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Pressemitteilung hkk

hkk-Datenanalyse: Pandemie bremst Frauen bei der Krebsvorsorge

Datenanalyse der hkk Krankenkasse unter 265.329 versicherten Frauen.
veröffentlicht am 05.06.2021 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Die hkk will auch 2019 die günstigste bundesweit wählbare Krankenkasse bleiben.Die hkk will auch 2019 die günstigste bundesweit wählbare Krankenkasse bleiben.
Die Zahl der hkk-versicherten Frauen, die Anspruch auf eine Krebsvorsorgeuntersuchung des Gebärmutterhalses haben und dieses Angebot annehmen, ist rückläufig. Waren es in den ersten drei Quartalen 2019 noch 44 Prozent der Anspruchsberechtigten, so sank der Anteil im Vergleichszeitraum 2020 auf 42 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Datenanalyse der hkk Krankenkasse unter 265.329 versicherten Frauen.

2021-06-05T13:20:00+02:00
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Bremerinnen sorgen sich am wenigsten um die Vorsorge

Im Ländervergleich bilden die Bremerinnen das Schlusslicht: Lediglich 36 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen haben sich in den ersten drei Quartalen 2020 untersuchen lassen (2019: 39 Prozent), während es bei den Spitzenreitern Nordrhein-Westfalen und Hessen jeweils 47 Prozent waren (2019: 50 Prozent bzw. 49 Prozent).

Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren haben 2020 die Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs häufiger in Anspruch genommen (52 Prozent) als ihre Geschlechtsgenossinnen im Alter von 35 bis 65 Jahren (41 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch in beiden Altersgruppen ein Rückgang: So lag die Inanspruchnahme im Jahr 2019 bei Frauen von 20 bis 34 Jahren noch bei 54 Prozent; bei Frauen von 35 bis 65 Jahren bei 44 Prozent.

Informationskampagne zeigt wenig Wirkung

Das Ergebnis ist umso alarmierender, als die Krankenkassen im Rahmen des organisierten Krebsfrüherkennungsprogramm im 1. Quartal 2020 das erste Mal nach Vorgabe des Gesetzgebers weibliche Versicherte zwischen 20 und 65 Jahren angeschrieben haben, um sie über das Krebsfrüherkennungsprogramm sowie den Nutzen und die Risiken der angebotenen Untersuchungen zu informieren. Künftig erinnern die Kassen die Frauen alle fünf Jahre (im Alter von 20, 25, 30 etc.) an die Möglichkeit der kostenlosen Krebsvorsorge.

>>Zusatzleistungen der Krankenkassen im Bereich Brustkrebsvorsorge

Entsprechend der Vorgaben hat die hkk im 1. Quartal 2020 somit erstmals 9.450 hkk-versicherte Frauen schriftlich über die Gebärmutterhalskrebsvorsorge informiert. Nur rund 46 Prozent der Angeschriebenen haben im Anschluss die Vorsorgeuntersuchung wahrgenommen. Auch hier lagen die Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren mit 53 Prozent Inanspruchnahme vor den Frauen im Alter von 35 bis 65 Jahren mit 43 Prozent. Ein Grund dafür, dass der erhoffte Erfolg ausblieb, ist vermutlich die Corona-Pandemie: Viele Menschen hatten Bedenken, zum Arzt zu gehen. Ein Indiz dafür ist, dass die Ausgaben für Früherkennungsmaßnahmen GKV-weit gesunken sind: von 2,5 Milliarden Euro (2019) auf 2,4 Milliarden Euro (2020)[1].

Mit Vorsorge Krebs- und Sterberisiko deutlich niedriger

Ziel der Früherkennungsuntersuchung ist die Senkung der Neuerkrankungsrate von Gebärmutterhalskrebs. Der wichtigste Vorteil ist, dass Vorstufen rechtzeitig entdeckt und entfernt werden können. Dadurch sinkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken und zu sterben, deutlich. Eine Hochrechnung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zeigt, dass von 1.000 Frauen ohne HPV-Impfung, die zwischen 20 und 30 Jahren mit der Früherkennung beginnen und ihr Leben lang regelmäßig teilnehmen, die Fallzahl an Erkrankungen oder Todesfällen unter 1 liegt. Ohne Früherkennung liegt die Zahl der Erkrankungen hingegen bei 30, die der Todesfälle bei 12.[2] „Gebärmutterhalskrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die sich durch eine frühzeitige HPV-Impfung und eine regelmäßige Früherkennung verhindern lassen“, sagt Dr. Cornelius Erbe, Bereichsleiter des Versorgungsmanagements der hkk. „Wir empfehlen Frauen daher auch in der schwierigen Pandemiezeit die regelmäßige Teilnahme.“

Organisiertes Screening Programm

In Deutschland wird seit 2020 ein organisiertes Screening-Programm angeboten, um Gebärmutterhalskrebs zurückzudrängen. Gesetzlich versicherte Frauen ab 20 Jahre werden von ihrer Krankenkasse alle fünf Jahre über die Möglichkeit zur Teilnahme am Krebsfrüherkennungsprogramm informiert. Im Alter von 20 bis 34 Jahren haben Frauen Anspruch auf einen jährlichen Pap-Abstrich[3]. Ab dem Alter von 35 Jahren wird alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung, bestehend aus einem HPV-Test und einem Pap-Abstrich, angeboten.

Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten[4] erkrankten 2017 in Deutschland etwa 4.340 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Zahl der Todesfälle liegt jährlich bei etwa 1.660. Die Erkrankung wird fast immer durch eine langanhaltende Infektion mit Viren, den sogenannten Humanen Papillomviren (HPV), verursacht. Es gibt viele verschiedene Virustypen. Diese befallen Haut- sowie Schleimhautzellen und werden bei Geschlechtsverkehr oder durch Hautkontakt im Intimbereich übertragen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren.

 

Ergebnis der hkk im aktuellen Krankenkassentest

hkk

- Kassenprofil, Testergebnisse und Informationen

 

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