Studie sieht drastisch steigende Krankenkassenbeiträge bis 2040
PKV-Institut liefert Szenarien für die Finanzentwicklung in der GKVFinden Sie die richtige Krankenkasse
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Im März 2021 veröffentlichte das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) eine viel beachtete Studie mit dem Titel „Die zukünftige Entwicklung der GKV-Finanzen – Ein Beitrag zur Diskussion um erhöhte Steuerzuschüsse“. Die Publikation enthielt optimistische sowie pessimistische Szenarien für die Beitragsentwicklung bis in die Jahre 2030 und 2040 – je nachdem, welche Grundannahmen für das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben getroffen wurden.
Die optimistische und die pessimistische Prognose (Studie 2021)
Für die optimistische Variante der Schätzungen ging die Studie davon aus, dass die Kasseneinnahmen mit der allgemeinen Kostenentwicklung Schritt halten können. Bei dieser als wenig realistisch eingestuften These läge der durchschnittliche GKV-Gesamtbeitragssatz laut WIP im Jahr 2030 bei 15,5 Prozent und zehn Jahre später (2040) bei 16,7 Prozent.
In einer kritischeren Variante legten die Kalkulatoren die reale statistische Entwicklung der GKV-Finanzen aus den vorangegangenen 20 Jahren zugrunde. In diesem Zeitraum kletterten die GKV-Ausgaben durchschnittlich um 3,2 Prozent pro Jahr, während die Einnahmen nur um 1,8 Prozent jährlich anstiegen. Unter Zugrundelegung dieser Trendfortschreibung ergab das Modell drastische Werte:
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Die Beitragssätze lägen im Jahr 2030 bei über 20 Prozent.
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Bis 2040 würden sie weiter auf bis zu 29 Prozent steigen.
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Sollte die Politik versuchen, die Beiträge durch Steuerzuschüsse aus dem Bundeshaushalt künstlich stabil zu halten, wären demnach 2030 bereits 30 Milliarden Euro und 2040 sogar 70 bis 128 Milliarden Euro Steuerzuschuss pro Jahr notwendig.
Diese ohnehin kritische Entwicklung habe sich laut WIP bereits vor der Pandemie verschärft (Ausgabenanstieg 2019 um 5 Prozent). Zudem werde der nun laufende Renteneintritt der bevölkerungsreichen Jahrgänge (Babyboomer) diese finanzielle Schere weiter öffnen.
Reaktion des GKV-Spitzenverband
(c) GKV-Spitzenverband
Für Lanz war die Studie ein durchsichtiger Versuch, die gesetzliche Krankenversicherung „schlechtzureden“. Dabei habe gerade die Corona-Pandemie auf dramatische Weise gezeigt, „wie froh wir sein können, mit der GKV ein System zu haben, das seit über 150 Jahren ohne Ansehen des Geldbeutels für die Menschen die notwendige medizinische Versorgung zur Verfügung stellt.“
Gegenwärtige Einordnung der GKV-Finanzen
Der historische Streit um die Prognosen von 2021 wurde durch die reale Entwicklung der letzten Jahre weitgehend eingeholt. Zwar sind die Extremszenarien des WIP (noch) nicht eingetreten, jedoch steht die GKV im Jahr 2026 unter massivem finanziellen Druck.
Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde durch das Bundesgesundheitsministerium in den vergangenen Jahren mehrfach deutlich nach oben korrigiert. Zusammen mit dem festgeschriebenen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent beläuft sich die reale Beitragsbelastung für viele Versicherte heute bereits auf weit über 16 Prozent. Gleichzeitig bleibt der reguläre Steuerzuschuss des Bundes ein ständiger politischer Zankapfel, da das strukturelle Defizit der Kassen durch die fortschreitende Alterung der Gesellschaft (Demografischer Wandel) und teurere medizinische Innovationen kontinuierlich wächst.
