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Pressemitteilung IKK Südwest

Betrug in der Pflege: IKK Südwest fordert klare Regeln zur Bekämpfung von Fehlverhalten

veröffentlicht am 01.11.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Abrechnungsfälschung, Strohmann-Verfahren und der Einsatz von unqualifiziertem Personal: Christian Fischer, Beauftragter der IKK Südwest zur Bekämpfung von Fehlverhalten kennt die Tricks von Betrügern im Gesundheitswesen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

2018-11-01T00:00:00+00:00
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Abrechnungsfälschung, Strohmann-Verfahren und der Einsatz von unqualifiziertem Personal: Christian Fischer, Beauftragter der IKK Südwest zur Bekämpfung von Fehlverhalten kennt die Tricks von Betrügern im Gesundheitswesen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Vorstand Roland Engehausen hat Betrug in der außerklinischen Intensiv-Pflege zum Top-Thema gemacht und spricht von steigenden Betrugsfällen, Regressen und einer hohen Dunkelziffer: „In Sachen Qualitäts- und Abrechnungs-Transparenz sehen wir dringenden Handlungsbedarf, vor allem im Bereich der Prüfrechte. Zudem bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und eines verbesserten Schutzes von Hinweisgebern, um zukünftig schneller reagieren und Betroffene schützen zu können.“

Besonders die außerklinische Intensivpflege sei ein lukrativer Markt für Betrüger, so der IKK Südwest-Beauftragte zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen Christian Fischer, der allein in diesem Sektor in 12 Fällen mit einer siebenstelligen Schadenssumme ermittelt. „Verdienstmöglichkeiten bis zu 25.000 Euro pro Monat für die Betreuung eines Patienten haben eine anziehende Wirkung auf Betrüger. Hier muss sich dringend etwas ändern, denn es geht nicht nur um hohe finanzielle Schäden für die Pflege- und Krankenkassen, sondern vielmehr um die Gesundheit und das Vertrauen von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen.“ Und Vorstand Roland Engehausen ergänzt: „Viele Menschen leisten als Pflegende einen so wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und benötigen gute Beschäftigungsbedingungen. Dazu ist es auch notwendig, dass schwarze Scharfe gezielt erkannt und verfolgt werden, anstatt die Pflege unter Generalverdacht zu stellen.“

Die häufigsten Betrugsvarianten von ambulanten Pflegediensten seien laut Fischer der Einsatz von nicht qualifiziertem Personal und die Abrechnung von nicht erbrachten Leistungen. Verbesserte Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Betrug seien unerlässlich: „Wir nehmen die Thematik sehr ernst und fordern strengere Strafen, verbesserte Prüfmöglichkeiten und Zulassungsverfahren“, sagt Christian Fischer.

Forderungen der IKK Südwest zur Prävention und Bekämpfung von Abrechnungsbetrug

  • Verbesserte Prüfmöglichkeiten: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung sollte die Möglichkeit der unangemeldeten Prüfung bei den Pflegediensten haben.
  • Zulassungskriterien für Pflegedienste Erweiterung der Zulassungskriterien für Pflegedienste: Straffällig gewordene Betreiber von Pflegediensten bzw. deren Strohmänner dürfen keine neuen Pflegedienste gründen.
  • Abrechnungsprüfung: Die Kranken- und Pflegekassen sollten die Möglichkeit erhalten, bei Auffälligkeiten eigenständige Prüfungen mittels unangemeldeten Hausbesuchen bei den Leistungsempfängern durchzuführen.

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