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Sozialabgaben

Zusatzbeitrag sinkt, Pflegeversicherung steigt: Wieviel Entlastung bei Sozialabgaben 2019 übrigbleibt

Mehr Netto vom Brutto? Das funktioniert nicht für alle Versicherten
veröffentlicht am 10.09.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Für Millionen Versicherte wird es 2019 keine Entlastung bei den Sozialabgaben gebenFür Millionen Versicherte wird es 2019 keine Entlastung bei den Sozialabgaben geben(c) fotolia.de / kamasigns
Mehr Netto vom Brutto? Das funktioniert für Millionen Versicherte so nicht. Denn trotz halbierter Zusatzbeiträge für Arbeitnehmer steigt ab 2019 gleichzeitig der Renten- und der Pflegesatz. 

2018-09-10T12:40:00+00:00
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Zum Jahreswechsel 2019 sinken für alle gesetzlich versicherten Arbeitnehmer die Beitragssätze für die Krankenkasse. Denn die Arbeitgeber übernehmen ab dann jeweils auch die Hälfte vom Zusatzbeitrag, der bisher allein von der Versicherten zu tragen ist. Die finanzielle Entlastung fällt je nach Krankenkasse unterschiedlich aus. Durchschnittsverdiener, die in einer eher günstigen Kasse mit einem geringen Zusatzbeitrag versichert sind, zahlen circa 10 Euro weniger an Krankenkassenbeitrag als noch in diesem Jahr.

Wer in einer Krankenkasse mit einem überdurchschnittlich hohen Zusatzbeitrag versichert ist, wird  als Durchschnittsverdiener monatlich bis zu 25 Euro beim Krankenkassenbeitrag entlastet.  

Pflegeversicherung steigt mehr als geplant

Parallel zur Absenkung des Zusatzbeitrags soll zum 1. Januar 2019 der Beitrag zur Pflegeversicherung steigen – und zwar nunmehr um deutliche 0,5 Prozent. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begründete dies im Zusammenhang mit den zu erwartenden höheren Ausgaben für neu einzustellende Pflegekräfte.    

Derzeit liegt der Satz noch bei 2,55 bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose. Weil sich auch hier Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag teilen, steigt die Belastung für beide um 0,25 Prozent.   

Diese Erhöhung sorgt in vielen Fällen dafür, dass die Entlastung bei den Sozialabgaben erheblich gemindert oder sogar aufgehoben wird. Für die versicherten Arbeitnehmer der AOK Sachsen-Anhalt beispielsweise ist die Anhebung des Pflegebeitrags höher als die Entlastung beim Krankenkassenbeitrag.

Auch der Rentenbeitrag klettert nach oben

Nachdem es 2018 erstmals seit Jahren eine leichte Senkung des Rentenbeitrags gab, steht zum Jahreswechsel 2019 ein kräftiger Anstieg bevor. Rentenexperten erwarten ein Plus von 0,4 Prozent. Berücksichtigt man diese Teuerung ebenfalls, bleibt tatsächlich bei Millionen von Versicherten kaum eine Entlastung mehr übrig.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung fällt

Die große Koalition hat sich per Vertrag geeinigt, 2019 den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,4 Prozent zu senken. Diese Absenkung sorgt dafür, dass unterm Strich für die allermeisten gesetzlich versicherten Arbeitnehmern doch eine nennenswerte Entlastung zu verzeichnen sein wird - und tatsächlich auch mehr Netto vom Brutto.

 

Beispielrechnung für einen Arbeitnehmer ohne Kinder mit 3.000 € Bruttogehalt
 

Kranken-
kasse

Änderung
beim
Zusatzbeitrag

Änderung beim Pflege-
beitrag

Änderung beim
Renten-beitrag

Änderung
beim
Arbeits-losenbeitrag

prozentuale Änderung
bei
Sozialabgaben

finanzielle
Änderung
jährliche
Sozialabgaben

AOK Sachsen-Anhalt

- 0,15 %
 

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

+ 0,05 %

+ 18 €

IKK gesund plus

- 0,3 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,05 %

-18 €

Audi BKK

- 0,35 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,1 %

- 36 €

TK

- 0,45 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,2 %

- 72 €

IKK classic

- 0,6 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,35 %

- 126 €

AOK Rheinland-Hamburg

-0,7 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,45 %

- 162 €

DAK

- 0,75 %

+ 0,25 %

+ 0,2 %

- 0,2 %

- 0,5 %

- 180 €

 

 

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