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2021-04-20T18:27:46+02:00

Familienversicherung

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen, Kinder und eingetragene Lebenspartner bzw. Ehepartner mit in ihre Versicherung aufzunehmen. Diese müssen in diesem Fall keine eigenen Beiträge zahlen, sind somit beitragsfrei mitversichert. Die Angehörigen müssen dafür vom versicherten Mitglied bei der betreffenden gesetzlichen Krankenkasse angemeldet werden. Daraufhin erhalten sie eine eigene Versichertenkarte und können die Leitungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Das Einkommen der Familienangehörigen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Die Familienversicherung wird nach §10 SGB V geregelt.

Voraussetzung für Familienversicherung

Um Angehörige in die Familienversicherung aufzunehmen müssen bestimmte Voraussetzung gegeben sein:

  • Der gewöhnliche Wohnsitz des mitzuversichernden Familienangehörigen muss in Deutschland liegen.
  • Monatlich dürfen die Einnahmen des Angehörigen eine Einkommensgrenze von 470 Euro (Stand 2021) nicht übersteigen.
  • Es darf keine andere Krankenversicherung, wie beispielsweise eine Pflichtversicherung als Arbeitnehmer oder Rentner bestehen, die eine Familienversicherung ausschließt.
  • Es darf keine hauptberufliche Selbständigkeit vorliegen. Diese schließt auch eine Aufnahme in die Familienversicherung aus.
  • Der Angehörige darf nicht von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreit sein.
  • Bestimmte Berufsgruppen können nicht in die Familienversicherung aufgenommen werden. Dazu zählen Beamte, Richter oder Geistliche.

Versicherungsfähige Angehörige

Kinder und Enkel

Es können sowohl leibliche als auch adoptierte Kinder, bis zu einer bestimmten Altersgrenze, in die Familienversicherung aufgenommenen werden.

Zudem besteht auch die Möglichkeit

  • die Kinder familienversicherter Kinder,
  • Stiefkinder und Enkel, die im Haushalt des versicherten Mitglieds leben bzw. nicht mit im Haushalt leben, für deren Lebensunterhalt das versicherte Mitglied jedoch überwiegend sorgt und
  • Pflegekinder, die vom Antragsteller nicht beruflich gepflegt werden, mit in die Versicherung aufzunehmen.

 

Damit Kinder in der Familienversicherung mitversichert werden dürfen darf eine bestimmte Altersgrenze nicht überschritten werden. Eine beitragsfreie Familienversicherung ist generell bis zum 18. Lebensjahr möglich.

Sofern die mitversicherten Kinder nicht selber arbeiten, liegt die Altersgrenze bei 23. Jahren.

Ein Verbleib in der Familienversicherung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres ist möglich, wenn das Kind sich in einer Schul- oder Berufsausbildung (beispielsweise ein Studium) befindet oder es ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstgesetzes oder einen Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leistet.

 

Ein Fortsetzung der beitragsfreien Familienversicherung nach dem 25. Lebensjahr ist möglich, wenn die Schule- oder Berufsausbildung durch

  • eine gesetzliche Dienstpflicht,
  • einen freiwilligen Wehrdienst,
  • einem Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstgesetz oder einem vergleichbar anerkannten Freiwilligendienst oder
  • einer Tätigkeit als Entwicklungshelfer

unterbrochen oder verzögert worden ist.

 

Kinder, die aufgrund einer Behinderung außerstande sind selbst für ihren Lebensunterhalt zur sorgen, können ohne Altersgrenze familienversichert sein.

 

Die Familienversicherung für ein neugeborenes Kind beginnt mit dem Geburtsdatum, weswegen der Antrag für die Aufnahme erst nach der Geburt gestellt werden kann. Zusätzlich zum Antrag sollte die Geburtsbescheinigung eingereicht werden.

 

Achtung! Eine Aufnahme des Kindes in die Familienversicherung ist ausgeschlossen, wenn der mit dem Kind verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des gesetzlich versicherten Mitglieds

  • kein Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist,
  • dessen monatliche Gesamteinkommen regelmäßig ein Zwölftel der Jahresentgeltgrenze übersteigt (für 2021: 5.362,50€) und
  • dessen monatliches Gesamteinkommen regelmäßig höher ist, als das des versicherten Mitglieds.

Ehegatten und Lebenspartner

Es besteht die Möglichkeit für Ehegatten oder Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung des Angehörigen beitragsfrei mitversichert zu werden.

Hierfür müssen sie die oben angeführten Voraussetzungen erfüllen.

Beantragung der Familienversicherung

Für die Inanspruchnahme einer beitragsfreien Mitversicherung von Familienangehörigen muss bei der entsprechenden Krankenkasse ein Antrag gestellt werden. Die Anträge werden zumeist auf den Internetseiten der Krankenkassen zur Verfügung gestellt.

Für den Antrag müssen Angaben über das Einkommen, die bisherige Versicherung und über Kinder gemacht werden. Hierfür wurde vom GKV-Spitzenverband ein Fragebogen entwickelt.

Zudem ist auch der Lebens- oder Ehepartner anzugeben. Der Begriff Lebenspartner bezieht sich ausschließlich auf eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.

Inwiefern die Voraussetzungen für die Familienversicherung weiterhin erfüllt werden, wird regelmäßig von den Krankenkassen überprüft.

Insofern beide Elternteil erwerbstätig und gesetzlich versichert sind, kann selbst festgelegt werden, bei welchem Elternteil das Kind mitversichert wird. Die Höhe des jeweiligen Einkommens ist dabei unerheblich.

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