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Pressemitteilung DAK Gesundheit

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Skepsis von Ärztinnen und Ärzten überwinden

Digitalisierungsreport 2021 von DAK-Gesundheit und Ärzte Zeitung zeigt Handlungsbedarf für Ampel-Regierung auf
veröffentlicht am 19.01.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen stößt weiterhin bei Ärztinnen und Ärzten auf große Skepsis. Das zeigt der Digitalisierungsreport 2021 von DAK-Gesundheit und Ärzte Zeitung. Etwa zwei Drittel der Befragten fühlt sich nicht ausreichend auf die Nutzung digitaler Gesundheitslösungen wie der elektronischen Patientenakte vorbereitet.

2022-01-19T12:21:00+01:00
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Hamburg, 19. Januar 2022 | Die Digitalisierung im Gesundheitswesen stößt weiterhin bei Ärztinnen und Ärzten auf große Skepsis. Das zeigt der Digitalisierungsreport 2021 von DAK-Gesundheit und Ärzte Zeitung. Etwa zwei Drittel der Befragten fühlt sich nicht ausreichend auf die Nutzung digitaler Gesundheitslösungen wie der elektronischen Patientenakte vorbereitet.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Ärzteschaft bei der Digitalisierung nicht mitgenommen wurde,“ sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Wir brauchen deshalb eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie und eine neue Qualität der Zusammenarbeit.“ Nur gemeinsam könne die Digitalisierung erfolgreich sein. Der Report zeigt auch: Wer digitale Anwendungen bereits nutzt, sieht vielfach deren Vorteile.

569 Ärztinnen und Ärzte sowie 16 Psychotherapeutinnen und -therapeuten haben sich im Frühherbst 2021 an der Online-Befragung von EPatient Analytics beteiligt und sich zu ihren Erfahrungen und Einstellungen im Bereich eHealth geäußert. Der Großteil der Befragten kennt die wichtigsten digitalen Gesundheitslösungen, hatte sie zum Zeitpunkt der Befragung aber noch nicht eingesetzt. Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich mit der Nutzung der digitalen Anwendungen überfordert. „Ärztinnen und Ärzte arbeiten wegen der Pandemie bereits am Anschlag“, sagt Hauke Gerlof, stellvertretender Chefredakteur der Ärzte Zeitung. „Da ist es kein Wunder, dass die Digitalisierung mit neuen Anwendungen wie eAU-Bescheinigung, eRezept und elektronische Patientenakte Schwierigkeiten bereitet. Dabei ist die Technik bei der Einführung häufig noch fehlerhaft, Updates führen zum Absturz der Systeme, die Anzahl der Fehlermeldungen war zu Beginn abschreckend.“ Insofern sei die zunächst ablehnende Haltung vieler Ärztinnen und Ärzte nicht überraschend.

Die am weitesten verbreitete digitale Anwendung in Arztpraxen ist laut Digitalisierungsreport 2021 die elektronische Terminvergabe, die von knapp 15 Prozent der befragten Medizinerinnen und Medizinern regelmäßig genutzt wird und von weiteren 14 Prozent bereits verwendet worden ist. Von den Befragten mit Nutzungserfahrung bescheinigen ihr 64 Prozent eine Zeitersparnis in der Praxisorganisation. Dies deckt sich mit dem Befund der Studie, dass gut die Hälfte der befragten Ärztinnen und Ärzten, die bereits Erfahrungen mit digitalen Gesundheitslösungen gesammelt haben, auch deren Vorteile sehen: 56 Prozent erkennen beispielsweise im Einsatz eines elektronischen Medikationsplans eine verbesserte Qualität der Patientenversorgung.

„Weckruf, der Konsequenzen haben muss“

Besondere Skepsis ermittelte die Studie in Bezug auf die Telematikinfrastruktur (TI). Diejenigen Befragten, die ihre Eindrücke in einem Freitextfeld schilderten, äußerten sich zu 93,5 Prozent negativ zu ihren Erfahrungen mit der TI. Viele bemängelten eine ungenügende Einbindung der Ärzteschaft seitens Politik und Gematik und erklärten, sich bevormundet zu fühlen.

„Die Ergebnisse unseres Digitalisierungsreports sind ein Weckruf, der Konsequenzen haben muss,“ betont DAK-Vorstand Storm. „Um die Digitalisierung im Gesundheitswesen gemeinsam zu gestalten, sind deshalb zwei Punkte für die neue Ampel-Regierung entscheidend: Erstens eine ehrliche und schnelle Bestandsaufnahme, wo die Probleme bei der Digitalisierung liegen. Auf dieser Grundlage sollten Maßnahmen im Sinne der digitalen Versorgung erarbeitet werden. Zweitens müssen die Governance-Strukturen optimiert werden. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Umgestaltung der Gematik zur Gesundheitsagentur erfordert eine stärkere Einbindung der Selbstverwaltungspartner.” Seine Forderung lautet: “Wir brauchen eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Entscheidend wird sein, sowohl die Ärztinnen und Ärzte als auch die Krankenkassen stärker einzubinden und die Digitalisierung mit ihnen gemeinsam zu gestalten – orientiert am Versorgungsalltag und am Nutzen für die Patientinnen und Patienten“, sagt der Kassenchef.

 

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