daneben gibt es Dachverbände, die krankheitsübergreifend die Interessen von Patientinnen und Patienten vertreten.
Vorteile von Patientenverbänden
Viele Menschen profitieren von den umfangreichen Angeboten:
- verständliche Informationen statt medizinischer Fachsprache
- praktische Tipps für den Alltag
- emotionale Unterstützung
- Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen
- Hinweise auf spezialisierte Behandlungszentren
- Informationen über Reha, Pflege und Sozialleistungen
- Unterstützung bei der Durchsetzung von Patientenrechten
Gerade nach einer neuen Diagnose kann der Kontakt zu einem Patientenverband helfen, Unsicherheiten abzubauen.
Patientenverbände und gesetzliche Krankenkassen
Die gesetzlichen Krankenkassen fördern nach den gesetzlichen Vorgaben zahlreiche Selbsthilfeorganisationen und Patientenverbände finanziell. Ziel ist es, die gesundheitsbezogene Selbsthilfe zu stärken. Die Förderung erfolgt sowohl für bundesweite Organisationen als auch für regionale Gruppen. Die Verbände arbeiten unabhängig und vertreten die Interessen ihrer Mitglieder.
Seriöse Patientenverbände zeichnen sich aus durch Transparenz bei Finanzierung und Spenden, unabhängige und sachliche Informationen und qualifizierte Beratung. Auch der Datenschutz und die Transparenz über mögliche Kooperationen mit Unternehmen gehören zum Profil seriöser Patientenverbände.
TIPP: Bei medizinischen Empfehlungen durch Verbände sollten Informationen stets mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen werden.