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Psychotherapie

Zugang zu Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung wird erleichtert

Neue Richtlinie des G-BA
veröffentlicht am 24.10.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

(c) fotolia.de / animaflora
Die Kosten für therapeutische Behandlungen für Menschen mit geistiger Behinderung soll künftig einfacher von den Krankenkassen übernommen werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen Mitte Oktober entschieden.

2018-10-24T12:05:00+00:00
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Psychotherapeutische Sprechstunden klären Therapiebedarf

Die verabschiedete Richtlinie sieht zum einem vor, dass Menschen mit geistiger Behinderung bis zu zehn psychotherapeutische Sprechstunden-Einheiten je Krankheitsfall in Anspruch nehmen können. Zum anderen wurden die Möglichkeiten erweitert, Bezugspersonen in die Therapie mit einzubeziehen. Insbesondere das erweiterte Sprechstunden-Angebot soll Menschen mit geistiger Behinderung den Zugang zu psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten erleichtern. Denn durch die Sprechstunden kann erkannt und abgeklärt werden, ob eine weitere fachspezifische Unterstützung notwendig ist.

Begriff 'Geistige Behinderung' auf dem Prüfstand

Im Rahmen der Beratungen über die Richtlinie habe sich der Gemeinsame Bundesausschuss auch intensiv mit der Begrifflichkeit der ‚geistigen Behinderung’ auseinandergesetzt, da viele diese Formulierung als diskriminierend ablehnen. Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Psychotherapie, sagte dazu: „Es gibt aber derzeit noch keine alternative Begrifflichkeit, die innerhalb von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik Konsens findet, in der erforderlichen Klarheit und Transparenz das Krankheitsbild beschreibt und die etablierte Bezeichnung ersetzen könnte. Sobald dies der Fall ist, prüfen wir die Terminologie erneut.“

Richtlinien des G-BA rechtsverbindlich

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist im Gesundheitswesen das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist es, über den Leistungsanspruch der gesetzlich Versicherten in Deutschland zu entscheiden. Jede verabschiedete Maßnahme oder Richtlinie gilt als rechtsverbindlich. Der G-BA wurde 2004 eingeführt und hat 13 stimmberechtigte Mitglieder. Ferner setzt sich der gesamte Ausschuss aus Vertretern der Krankenkassen, Krankenhäusern, Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten zusammen. Außerdem gibt es drei unparteiische Mitglieder.

 

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