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Zusatzbeitrag steigt auch nach 2017 stark an

16.08.2016

Zusatzbeitrag nach 2017

Bild: Andrea Damm  / pixelio.de

Die Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen werden sich nach Ansicht von Experten in den kommenden Jahren rasant erhöhen. Laut einer Analyse des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem soll der durchschnittlich erhobene zusätzliche Beitrag schon in vier Jahren bei bereits 2,4 Prozent liegen, was mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zu heute bedeuten würde.

Bereits heute müsse ein Mitglied mit einem Bruttoverdienst von 2.000 Euro im Schnitt monatlich einen zusätzlichen Krankenkassenbeitrag von 20 Euro entrichten. Diese Belastung würde bei der prognostizierten Entwicklung im Jahr 2020 schon bei über 50 Euro im Monat liegen.

GKV-Beitragssätze bald bei 18 Prozent?

Der Zusatzbeitrag fällt deshalb so schwer ins Gewicht, weil die Versicherten ihn allein, also ohne Arbeitgeberanteil an die Krankenkasse zu entrichten haben. Bereits im Jahr 2016 beläuft sich der höchste Zusatzbeitrag einer Krankenkasse bei 1,9 Prozent. Sollte der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf mehr als zwei Prozent ansteigen, könnte das also in der Spitze Gesamtbeiträge um die 18 Prozent bedeuten – ein nicht mehr hinnehmbares Szenario.

Ein derartiger Anstieg der Sozialabgaben wird durch mehrere Faktoren verursacht. Zum einen decken die Einnahmen durch den allgemeinen Beitrag immer weniger die Ausgaben der Krankenkassen. Des Weiteren steigt der Anteil älterer Versicherter in den kommenden Jahren schlagartig an, was einen zusätzlichen Kostenschub bei sinkenden Einnahmen bedeutet.  

Finanzreformen unvermeidlich

Soll das derzeitige Leistungsniveau des Gesundheitswesens gehalten werden, sind deutliche Reformen bei der Finanzierung unausweichlich. So könnten die Arbeitgeber sich wieder stärker an der Finanzierung der Gesundheitsausgaben beteiligen, was von der linken Opposition und Teilen der SPD seit Jahren gefordert wird. Auch die Beitragsbemessungsgrenze könnte deutlich angehoben werden, um höhere Einkommen stärker mit den Sozialabgaben zu belegen. Auch das politische Instrument einer gesetzlichen Preisdeckelung für Arzneimittel ist nicht länger ein Tabu.

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