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Zahnfüllungen unter der Lupe: Amalgam, Kunststoff, Gold oder Keramik?

veröffentlicht am 21.12.2017 von Redaktion krankenkasseninfo.de
Ist ein Zahn von Karies betroffen wird seine Erhaltung in der Regel gewährleistet, in dem der Zahnarzt die betroffene Stelle aufbohrt, säubert und anschließend gut verschließt. Bei der Füllung des aufgebohrten Zahnes kann sich der Patient zwischen verschiedenen Materialien entscheiden.
2017-12-21T14:59:00+00:00
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Ist ein Zahn von Karies betroffen wird seine Erhaltung in der Regel gewährleistet, in dem der Zahnarzt die betroffene Stelle aufbohrt, säubert und anschließend gut verschließt. Bei der Füllung des aufgebohrten Zahnes kann sich der Patient zwischen verschiedenen Materialien entscheiden. Worin sich diese unterscheiden erklärt Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus. Ein besonderes Augenmerk wird im Folgenden auf die Unterschiede in der Haltbarkeit, Verträglichkeit, den ästhetischen Merkmalen und natürlich im Preis, bzw. der Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen, gelegt.

Amalgam - der umstrittene Klassiker

Besonders verbreitet sind Füllungen aus Amalgam, da die Kosten für Amalgam-Füllungen von der Krankenkasse übernommen werden. Amalgam ist kostengünstig, dichtet gut ab und ist bis zu zehn Jahre haltbar. Farblich fallen Amalgamfüllungen jedoch auf, weil das Material silbern glänzt. In der Kritik steht Amalgam vor allem, da sich die Füllungen über einen längeren Zeitraum langsam auflösen. Außerdem ist in Amalgam Quecksilber enthalten, ein Schwermetall das gesundheitsgefährdend ist und durch den Ablösungsprozess freigesetzt werden kann. Amalgam-Füllungen stehen unter Verdacht Beschwerden auszulösen, bzw. diese zu verstärken.

Kunststoff (Komposit) als Alternative zu Amalgam

Als Alternative gelten Kunststoff- oder sogenannte Komposit-Füllungen. Komposite sind weniger haltbar als Amalgam, je nach Zahnpflege halten die Füllungen etwa vier bis neun Jahre. Das Material besteht aus einem keramikähnlichen Kunststoff, der in der Farbe den Originalzähnen angepasst werden kann und damit weniger auffällig ist als Amalgam. Deshalb übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einfache Komposit-Füllungen im Bereich der sichtbaren Frontzähne. Füllungen im hinteren Bereich werden nur aus Amalgam von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Zu unterscheiden sind Füllungen aus lichthärtenden und chemisch härtenden Kunststoffen. Erstere gelten als langlebiger, da sich bei chemisch härtenden Kompositen Mikrorisse beim Aushärten bilden, die zu Bakterienherden werden und erneutem Karies verursachen können.

Hightech aus Gold oder Keramik

Eine weitere Möglichkeit sind Füllungen aus Gold. Goldfüllungen sind besonders langlebig und halten durchschnittlich zehn bis 15 Jahre. Aufgrund des hochwertigen Materials ist diese Variante aber auch besonders teuer. Außerdem ist das Edelmetall vergleichsweise hart und muss im Labor passgenau gegossen werden. Amalgam und Komposite können direkt gestopft werden. Dafür hält es der großen Kaubelastung gerade im hinteren Backenbereich besonders gut stand.

Noch hochwertiger sind Inlays aus Keramik. Ähnlich wie Gold müssen auch Keramik-Füllungen eigens im Labor angefertigt werden. Dabei lässt sich sowohl die Farbe, als auch die Lichtdurchlässigkeit an die der Originalzähne anpassen. Außerdem gilt Keramik als besonders verträglich und langlebig, im Durchschnitt etwa zehn bis zwölf Jahre. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen weder für Gold- noch Keramik-Füllungen, auch nicht im sichtbaren Frontbereich. Lediglich ein kleiner Zuschuss in Höhe der Kosten für eine Amalgam-Füllung wird gewährt, da nach aktuellem Stand eine solche Therapie als ausreichend gilt. Nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Denn die Kosten für Amalgam-Füllungen liegen bei etwa 20 bis 40 Euro. Für Füllungen aus Gold können zwischen 280 und 380 Euro veranschlagt werden, bei Inlays aus Keramik sogar bis zu 500 Euro.

 

Foto: (c) Tobias Bräuning / pixelio.de

 

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